Zwanzig Mitarbeiter der Volksbank Schwarzwald-Baar-Hegau betätigten sich an zwei Samstagen im September und Oktober begeistert in Sachen Moorschutz. Im Moorgebiet „Bad Dürrheimer See“, südlich von Bad Dürrheim, auf der anderen Seite der Kreisstraße Richtung Ostbaar gelegen, wurden drei Wassersperren eingebaut, um dem durch Entwässerungsgräben recht ausgetrockneten und damit vorgeschädigten Moor wieder zu seinem ursprünglichen Zustand zu verhelfen. Der Grund hierfür ist ganz einfach: Moore sind unter anderem natürliche CO2-Speicher, die effektiver Kohlenstoff speichern als Wälder.

Das Moorgebiet südlich von Bad Dürrheim soll wieder zu seiner ursprünglichen Form zurückfinden. Hierfür werden drei Wassersperren angelegt, die die Wiedervernässung einleiten.
Das Moorgebiet südlich von Bad Dürrheim soll wieder zu seiner ursprünglichen Form zurückfinden. Hierfür werden drei Wassersperren angelegt, die die Wiedervernässung einleiten. | Bild: Naiemi, Sabine

Die wissenschaftliche Leitung des Moor-Projektes hat die Hochschule Nürtingen inne, welche auch die wissenschaftlichen Voruntersuchungen leistete. Insgesamt kostete diese Aktion etwa 8000 Euro. Sie wurde von der Volksbank finanziert, die sich aktiv vor Ort für den Naturschutz engagieren wolle, anstatt einfach nur irgendwo Öko-Zertifikate zu kaufen, wie es der Vorstandsvorsitzende Joachim Straub und Thomas Bader, der Generalbevollmächtigte der Bank, erklärten. So habe man es etwa geschafft, die CO2-Emissionen der Bank von 3000 Tonnen auf 1100 Tonnen zu reduzieren. Die Moor-Aktion in Bad Dürrheim sei die erste, weitere sollen folgen. Von insgesamt sieben Mooren war dabei die Rede.

Das Schilfröhricht bei Bad Dürrheim

Der Norden des Gebietes ist von einer Schilflandschaft geprägt. Dieses wertvolle Biotop für seltene Schlamm und Sumpf benötigende Vogelarten wird derzeit mit Wasserbüffeln beweidet. Im Zentrum und Westen befindet sich ein lichter und feuchter bis nasser Waldbestand. „Es handelt sich um Relikte eines Fichten-Grauerlen-Moorbirken-Waldes. Ein zentrales Ziel des Moorschutzes ist deshalb, diese vorgeschädigten Moore zu renaturieren, damit sie ihre natürlichen Funktionen wieder, zumindest teilweise, wahrnehmen können. Um effektiven Klimaschutz in teilentwässerten Mooren zu erreichen, ist eine Anhebung der Wasserstände notwendig. Dies wird in der Regel mit dem Bau von Sperren erreicht, die die Entwässerungsgräben verschließen“, so Markus Röhl von der Hochschule Nürtingen.

Mitarbeiter der Volksbank Schwarzwald-Baar-Hegau legen unter Anleitung von Fachleuten der Hochschule Nürtingen in ihrer Freizeit Wassersperren an, um für die Renaturierung des Moores zu sorgen.  Bilder: Sabine Naiemi
Mitarbeiter der Volksbank Schwarzwald-Baar-Hegau legen unter Anleitung von Fachleuten der Hochschule Nürtingen in ihrer Freizeit Wassersperren an, um für die Renaturierung des Moores zu sorgen. | Bild: Naiemi, Sabine

Drei Sperren sind eingebaut

Dem Bau der Sperren ging ein Workshop mit einer allgemeinen Einführung voran. Dann wurden Baumaterial und Werkzeug einen halben Kilometer weit durch unwegsames Gelände an den Bauort tragen. Teilweise mit Muskelkraft, teilweise mit einem Elektrohammer wurden Spundbretter in den Boden getrieben und auf der Rückseite mit Torf abgedichtet. Die Arbeiten schritten gut voran. Schnell zeigten sich erste Effekte und das Wasser fing an, sich zu stauen. Doch es werde noch etliche Jahre dauern, bis das Moor sichtbar zu seiner ursprünglichen Form zurückfinde, verdeutlichte der Experte. 

Mit einem Elektrohammer werden die Spundbretter tief im Erdreich versenkt.
Mit einem Elektrohammer werden die Spundbretter tief im Erdreich versenkt. | Bild: Naiemi, Sabine