Wie wollen die Bürger der Kurstadt in Zukunft leben? Wie soll der demografische Wandel gestaltet werden? Unter dem Motto "Quartier 2020" möchte die Stadt gemeinsam mit den Einwohnern Vorschläge sammeln und Ideen entwickeln. Staatssekretärin Bärbl Mielich vom baden-württembergischen Ministerium für Soziales und Integration hat sich das Projekt am Donnerstagnachmittag im Mehrgenerationenhaus angeschaut.

"Die Prozesse, die hier angestoßen wurden, müssen weiter verfolgt werden", sagt Bärbl Mielich. "Unser Ziel muss es sein, dass die Generationen ins Gespräch kommen." Vonseiten der Kommune sei dafür bereits einiges in die Wege geleitet worden: Drei Initiativkreise sollen sich am Dienstag, 25. September, ab 18 Uhr im Haus des Gastes treffen. Bei einem Bürgerworkshop im Juli wurden die Themengebiete für die Initiativkreise bereits abgesteckt. Nach zwei gemeinsamen Abenden sollen am 5. Dezember die gesammelten Ideen an Bürgermeister Walter Klumpp übergeben werden.

Den engen Zeitplan verteidigt während der Veranstaltung der Bürgermeister: "Es ist gut, dass wir uns nicht Jahre für den Prozess Zeit nehmen, sondern in einem konzentrierten Vierteljahr mit der Beteiligung der Bürger voranbringen." Er lobt ausdrücklich das schon jetzt geleistete ehrenamtliche Engagement und hebt dabei die Gründung des Nachbarschaftshilfevereins positiv hervor. Der Demografieprozess, der von der Steuerungsgruppe "Quartier 2020" angegangen wurde, soll als ein Modul Eingang finden in den Stadtentwicklungsprozess 2040.

Zu den Ideen gehört unter anderem das alters- und generationengerechte Wohnen. Darüber haben sich Angelika Strittmatter und Wolfgang Götz vom Generationentreff Lebenswert ausführlich Gedanken gemacht.

Neue Wohnformen

Bereits 2016 haben sie eine Wohnform thematisiert, mit der verschiedene Generationen unter ein Dach gebracht werden und sich gegenseitig unterstützen. "Da passen die Senioren etwa auf die Kinder der jungen Eltern auf, während die im Büro sind. Im Gegenzug helfen diese beim Einkaufen", erklärt Götz. Ein Konzept dafür habe der Generationentreff bereits erarbeitet. "Es fehlt allerdings noch ein Grundstück", sagt Strittmatter. Bürgermeister Walter Klumpp habe bei der Suche nach einem passenden Ort Unterstützung signalisiert. Auch mit einem Bauträger aus der Region sei der Generationentreff schon im Gespräch. "Die Lage sollte dabei möglichst zentral und die Mieten ortsüblich für Bad Dürrheim sein", erklärt Strittmatter. Das seien allerdings schwierige Voraussetzungen. "Jetzt ist eine politische Entscheidung gefragt", sagt sie.