Das könnte Sie auch interessieren

Die SÜDKURIER-Redaktion hat Kandidat Wolfgang Rahm Fragen zu fünf Themen gestellt, die Bad Dürrheim aktuell bewegen, und ihn gebeten, in maximal drei Sätzen zu antworten. Das ist das Ergebnis:

Die Mieten in Bad Dürrheim sind im landesweiten Vergleich sehr hoch, Sozialwohnungen kaum vorhanden. Empfinden Sie das als Missstand und wenn ja, wie wollen Sie diesem entgegenwirken?

„Das Phänomen stetig wachsender Mieten ist bundesweit spürbar und in Bad Dürrheim wegen der Lebensqualität ein Spiegelbild von Angebot und Nachfrage. Den Umstand fehlender Sozialwohnungen zu ändern, wird Zeit kosten und bedarf einer Planung, die städtebauliche und Wohnobjektnutzung berücksichtigt. Dafür möchte ich alle Möglichkeiten in Erwägung ziehen und die Potenziale, Erfahrungen und Wünsche der Bewohner Bad Dürrheims inklusive der Teilorte nutzen.“

Bad Dürrheim zählt zu den „ältesten“ Gemeinden Baden-Württembergs. Das Medianalter liegt laut Gemeinde bei 56,6 Jahren. Ist das für Bad Dürrheim ein Problem und wenn ja, wie kann der Überalterung Bad Dürrheims entgegengewirkt werden?

„Mit Sicherheit liegt die Zukunft und die von mir angestrebte Attraktivitätssteigerung (unter aktiver Beteiligung der Ortsteile) einer Stadt in einem gesunden Mischungsverhältnis von jungen und älteren Mitbürgern. Es ist mein Wunsch, mit steigender Attraktivität an bezahlbarem Wohnraum, Freizeit- und Jobangeboten, an bedarfsorientiertem, öffentlichem Nahverkehr, der medizinischen Versorgung, der Kinderbetreuungs- und Bildungsmöglichkeiten, des Dienstleistungssektors und der Gastronomie ein homogenes Wachstum von allen Altersstufen in Bad Dürrheim zu erreichen – und optimalerweise auch ein soziales Verantwortungsgefühl füreinander, in dem jeder Bürger sich wertschöpfend mit seinen Erfahrungen und Fähigkeiten einbringt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Was muss getan werden, um die Innenstadt, insbesondere die Friedrichstraße, attraktiver zu gestalten und den Einzelhandel in Bad Dürrheim zu fördern?

„Damit die Friedrichstraße sich als ansprechender Gegenpol zu den Industriegebieten mit Einkaufsmöglichkeiten entwickelt, sollte das bestehende Konzept nachhaltig ausgebaut werden. Als naheliegendes Beispiel sehe ich die Villinger Innenstadt: Eine Einbahnstraße mit Geschwindigkeitsbeschränkung, bei der Radfahrer aber in beide Richtungen mit wenig Rücksicht auf Fußgänger und Geschwindigkeit fahren, Parkplätze von Geschäftsinhabern und deren Mitarbeiter blockiert werden, ist eher hinderlich für einen Bummel durch die Stadt. Einzelhandel und Gastronomie müssen Besucher mit Produkten anlocken, die es im Supermarkt nicht gibt und die Gastronomie muss zum Verweilen einladen mit Parkplätzen in Reichweite, aber nicht in unmittelbarer Tischnähe.“

Die Realschule Am Salinensee platzt aus allen Nähten. Es besteht die Idee, an ihrer Stelle ein Bildungszentrum zu errichten. Gleichzeitig wird auch in Bad Dürrheim über Lehrermangel geklagt. Wie positionieren Sie sich zur Schulsituation in der Gemeinde?

„Die Realschule in Bad Dürrheim wird von einem nicht unerheblichen Anteil von Nicht-Bad-Dürrheimern besucht, was für eine gute Qualität des Lehrerpersonals und der guten Erreichbarkeit der Realschule spricht. Mit dem Ausbau zu einem Bildungszentrum könnte besser auf schwankende Schülerzahlen reagiert werden und mit der wesentlich größeren Zahl an Lehrern in Notfällen leichter Unterrichtsausfall vermieden werden. Bei dem derzeit bundesweit akuten Lehrermangel könnte Bad Dürrheim mit attraktiven Arbeitsbedingungen eine Lockwirkung haben. Die Schülerversorgung mit Speisen und Getränken könnte ausgebaut, Instandhaltungsarbeiten in und um die Schule herum durch ansässige Unternehmen aus Bad Dürrheim abgedeckt werden. Vor dem Hintergrund, das knapp 40 Prozent der Schulwechsler auf Gymnasium gehen, stelle ich mich sehr gerne der Diskussion, zukünftig zumindest ein Aufbaugymnasium in Bad Dürrheim zu haben.“

Das könnte Sie auch interessieren

Der Tourismus ist das wirtschaftliche Standbein Bad Dürrheims. Die Gemeinde liegt auf Platz 6 der übernachtungsstärksten Orte im Schwarzwald. Was muss getan werden, damit dies so bleibt und in welche Richtung sollte sich der Tourismus entwickeln?

„Wichtig ist, die Nachhaltigkeit des Tourismuskonzeptes mit allen modernen Konzepten weiterzuverfolgen und dabei die Natur im Auge zu behalten. Ich möchte eine Verschmelzung der Tourismus-Aktivitäten zwischen Kernstadt und allen Teilgemeinden, denn wer vom Wellnes-, Gesundheits- und Erholungszentrum Bad Dürrheim spricht, spricht auch von den Naherholungsgebieten der Ortsteile. Ich nenne Beispiele als Diskussionsgrundlage: Tagsüber in einen Kletterpark in Hochemmingen, der Besuch eines kleinen Astrologiezentrums bei Meteomedia in Öfingen, ein Wasserangebot in Sunthausen, Darstellung der Backtradition in Biesingen, ein Naturerlebnispfad, beispielsweise im Fürstwald „Unterhölzer Wald“ in Unterbaldingen oder ein Hochseilgarten in Oberbaldingen – und spätnachmittags/abends der Ausklang im Solemar. Meine Vorschläge sind Ideen, die nicht zu kostenaufwändig wären und bei der Umsetzung können wir von ortsansässigen Handwerksbetrieben und unserer Jugend sowie unseren Senioren profitieren, da bin ich mir sicher.“