Der Jugendraum in Oberbaldingen war Thema bei der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates. Auf Anregung von Stadtjugendpfleger Christoph Lauer wolle man eine erneute Öffnung in Betracht ziehen, allerdings seien dafür einige Aspekte zu beachten. Insbesondere wird analog des Jugendraums in Unterbaldingen ein Jugendraum-Beauftragter gesucht, der Verantwortung für die Räumlichkeiten übernimmt.

Ortsvorsteher Karlheinz Ullrich berichtete den Räten zunächst davon, wie es eigentlich zu der Schließung kam. „Der Jugendraum ist mittlerweile seit rund einem Jahr geschlossen. Gründe waren hauptsächlich, dass wir das unterschiedliche Klientel, das dort ein und aus ging, nicht in den Griff bekamen. Alkohol spielte vermehrt eine Rolle und die Anwohner beschwerten sich über den Krach, der teils recht unkontrolliert dort vorherrschte.“

Lauer sehe, so der Ortsvorsteher in Vertretung des erkrankten Stadtjugendpflegers, hier die Möglichkeit, ähnlich wie in Unterbaldingen eine funktionierende Lösung zu ermöglichen. Allerdings stünden hierfür zuvor zahlreiche Neuerungen an. Konkret solle in erster Linie die Theke entfernt werden, um den Kneipencharakter aus den Räumen zu bekommen. Wände müssten gestrichen, die Decke neu versiegelt und die Türen inklusive der Zargen ausgetauscht werden. „Wir hatten vor knapp 15 Jahren bei der Eröffnung des Jugendraums recht günstige Türen verwendet. Die sind jetzt einfach durch“, so der Ortsvorsteher.

Die Maßnahme solle möglichst im Jahr 2020 umgesetzt werden. Allerdings solle das Geld solange ruhen, bis sich ein ehrenamtlicher Jugendraum-Beauftragter gefunden habe. Dieser habe Rechte und Befugnisse und sei dafür verantwortlich, dass der Betrieb des Jugendraums geordnet verläuft. „Im Ernstfall kann er sich auch immer beim Ortsvorsteher oder Stadtjugendpfleger melden und um Unterstützung bitten“, so Ullrich weiter.

Die Ortschaftsräte bemängelten in dem Zusammenhang, dass sich kein einziger Jugendlicher zu der öffentlichen Sitzung eingefunden habe und fragten, ob der Raum überhaupt benötigt werde. Ortsvorsteher Ullrich berichtete von vier Anfragen im zurückliegenden Jahr, die den Jugendraum betrafen. Als betroffener Anlieger meldete sich Elmar Faller zu Wort und betonte, dass die Erfahrung des letzten Jahrzehnts gezeigt habe, dass man diesen Jugendraum nur schwer in den Griff bekomme.

Man will nun zunächst unter den Jugendlichen ein Stimmungsbild einholen. Auch soll nach einem Jugendraum-Beauftragten gesucht werden. Wenn sich niemand bereit erkläre, brauche man alles weitere gar nicht in Betracht ziehen. Ullrich: „Es wäre ein gutes Signal, wenn bei der nächsten Sitzung am 13. November die Jugend Interesse an dem Vorhaben zeigen würde.“