Die 1250-Jahr-Feier von Baldingen ist seit nunmehr zwei Jahren in Planung. Der SÜDKURIER hat bereits verschiedene Arbeitsgruppen in einer losen Reihenfolge vorgestellt. Auf Hochtouren für das in einer Woche stattfindende Ortsjubiläum arbeitet gerade eine bestimmte Arbeitsgruppe – nämlich diejenigen, die sich in Bezug auf Strom-, Wasser- und Abwasserversorgung um die Infrastruktur für das Festgelände kümmern.

Ortsvorsteher Karlheinz Ullrich ist hier zusammen mit Hans Lohrer derjenige, der im wahrsten Sinne des Wortes „die Strippen“ zieht. Und davon sind es ganz schön viele. 2,4 Kilometer Stromleitungen müssen verlegt werden, 450 Meter Frischwasserleitungen und nochmals rund 200 Meter Abwasserrohre. „Es ist wahrlich ein Mammutprojekt, das wir hier vor uns haben“, berichtet der selbständige Elektromeister, der geradezu unter Strom steht.

Seit Montag sind Mitarbeiter des Bauhofs und des Wasserwerkes dabei, Gräben auszuheben und alles für die benötigte Infrastruktur vorzubereiten. Karlheinz Ullrich ist ständig auf dem Festplatz anzutreffen. Bilder: Wolf-Wilhelm Adam
Seit Montag sind Mitarbeiter des Bauhofs und des Wasserwerkes dabei, Gräben auszuheben und alles für die benötigte Infrastruktur vorzubereiten. Karlheinz Ullrich ist ständig auf dem Festplatz anzutreffen. | Bild: Wolf-Wilhelm Adam

Zwei Bagger und zwei Schaufellader vom Bauhof und vom Wasserwerk sind diese Woche mitsamt den dazu gehörenden Mitarbeitern im Einsatz, um die 400 Meter langen und etwa 50 Zentimeter tiefen Gräben zu ziehen. Dort hinein werden dann in Sand eingebettet Rohre und Leitungen gelegt. „Da wir einen Teil der Rohre und Stromleitungen ausgeliehen haben, müssen wir gut darauf aufpassen. Beschädigungen sind hier unbedingt zu vermeiden, um nicht noch mehr Kosten entstehen zu lassen“, so Ullrich.

Karlheinz Ullrich an einer der Laternen, die das Festgelände bei Nacht ausleuchten werden.
Karlheinz Ullrich an einer der Laternen, die das Festgelände bei Nacht ausleuchten werden. | Bild: Wolf-Wilhelm Adam

Gigantischer Aufwand

Das rund 3000 Quadratmeter große Festgelände wird mit 16 Laternen ausgeleuchtet, die samt Fundament aktuell gesetzt werden. Der Strom dafür kommt über die Oberleitungen des regionalen Energieversorgers. Dabei ist das noch das einfache Unterfangen in Sachen Strom. Denn allein die Vereine benötigen während des Festwochenendes eine elektrische Leistung von 190 Kilowatt. Die könnten nicht einfach aus dem Netz gezogen werden, erklärt Fachmann Ullrich, weshalb Notstromaggregate zum Einsatz kämen. Das größere der beiden bringt rund 2,5 Tonnen auf die Waage und wird am kommenden Dienstag angeliefert. „Wir mussten den ursprünglich vorgesehenen Platz für das Aggregat verlegen, weil An- und Abtransport bei diesem Gewicht sonst kritisch geworden wären“, berichtet Karlheinz Ullrich.

Zum Eigengewicht des Aggregats kommen nochmals rund 2,5 Tonnen Gewicht durch das benötigte Heizöl dazu. Schätzungsweise 4000 Liter Heizöl werden die beiden Aggregate wohl von Freitag bis Sonntag verbrauchen, weshalb bereits am Samstag im Laufe des Tages der Tanklaster zum Nachbetanken angefordert ist.

21 Elektroverteiler bringen den Strom an die Stellen, wo er gebraucht wird. Auch hier kommt das benötigte Material teilweise vom Bauhof, teils wurde es gekauft und teils ist es geliehen. Jeweils zwei Vereine teilen sich einen Abwasseranschluss. Dieses Abwasser wird dann in vorhandene Abwasserschächte geleitet. Die Frischwasserversorgung wird über den Hydranten gewährleistet, der beim Service-Center Ostbaar steht. „Das ist alles ein riesiger Aufwand, weil wir wirklich auf der grünen Wiese das Fest hochziehen“, betont Ullrich. Der jetzt bestehende Melap-Weg, der Ober- von Unterbaldingen abgrenzt und durch den das Fest quasi auf beiden Gemarkungen stattfindet, war übrigens schon vor 50 Jahren der Ort, an dem das 1200-jährige Jubiläum gefeiert wurde, bloß nicht so groß, wie das jetzige Fest.

Die komplette Woche werden die Arbeiten bezüglich der Infrastruktur noch in Anspruch nehmen. Am Wochenende bauen die ersten Vereine ihre Stände auf und das 30 auf zehn Meter große Zelt wird aufgestellt. Damit wird Anfang kommender Woche schon viel zu sehen sein von dem Ort des Geschehens.

Jeder Verein bekommt seine Parzelle und seinen eigenen Stromverteiler. Aktuell markieren kleine Schilder, wer wo auf dem 3000 Quadratmeter großen Gelände platziert ist.
Jeder Verein bekommt seine Parzelle und seinen eigenen Stromverteiler. Aktuell markieren kleine Schilder, wer wo auf dem 3000 Quadratmeter großen Gelände platziert ist. | Bild: Wolf-Wilhelm Adam

Alles zurück auf Null

Und außerdem, so hat es der Ortsvorsteher den Landwirten, die ihr Land als Festgelände zur Verfügung gestellt haben, versprochen: Alles wird nach den Feierlichkeiten wieder in den Ursprungszustand zurückversetzt. Das heißt: sämtliche Kabel und Leitungen kommen nach dem Fest wieder aus dem Boden raus. Entsprechende Ausgleichszahlungen an die Landwirte und ihre Pächter, werden ebenfalls von der Stadt übernommen. „Wir sind froh, dass die Zusammenarbeit mit den Eigentümern so harmonisch abläuft. Von deren Seiten wurden uns nie Steine in den Weg gelegt“, so Ullrich.