Eigentlich sind die Baldinger inzwischen dazu übergegangen nicht mehr "Ober- oder Unterbaldingen" zu sagen, sondern sie sagen meistens "Baldingen". Denn die gemeinsamen Vorbereitungen für die große 1250-Jahr-Feier im Juli hat die beiden Ortsteile mehr denn je zusammengeschweißt. Mit der Fertigstellung der Festschrift ist ein Meilenstein gesetzt.

Zwei Jahre dauerte es von den ersten Planungen bis zur Aushändigung der 156 Seiten starken Publikation vor ein paar Tagen. Seit dem vergangenen Montag kann das beeindruckende Werk offiziell käuflich erworben werden. Sie kostet zehn Euro. Eine Ausgabe, die sich allemal lohnt. Die Festschrift ist auf Naturpapier gedruckt. Man habe sich absichtlich gegen Hochglanzpapier entschieden, erklärt Silvia Binninger, Grafikdesignerin und gebürtige Unterbaldingen, die für die grafische Gestaltung der Ortshistorie verantwortlich zeichnet.

Die Festschrift ist ein Werk vieler Hände. Es war eine große Arbeitsgruppe beteiligt, die außerdem für die Öffentlichkeitsarbeit, Medien und Sponsoring verantwortlich ist. Mitglieder der Gruppe sind neben Hanna Schwörer als Gruppenleiterin und Silvia Binninger noch Ingrid Hasenfratz, Roland Manger, Horst Schmid, Peter Kühnle und Gottfried Schacherer. 14 Arbeitssitzungen, unzählige Arbeitsstunden und teilweise harte Diskussionen zählte Hanna Schwörer auf. Sie habe erst gar nicht so recht gewusst, wo sie anfangen soll, erinnert sich Hanna Schwörer weiter. Auf der Grundlage der Festschrift zur 1200-Jahr-Feier aufbauend habe sie dann die bewegte Ortsgeschichte um die vergangenen 50 Jahre ergänzt.

So gibt nun das Endresultat faszinierende Erinnerungen wider. Den einleitenden Grußworten folgt der geschichtliche Abriss von den ersten Siedlungen aus der Keltenzeit bis zur Eingemeindung im Jahre 1972. Größere Projekte der Zeit von 1969 bis 2019 sind aufgeführt, öffentliche Einrichtungen dargestellt und die Infrastruktur der beiden Ortsteile hervorgehoben. Das kirchliche Leben findet seinen Niederschlag, die Vereine, das Dorfleben und die Gemeinschaft und die verschiedenen Gebäude. Ihrem Ende zu geht die reich – auch mit historischen Fotografien – bebilderte Chronik mit den Seiten über die Natur, Umwelt und Landschaft und den verschiedenen Persönlichkeiten Baldingens.

Baldingens Festschrift ist ein hervorragend gelungenes Werk. Hat man die Chronik erst einmal in der Hand, legt man sie nicht wieder weg, bis man sie zumindest vollständig durchgeblättert hat. Es gibt für jeden so viel darin zu entdecken, egal ob Jung oder Alt, egal ob Baldinger oder nicht.