Hat die Diskussion um ein Minara-Nachfolgebad in den Ortsteilen Bad Dürrheims den gleichen Stellenwert wie in der Kernstadt? Das sagen die sechs Ortsvorsteher zur aktuellen Debatte:

  • Hochemmingen: Für den Schulsport und zum Schwimmenlernen hat das Schwimmbad eine Bedeutung, sagt Helmut Bertsche. "Ich glaube aber nicht, dass viele Kinder aus Hochemmingen ins Minara gehen, wenn sie einmal schwimmen können." Seinem Eindruck nach, ziehe es sie dann eher in die Freizeitbäder, etwa nach Tuttlingen oder Titisee Neustadt. "Wir müssen uns die Frage stellen, wie viel wir pro Besucher dazu zahlen wollen", so Bertsche. Denn die Kosten blieben letztlich an der Stadt hängen.
  • Oberbaldingen: Die Diskussion um das Minara wird von vielen im Ort mit Besorgnis verfolgt, beobachtet Karlheinz Ullrich. "Viele Bürger haben Angst, dass die Sanierung der Jahnturnhalle zugunsten des Minara kippt." Die Mehrzweckhalle soll ab kommendem Jahr für rund 2,3 Millionen Euro saniert werden. "Ich bin überzeugt, dass sie 2019 steht. Viele glauben aber nicht mehr dran", so Ullrich.
  • Öfingen: Eine Kostenexplosion in diesem Ausmaß ist nicht vorhersehbar gewesen, sagt Astrid Schweizer-Engesser. "Man ist jetzt in Zwängen drin", beschreibt sie die kritische Situation. "Und man muss bereuen, dass man den Bau nicht schon vor fünf oder sechs Jahren realisiert hat."
  • Unterbaldingen: Das Bad hat eine sehr große Bedeutung für den Schulsport, sagt Jürgen Schwarz.
    Der Ortsteil brauche das Bad, damit die Kinder Schwimmen lernen, erst recht, nachdem im Weiher nicht mehr geschwommen werden dürfe. "Das Budgetmaximum darf aber nicht überschritten werden." In der Gesamtstadt gebe es einen "gigantischen Sanierungsstau" im Wegebau bei Gemeindeverbindungsstraßen und Feldwegen. Dieser dürfe nicht vergessen werden. "Eigentlich müssten wir die nächste Rezession abwarten", so Schwarz. Dann werden auch die Baupreise wieder günstiger. Ginge es nach ihm, würde alles daran gesetzt werden, das Minara über die Zeit zu retten, bis die wirtschaftliche Situation passender ist und es möglicherweise doch Zuschüsse für den Bau gibt.
  • Sunthausen: Auch für Albert Scherer ist klar: "Für den Schulsport ist das Minara wichtig." Schwieriger werde es hingegen beim Blick auf die Kosten, die für ein neues Bad derzeit zu erwarten sind. "Wir haben auch andere Pflichtaufgaben", sagt er und erinnert etwa an die Halle in Oberbaldingen und an Straßensanierungen. "Die Ausgaben für ein Bad müssen noch verhältnismäßig bleiben."
  • Biesingen: Für Kinder und Eltern hat das Minara einen hohen Freizeitwert, ist Stephan Klemens überzeugt. "Die Kinder lernen dort schwimmen, sie müssten sonst nach Villingen-Schwenningen." Außerdem seien einige Biesinger im SSC aktiv, für sie wäre der Verlust des Minara dramatisch. "Ich denke also, das Minara ist sehr wichtig für die Ortsteile und die Umgebung." Das Solemar hingegen, habe für die Bevölkerung selbst einen weniger hohen Wert. "Für die regelmäßige Freizeitgestaltung ist es zu teuer und für Kinder nicht geeignet." Um weiterhin ein Schwimmbad zu ermöglichen sei eine interkommunale Zusammenarbeit mit weiteren Standorten daher eine Überlegung, regt Klemens an.

 

Kostenexplosion bei Planung des Minara-Nachfolgebades

8,9 Millionen Euro sollte ein Nachfolgebad für das marode Minara kosten, das hat der Gemeinderat im vergangenen Herbst beschlossen. Ersten Kostenschätzungen zufolge ist eine Wunschausstattung derzeit wohl nicht für weniger als 12,4 Millionen Euro zu haben, hinzu kommt ein jährlich ungedeckter Aufwand von 970 219 Euro. Die günstigste Variante liegt bei 9,03 Millionen Euro. Erweiterte Öffnungszeiten und zusätzliche Kurse könnten damit aber nicht angeboten werden. Und: Kostenschwankungen um bis zu 20 Prozent sind möglich.

Der Zeitpunkt für ein neues Schwimmbad ist nicht ideal: Momentan gilt der Markt für große Neubauprojekte als kritisch. Einer enormen landesweiten Nachfrage stehen nur wenige Fachfirmen gegenüber – üblicherweise wirkt sich dies kostentreibend aus. Neben den errechneten Bädern stehen auch ein kleines Schulschwimmbad und ein Freibad zur Debatte. Freibäder in der erdachten Größenordnung sind derzeit laut Bürgermeister Walter Klumpp mit Baukosten zwischen 5,8 Millionen Euro und 7 Millionen Euro zu haben.

In die Grundsatzentscheidung um die Zukunft eines Bades soll die Bevölkerung einbezogen werden, beim Informationsabend am kommenden Freitag, 13. Oktober, 19 Uhr, im Haus des Bürgers, Salinenstraße 14.

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