„Es ist viel zu tun, auf der anderen Seite schauen wir, dass wir uns selbst schützen so gut wie es geht“, erklärt die Apothekerin Andrea Kanold aus Bad Dürrheim. Sie hat so schnell es möglich war, Plexiglasscheiben (Spuckschutz) bei einem örtlichen Handwerksbetrieb zum Schutz der Mitarbeiter ihrer beiden Apotheken angeschafft. Jetzt fühlen sich die Angestellten sicherer und die Kunden würden die Vorsichtsmaßnahmen sehr gut tolerieren.

Und in der Apotheke wird übrigens fleißig Desinfektionsmittel produziert. „Das wird natürlich gerade extrem nachgefragt“, so Kanold. Sie produziere in ihrer Apotheke schon lange Desinfektionsmittel selber, erklärt die Apothekerin weiter und sobald es kein Desinfektionsmittel mehr gab, habe sie die Produktion gestartet. Sie sei damit im Pool der Landesapothekerkammer registriert und über diesen Pool werden Arztpraxen, Kliniken und Heime als Empfänger zugeteilt. Sie liefere nicht nur innerhalb Bad Dürrheims, sondern auch nach Trossingen und im Umland.

Das Problem dieses Mal sei allerdings gewesen, den richtigen Alkohol einkaufen zu können und zwar zu einem annehmbaren Preis. Da galt es, wegen des Zolls zwischendurch ein paar bürokratische Hürden zu überwinden. Das zweite und jetzige Problem bestehe darin, dass sie zwar Desinfektionsmittel produzieren könne, jedoch aufgrund der großen Nachfrage nicht genug Flaschen zur Verfügung stünden, um dieses abzufüllen.

Die aktuelle Situation

Diese habe sich seit Anfang dieser Woche beruhigt, so die Apothekerin. Vor zwei Wochen standen die Leute noch bis vor die Türe, jetzt nach der Ausgangsbeschränkung und nachdem in Bad Dürrheim so viele ältere Menschen leben, sei es ruhiger geworden. Die Kunden würden die Abstandsregelungen einhalten und seien insgesamt sehr verständig.

Exponentiell sei der ebenfalls seit langem etablierte Bringdienst angewachsen. Beliefert werden die Kunden in einem Umkreis von rund 20 Kilometern.

Insgesamt seien die Menschen positiv eingestellt, sehr verständig und entspannter als noch vor zwei Wochen, findet Andrea Kanold. Die meisten Fragen würden sich immer noch um die Desinfektion drehen und um Hygiene und Sauberkeit in dieser speziellen Situation.

Das rät die Apothekerin

„Am Allerwichtigsten ist Seife! Wenn man nach Hause kommt, erstmal die Hände waschen. Das geht mit jeder handelsüblichen Seife.“ Das Händewaschen sei wichtiger als eine ständige Rundumdesinfektion aller Gebrauchsgegenstände oder gar des Autos mit scharfen Desinfektionsmitteln.