An der ersten der vier Stadtbegehungen mit Bauamtsleiter Holger Kurz, die im Rahmen des Bürgerbeteiligungsprozesses zur Stadtentwicklung stattfinden, nahmen 20 Bürger teil. Es ging um die wichtigsten Perspektiven auf die unterschiedlichen Bereich, Parks und Wege in und in der Innenstadt und Kurgebiet. Interessante Aspekte steuerte die Stadtführerin Fräulein Luise Schmidt mit historischen Bildern und Anekdoten bei.

Mancher der Teilnehmer erwartete bereits konkrete Vorschläge beziehungsweise fragte nach konkreten Plänen. So wies der Stadtbaumeister immer wieder darauf hin, dass diese Führungen dazu dienen sollen, den Blick der Bevölkerung für bestimmte Bereiche zu schärfen. Es gehe um Wegebeziehungen, Blickverbindungen und -beziehungen und um Wahrnehmbarkeit erklärte er zu Beginn. Und es gehe darum, raumbildende und architektonische Einheiten zu schaffen.

Die großen Bäume verdecken Sichtverbindungen und Bewegungsachsen in der Innenstadt.  Bilder: Sabine Naiemi
Die großen Bäume verdecken Sichtverbindungen und Bewegungsachsen in der Innenstadt. Bilder: Sabine Naiemi | Bild: Naiemi, Sabine

„Wie nehmen Sie den Salinenpark wahr?“, fragte Kurz etwa die Teilnehmer. „Eigentlich gar nicht“, lautete die Antwort. Genau auf solche Dinge, wolle er hinweisen, erklärte Kurz weiter. Da hat man inmitten der Stadt solch ein Kleinod, nur werde es nicht wahrgenommen geschweige denn genutzt. Hier könnee Spielplatz für Kinder eventuell eine gute Idee sei. Dann ging es weiter in die Huberstraße, dort wo in ein paar Jahren mal ein neues Hotel seinen Platz finden soll. „Fällt ihnen beim Blick Richtung Stadt etwas auf?“, fragte Kurz als nächstes und erklärte weiter. Die Stadt sei zwar wegen ihrer grünen Flächen und dem Wald drumherum heilklimatischer Luftkurort, werde aber andererseits durch die hohen Bäume überall „zu dunkel“. So würde niemand aufgrund der „fehlenden Blickbeziehung“ hinter den Bäumen das Rathaus und die Innenstadt vermuten, oder anders herum den nur 200 Meter entfernten Kurpark wahrnehmen. „Wir haben Perle, an Perle, an Perle“, so der Architekt – man sehe sie nur nicht. Wobei Stadtführerin Luise Schmidt hervorhob, dass sie über Bad Dürrheim dennoch nur Lob ob seiner Perlen hören würde. Interessant zu sehen war, wie auf den alten Stichen der Stadtführerin, die Sicht zwischen den einzelnen Gebäuden der Stadt noch frei war.

Der Eingang zum Kurpark am Knotenpunkt Huber-/Luisenstraße sei wie ein Nadelöhr, das Kurhaus kaum wahrnehmbar, lenkt Stadtbaumeister Holger Kurz (Mitte) den Blick der Teilnehmer auf örtliche Gegebenheiten.
Der Eingang zum Kurpark am Knotenpunkt Huber-/Luisenstraße sei wie ein Nadelöhr, das Kurhaus kaum wahrnehmbar, lenkt Stadtbaumeister Holger Kurz (Mitte) den Blick der Teilnehmer auf örtliche Gegebenheiten. | Bild: Naiemi, Sabine

Der Eingang zum Kurpark sei wie ein Nadelöhr und aus seiner Sicht werde die Verkehrsstruktur im Kreuzungsbereich Huber-/Luisenstraße später ein wichtiges Thema sein, denn auch diese Stelle sei ein Nadelöhr, erklärte Kurz. Seine Meinung sei, dass man sich wohl überlegen müssen wird, ob diese zwei Hauptachsen verlegt werden können. Zu den architektonische Zeitzeugen zählen etwa die Luisenpassage – die nun wirklich nicht den Charakter einer Passage erfülle, oder der Betonvorbau des Hotels Soleo. Durch deren Wegnahme oder Neugestaltung könne man diese Flächen aufwerten. Auf der Rückseite des Hotels fielen beispielsweise die dunklen Wege durch den bis ans Hotel reichenden Wald auf, ebenso die ungenutzte Grünfläche auf der Rückseite der Passage, am Rathaus vorbei in Richtung Hindenburgpark.

Es gebe zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine konkreten Pläne, sondern nur Ideen. Enttäuschend war, dass wieder einmal keine jüngeren Bürger teilnahmen. Man hoffe wirklich, dass sich das noch ändern wird, so Kurz. Jetzt gebe es die Chance dazu.

Weitere Begehungen

Die nächsten Termine für Stadtführungen zu den wichtigsten Bereichen im Stadtentwicklungsareal sind am Freitag, 25. Oktober, um 13 Uhr, dann am Samstag, 26. Oktober um 11 Uhr und am Mittwoch, 30. Oktober um 18 Uhr. Der Treffpunkt ist jeweils auf dem Rathausvorplatz. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.