Der Riderman ist eine Radsportveranstaltung für Jedermann und eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Wie kam der Riderman überhaupt zustande?

Der Riderman ist im wahrsten Sinne des Wortes eine „Bier-Idee“ gewesen. Kai und ich saßen nach einem Radrennen im Jahre 1998 bei einem Bier zusammen und meinten so untereinander, dass ein Radrennen in Schwenningen eine tolle Idee wäre. Also organisierten wir die Schwenninger Radnacht, die dann auch 1999 stattfand. Eric Zabel war damals unser prominentester Teilnehmer. Zeitgleich kam der damalige Kurdirektor und früherer Olympiasieger im Rudersport, Michael Steinbach auf uns zu. Er wolle solch eine Radsportveranstaltung in Bad Dürrheim haben und er bat uns, diese zu organisieren. Das stellte allerdings für uns aufgrund unserer Berufstätigkeit ein zeitliches Problem dar und außerdem steckt ja auch eine finanzielle Investition bei sowas dahinter. Deshalb sagten wir zuerst ab.

Und wie ging es dann weiter?

Naja. Michael Steinbach ließ nicht locker. Er wollte ab dem Jahr 2000 unbedingt ein Radrennen in Bad Dürrheim und hatte eine Hamburger Agentur mit der Organisation beauftragt. Er bat mich, eine geeignete Strecke herauszusuchen. Damals war ich noch aktiver Radsportler, also stellte das für mich kein Problem dar. Ich suchte einen Rundkurs von 60 Kilometern aus, der dann halt ein Mal, zwei oder drei Mal gefahren werden konnte. Schließlich erzählte ich Kai – der war damals 23 – davon. Der war damals gerade mit seinem BWL-Studium bei der Sparkasse fertig. Schließlich ließen wir uns breitschlagen und damit alles reell abläuft, gründete Kai 1999 die Sauser GbR. Inzwischen sind wir ein ausgewachsenes Familienunternehmen.

Wie seid ihr denn überhaupt zum Radsport gekommen?

Durch unseren Vater. Das war ein absoluter Radsport-Narr und fuhr total auf die belgischen Radprofis ab. So kamen Eddy und ich auch zu unseren Namen. Und schon im Alter von neun Jahren begann ich mit dem Radrennsport, natürlich immer als Amateur. Die einzige Ausnahme ist Kai. Meine Mutter wollte nicht schon wieder einen Sohn nach einem belgischen Radsportler genannt haben. Sie wünschte sich den Namen „Kai“ und komischerweise ist Kai auch der einzige, der nicht vom Sport so angefressen ist, wie der Rest der Familie. Dafür managt er die betriebswirtschaftliche Seite unserer Firma. Also ergänzt sich alles auf‘s Beste, als wäre es so gewollt gewesen.

Das Ganze ist ja rasant angewachsen und ihr macht nicht nur den Riderman?

Oh ja, das stimmt, die Liste ist inzwischen riesig. Und irgendwann war es auch soweit, dass wir drei Brüder unsere ursprünglichen Jobs aufgegeben haben, um unsere Firma auf- und auszubauen. Hier in der Gegend organisieren wir zum Beispiel den Stadtlauf der Volksbank in Villingen, die Musiknacht und die City-Jamboree in Donaueschingen, Ende September wird es eine Museumsnacht im Art-Plus geben und wir werden außerdem für große Firmenevents gebucht. Schon seit 2010 organisieren wir zum Beispiel die Tour de Swisse-Challenge, dann den Vaude Engadin Bike-Giro, die „hep Challenge Heilbronn„, den Bodensee-Megathlon, den Rothaus Bike Giro Hochschwarzwald. Ja – und natürlich den Riderman.

Hat man da nicht irgendwann mal den Radsport über?

Nein, nein überhaupt nicht. Ich brenne für den Radsport. Ich mache das jetzt 20 Jahre und finde das immer noch geil und so spannend wie als kleiner Junge. Leider fahre ich selbst nicht mehr so viel, wie ich gerne wollte, oder vielleicht auch sollte (lacht). Ich habe mit 32 Jahren den aktiven Radsport an den Nagel gehängt. Wichtig ist mir allerdings ein Mal pro Woche der feste Termin für‘s Radfahren mit Freunden.

Der Riderman findet dieses Jahr zum 20. Mal statt, wird das nicht langweilig?

Das versuchen wir zu verhindern, indem wir ständig am Konzept feilen und immer auf der Suche nach Ideen sind. Die Teilnehmerzahlen haben 2007/2008 mal geschwächelt. Aber das hat sich durch immer wieder neue und landschaftliche schöne Streckenführungen, die durch den halben Schwarzwald führen, wieder geändert. Nicht vergessen werden soll, dass der Riderman wirklich für jeden geeignet ist. Man darf den Riderman nicht auf diejenigen reduzieren, die ambitioniert auf Zeit fahren. Auch für den diesjährigen Riderman wird es wieder viel Neues geben. Unser Ziel ist, mehr Menschen auf‘s Rad zu bringen und den Bürgern ein schönes Rahmenprogramm zu bieten.

Fragen: Sabine Naiemi