In Japan hat das Bogenschießen, nachdem der Bogen als Waffe durch Schusswaffen vom Schlachtfeld verdrängt wurde, im 16. Jahrhundert eine Wende zur eher meditativen Sportart hin erlebt, dem Zen-Bogenschießen und dem Kyudo. Beides ist auch in Deutschland verbreitet. Auch in Bad Dürrheim wird mit Pfeil und Bogen geschossen. Die Schützengemeinschaft ermöglicht auch Nichtmitgliedern das Schießen.

Besonders viel Spaß haben Laien-Bogenschützen auf der Schießanlage hinter dem Kurpark. „Bogenschießen hat tatsächlich etwas Meditatives“, bestätigt Nicole Isele. Sie ist selbst Bogenschützin. "Man muss sich konzentrieren, kommt runter und schaltet ab." Wenn sie durch Beruf oder Alltag gestresst sei, brauche sie zehn bis zwölf Pfeile, bis sie richtig abschalten könne. Dann sei die volle Konzentration da und alles andere werde ausgeblendet, erklärt die Bogenschützin. "Die Muskeln werden bewegt, man bewegt sich selbst auch, in der Regel ist man an der frischen Luft und Bogenschießen ist hervorragend als Sport für Menschen mit Handicap geeignet", führt die Vereinsvorsitzende weitere Vorteile dieser Sportart auf und erinnert an 2015, als die Paralympics im Bogenschießen in Donaueschingen ausgetragen wurden. "Wir waren total stolz, dass die Nationalmannschaften auf unserem Platz trainiert haben." Das Allerwichtigste sei aber der Spaß am Sport, der sich übrigens auch gut für Laien und Kinder eigne.

Die Schützengemeinschaft wurde ursprünglich 1926 gegründet. Nach einer durch den Krieg bedingten Pause erfolgte die Wiedergründung 1963. "Man traf sich immer im Parkhotel Kreuz." Im großen Saal sei freitags geschossen und samstags getanzt worden, berichte Nicole Isele. "Sowas ist heute gar nicht mehr vorstellbar." Der damalige Hotelier Seeger war Mitbegründer der Schützengemeinschaft. 1965 zog die Schützengemeinschaft um in den Wald und erweiterte seither ständig das Schützenhaus. 1986 wurde der große Saal im hinteren Gebäudeteil eingeweiht.

Andreas Hug von der Schützengemeinschaft zeigt seinen Compoundbogen. Dieser Sportbogen ist im Gegensatz zu einem normalen Holzbogen mit einer speziellen, über Rollen laufenden Zugtechnik ausgerüstet. Andreas Hug nimmt mit diesem Bogen an Turnieren teil.
Andreas Hug von der Schützengemeinschaft zeigt seinen Compoundbogen. Dieser Sportbogen ist im Gegensatz zu einem normalen Holzbogen mit einer speziellen, über Rollen laufenden Zugtechnik ausgerüstet. Andreas Hug nimmt mit diesem Bogen an Turnieren teil.

1997 kam der damalige Schützenmeister Erich Isele auf die Idee, Bogenschießen als Ergänzung aufzunehmen und traf bei Bürgermeister Gerhard Hagmann auf offene Ohren. Damit wurde diese Ergänzung zum festen Bestandteil des Vereins. Früher wurde noch in der Sporthalle der Rehaklinik Irma trainiert, 2001 entstand der Bogenschießplatz beim Kurpark. Im Winter wird im Schützenhaus trainiert. Nach einem über mehrere Jahre anhaltenden Rückgang der Mitgliederzahlen habe sich 2016 ein erfreuliches Wachstum von 98 auf jetzt 121 Mitglieder eingestellt, sagt Nicole Isele. "Die Zahl der Kugelschützen und Bogenschützen hält sich in etwa die Waage", erklärt die Schützenmeisterin.

Eine unterhaltsame Herausforderung für Dürrheimer und andere, die gern in Robin-Hood-Manier durch den Wald ziehen und Zielgenauigkeit beweisen wollen, ist das seit 13 Jahren stattfindende Robin-Hood-Turnier. "Hier steht Spaß an vorderster Stelle." Das Turnier findet am Samstag, 9. September statt. Innerhalb kürzester Zeit waren die 24 zur Verfügung stehenden Plätze ausgebucht. Isele: "Von den Urviechern haben sich zwei Herren- und eine Damenmannschaft angemeldet." Die Fasnets- und Schorlewieber nehmen seit Jahren teil, die Wurzeljäger, zwei Mannschaften der Narrenzunft Schwenningen und beispielsweise ein Team, das sich "Die Schnapspralinen" nennt. Mit dem Bogenschützenruf "Alles ins Gold" geht es auf den neu gestalteten Parcours im Wald. "Wir bekommen vom Schützenverein Neustadt zwölf 3D-Tierfiguren. Das wird also spannend", kündigt Nicole Isele an. Dazu geht es um schöne Preise, also ist der Ehrgeiz entsprechend groß.

Zwar sind die Plätze ausgebucht, aber Interessierte dürfen gerne zuschauen, den Schützen die Daumen drücken und die Gaudi genießen. "Vielleicht macht das ja Lust auf mehr", hofft die Schützenmeisterin. Davon abgesehen wird im Schützenhaus bewirtet. Etwa um 19 Uhr ist die Bekanntgabe der Ergebnisse und Siegerehrung. Abends wird die Schützenbar geöffnet.

So geht's zum Schießen

Die Altersgrenze für Kinder, die mit dem Luftgewehr schießen wollen, liegt bei zwölf Jahren (nur mit Aufsicht), mit dem Bogenschießen können die Kinder früher beginnen. In der Jugendgruppe der Bogenschützen sind aktuell acht Kinder. Die Ausrüstung wird für den Anfang gestellt. Termine für Trainings-/Schießstunden auf dem Bogenschießplatz beim Kurpark sind auf Nachfrage möglich. Während der Trainingszeiten wird im Schützenhaus bewirtet. Zum regelmäßigen Stammtisch, jeden letzten Mittwoch eines Monats, sind Gäste willkommen. Weitere Informationen stehen unter www.schuetzengemeinschaft-badduerrheim.de.