Bis in die Landeshauptstadt strahlt das Pilotprojekt „museum4punkt0“ aus, an dem das Fastnachtsmuseum Narrenschopf in Bad Dürrheim neben sechs weiteren Museen deutschlandweit beteiligt ist. So kam kürzlich eine Abordnung des Landesmuseums Württemberg zum konstruktiven Erfahrungsaustausch nach Bad Dürrheim. „Was hat geklappt und was nicht?“,lautete die Leitfrage, die das Team um die wissenschaftliche Direktorin Cornelia Ewigleben mitbrachte.

Das Pilotprojekt „museum4punkt0 – Digitale Strategien für das Museum der Zukunft“, das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert wird, eröffnete dem Narrenschopf die einmalige Möglichkeit, fastnachtliche Bräuche über die digitale Vermittlung in Form von Virtual-Reality-Brillen und 360-Grad-Präsentation in einer Projektionskuppel ganzjährig erlebbar zu machen.

„Warum braucht es die digitale Vermittlung, wenn der Brauch doch so lebendig ist?“, lautete eine kritische Frage von Sabine Zinn-Thomas, Leiterin der Landesstelle für Volkskunde. Roland Wehrle, Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte und Projektleiter, hatte sich mit dieser Frage erklärte: „Weil der Brauch regional und zeitlich begrenzt ist, er ist nicht ständig und für jedermann verfügbar. Und vielleicht bekommen die Leute, die das hier bei uns im Museum erleben, Lust, sich das an der nächsten Fastnacht anzuschauen. Außerdem möchten wir mit dem Vorurteil aufräumen, dass Fastnacht nur eine Party mit alkoholisierten Jugendlichen ist. Fastnacht ist eigentlich etwas anderes.“ Das sei auch dadurch deutlich geworden, dass die schwäbisch-alemannische Fastnacht vor fünf Jahren als immateriellen Kulturerbe aufgenommen wurde.

Das Team aus Stuttgart zeigte sich über die Entwicklung im Narrenschopf beeindruckt, besonders interessant war der Austausch zu den VR-Brillen, da das Landesmuseum Württemberg mit der gleichen Technologie arbeitet und einen inszenierten 360-Grad-Film in seiner Ausstellung anbietet. Man vereinbarte, weiter im Austausch bleiben.