Die Vorsorge- und Rehabilitationskliniken werden von Sorgen geplagt. Das Klinikforum Bad Dürrheim fordert deshalb einen Schutzschirm.

Die Stadt Bad Dürrheim hat acht Rehabilitationskliniken, deren Lage prekär ist. Noch gibt es keine Hilfe, die Infrastruktur droht zusammenzubrechen.
Die Stadt Bad Dürrheim hat acht Rehabilitationskliniken, deren Lage prekär ist. Noch gibt es keine Hilfe, die Infrastruktur droht zusammenzubrechen. | Bild: Hans-Jürgen Götz

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland ist das Gesundheitssystem extrem gefordert, um sich auf die Behandlung der COVID-19-Infizierten vorzubereiten. Diese Entscheidung werde von den Kliniken des Klinikforums Bad Dürrheim begrüßt, erklärt Joachim Limberger, Sprecher des Klinikforums. Doch gleichzeitig verlieren durch die bestehende Situation die Kliniken ihre Erlöse.

Anders als alle anderen Gesundheitssysteme weltweit, verfügt Deutschland mit den Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen über eine medizinische Infrastruktur, die zu diesem Zweck ertüchtigt werden kann. Insgesamt verfügt Deutschland laut dem Bundesverband Deutscher Privatkliniken über 167.000 Betten in rund 1000 Einrichtungen mit rund 120.000 Mitarbeitern.

Dennoch plagen die Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen große Sorgen, die von der Politik umgehend angegangen werden müssen. Das Klinikforum Bad Dürrheim fordert deshalb: Es müsse zügig geklärt werden, welche Vergütung für die Behandlung von COVID-19-Erkrankten in den stationären Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen gewährt wird und wie gegebenenfalls notwendige Investitionen ausgeglichen werden.

Zum anderen müsse für die dramatischen finanziellen Verluste, die durch den – notwendigen und richtigen – Wegfall der Elektiv-Eingriffe und die dadurch ausbleibenden Anschlussrehabilitationen den Rehaeinrichtungen entstehen, dringend ein Schutzschirm über diese Kliniken gezogen werden.

Durch die ausbleibenden Anschlussrehabilitationen und die nicht angetretenen oder abgebrochenen Heilverfahren befinden sich die Auslastungen im Sinkflug. Um die Arbeitsfähigkeit der Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen und die damit mögliche Unterstützung für die Krankenhäuser garantieren zu können, müsse dieser Schutzschirm umgehend aufgespannt werden. Nur so könnten jetzt Entscheidungen getroffen werden, die sich eben gerade nicht an wirtschaftlichen Erwägungen, sondern an einer jetzt dringend benötigten optimalen Gesundheitsversorgung orientieren.

Ferner sei zu erwarten, dass die schwer am Coronavirus Erkrankten im Anschluss an ihren Krankenhausaufenthalt zur Wiedereingliederung und Teilhabe am Leben einen Rehabilitationsaufenthalt benötigen werden.

Klinikeigentümer und Klinikgeschäftsführer Joachim Limberger weist auf die prekäre Situation der Kliniken in Bad Dürrheim hin.
Klinikeigentümer und Klinikgeschäftsführer Joachim Limberger weist auf die prekäre Situation der Kliniken in Bad Dürrheim hin. | Bild: Tobias Raphael Ackermann

Das Klinikforum schreibt: „Wer jetzt riskiert, dass die Rehabilitationsinfrastruktur zerbricht, gefährdet die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger in der Zukunft.“

Und: „Wir fordern die verantwortlichen Politiker auf Landes- und Bundesebene eindringlich auf, die notwendigen Schritte für einen Schutzschirm über die Vorsorge- und Rehabilitationsinfrastruktur umgehend in die Wege zu leiten. Aufgrund der prekären Situation ist für die Problemlösung ein Zeithorizont von Tagen, nicht von Wochen vorzusehen.“

Wie es weitergeht für die Rehakliniken ist ungewiss. Im Nachgang zu seinem Schreiben reicht Joachim Limberger am vergangenen Sonntag eine Pressemitteilung des Bundesverbandes Deutscher Privatkliniken nach, wonach nach wie vor nicht gesichert sei, wie die Rehakliniken in Deutschland in den nächsten Wochen ihre rund 120.000 Mitarbeiter bezahlen können. Die Vorsorge- und Rehakliniken seien im veröffentlichten Referentenentwurf des COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetzes nahezu vergessen worden. Auch der überarbeitete Entwurf sehe keine Lösung vor.