Demenz ist ein Thema, das mittlerweile deutschlandweit 1,7 Millionen Menschen betrifft. Und jährlich kommen über 300 000 Neuerkrankungen dazu. Für das den Generationentreff Lebenswert ist dieser Zustand Grund genug, sich intensiver damit auseinander zu setzen. „Unser Leitsatz ist, den demographischen Wandel in unserer Stadt zu gestalten und zu begleiten. Und die Demenz gehört hier ganz oben auf die Tagesordnung“, betont Angelika Strittmatter. Ihr Ziel und das ihrer Mitstreiter ist daher folgendes: Es soll ein „Forum Demenz„ ins Leben gerufen werden, das alle Angebote bündelt und das Thema gesellschaftsfähiger macht.

„Wir haben hier in Bad Dürrheim viele Angebote von unterschiedlichen Gruppierungen. Das Problem ist jedoch, dass man nicht koordiniert an die Sache herangeht, sondern jeder sein eigenes Programm veranstaltet. Das wollen wir angehen“, erklärt Wolfgang Götz.

Der Generationentreff Lebenswert plant daher eine Art runden Tisch. Alle Gruppierungen, die zu dem Thema Demenz etwas beizutragen haben, sollen sich in einer Auftaktveranstaltung zusammensetzen, die verschiedenen Angebote zusammentragen und einen gemeinschaftlichen Fahrplan für die weitere Vorgehensweise aufstellen. „Wir haben noch keinen genauen Zeitplan“, sagt Angelika Strittmatter. „Aber wir wollen spätestens Anfang des kommenden Jahres eine erste Zusammenkunft organisieren.“

Angesprochen werden sollen dabei beispielsweise die verschiedenen Seniorenheime, die Sozialstation, der Nachbarschaftshilfeverein, die Malteser und viele mehr. Vorbild für diese gemeinschaftliche Aktion soll das Veranstaltungsprogramm aus dem Jahr 2011 sein. Damals fanden innerhalb von drei Monaten rund zwei Dutzend Veranstaltungen statt, die vom Landratsamt, der Stadt und dem Generationentreff koordiniert wurden. Der Überbegriff lautete „Demenzfreundliche Kommune Bad Dürrheim„. Genau darauf zielt nun auch das aktuelle Vorhaben ab: „Bad Dürrheim ist die einzige Kommune im Schwarzwald-Baar-Kreis, die noch wächst. Natürlich kommen auch besonders viele ältere Bürger in unsere Stadt und diese sind von der Demenz häufiger betroffen“, so Strittmatter. Bürgermeister Jonathan Berggötz habe diese Pläne als sehr wünschenswert eingestuft und will als Schirmherr auch die Stadt mit in die Verantwortung nehmen.

Der am Mittwoch, 16. Oktober vorgesehene Vortrag „Was machen Opas Schuhe im Kühlschrank“ von Eckhard Britsch soll so etwas wie eine Auftaktveranstaltung sein. „Ab diesem Zeitpunkt wollen wir die verschiedenen Akteure konkret auf unser Vorhaben ansprechen und einen gemeinsamen Termin koordinieren“, kündigt Wolfgang Götz an. Gleichzeitig beginne im November auch ein Gesprächskreis für Angehörige von demenziell veränderten Menschen, der von Silvia Kern angeboten wird. An jedem zweiten Dienstag im Monat besteht dann ab 17.30 Uhr die Möglichkeit des Austausches unter Gleichgesinnten. „Da 65 Prozent aller Demenzkranken zuhause gepflegt werden, diese Aufgabe aber in der Öffentlichkeit kaum Wertschätzung erfährt, wollen wir hier einen Ort des Verständnisses und des Austausches bieten“, erklärt Silvia Kern.

Man hofft sehr, dass sich viele zu diesem wichtigen demographischen Thema einbringen.