Die Realschule am Salinensee in Bad Dürrheim prämiert seit 2011 jedes Jahr drei Kunstprojekte der jeweils neunten Klassen, die dann die Betonwand an der stillen Musel verschönern. Dieses Jahr gab es für die Jury eine besondere Herausforderung, denn es lagen gleich 16 Entwürfe vor. Da an der Stillen Musel kein Platz mehr ist, wird eine Wand der Sporthalle der Realschule mit dem Kunstwerk verziert. Dieses wird neun auf 1,25 Meter groß sein.

  • Die Jury: Die Jury setzt sich aus der Schulleitung mit Stephanie Martin und Ruth Schütz-Zacher zusammen, die Kunstlehrer Manuela Weber und Jens Scharbert stellen zusammen mit Elfi Bäuerle vom Kunstverein die fachkundigen Vertreter. Mit dabei ist auch immer der Bürgermeister der Stadt. Für Jonathan Berggötz war es das erste Mal.
Die Jury setzt sich aus Elfi Bäuerle, Jens Scharbert, Jonathan Berggötz, Manuela Weber, Stephanie Martin und Ruth Schütz-Zacher zusammen. Bild: Wolf-Wilhelm Adam
Die Jury setzt sich aus Elfi Bäuerle, Jens Scharbert, Jonathan Berggötz, Manuela Weber, Stephanie Martin und Ruth Schütz-Zacher zusammen. Bild: Wolf-Wilhelm Adam
  • Die Aufgabe: Das Schulleben und die Realschule sollten repräsentiert werden. Viel mehr Vorgaben gab es nicht. „Wir haben das Thema extra offen und frei gestellt, damit die Schüler ihrer Phantasie und ihrem Gestaltungsraum freien Lauf lassen konnten“, berichtet Jens Scharbert.
  • Die Auswahl: Bei 90 Schülern der drei neunten Klassen taten sich immer zwei bis drei Schüler zu einem Team zusammen. Um nicht aus insgesamt 40 Kunstwerken eines auswählen zu müssen, nahmen die Kunstlehrer eine Vorausauswahl vor und legten nur die besten 16 Kunstwerke aus. „Alle sind handwerklich gut gemacht und haben die entsprechende Qualität, sodass sie in die engere Auswahl kamen“, erklärt Kunstlehrerin Manuela Weber.
  • Die Präsentation: Die Präsentation des Entwurfs war der Jury enorm wichtig. Nur so konnten die Gedanken der jeweiligen Künstler in die Bewertung einfließen. Jede Gruppe erläuterte also die jeweilige Intention hinter den Gemälden und alle Arbeiten hatten ihren Charme. Manche griffen den Salinensee auf, andere die Sehenswürdigkeiten aus der Stadt, wieder andere Utensilien aus dem Schulalltag. Alle setzten auf ihre Art die vier Buchstaben „RSAS“ für Realschule am Salinensee um und bauten drumherum ihre Geschichte auf. Alle Werke waren dreigeteilt.
  • Die Entscheidung: Die Jury hatte und machte es nicht einfach. Nach einem Ausschlussverfahren wurden zunächst die Entwürfe herausgenommen, die wegen der Größe schwer umsetzbar, zu einfach oder zu detailliert erschienen. „Es soll zeitlos sein, gleichzeitig aber auch modern und alltagstauglich, denn in den kommenden Jahren wird das Bild zum ständigen Begleiter der Schüler und Lehrer. Zudem laufen viele Spaziergänger daran vorbei“, erklärte Rektorin Martin dazu.
Bildunterschrift
Bildunterschrift
  • Die Siegerin: Schließlich fiel die Wahl der Jury auf den Entwurf der Schülerin Nigin Rahmani von der Klasse 9a. Ihr Bild zeigt den Weg eines Schülers, nicht in gerader Linie verlaufend, sondern sich schlängelnd mit Höhen und Tiefen. Zwei Tauben symbolisieren den Frieden, der an der Schule zwischen den verschiedenen Nationen vorherrscht. „Das ist für mich ein spezielles Thema, das in meinen Augen nicht selbstverständlich ist“, erzählt die gebürtige Afghanin. „Ich hätte nicht gedacht, dass sie meine Geschichte in dem Bild so hoch bewerten“, zeigte sich Nigin begeistert.
  • So geht es weiter: In den nächsten Tagen wird Nigin Rahmani wegen der Größe ihr Kunstwerk gemeinsam mit mehreren Mitstreitern mit Acrylfarben auf Dibond-Platten aufbringen. Die Kosten in Höhe von 2000 Euro übernimmt die Sparkasse. Die wetterfeste Beschichtung erfolgt, seit Jahren kostenlos, durch die Firma Stegmann.