Wer, wie der evangelische Pfarrer Dirk Hasselbeck, mit zündenden Witzen seine Verabschiedungsfeier beginnt und beendet, hat nicht nur die Lacher, sondern auch die Herzen auf seiner Seite. Er wurde mit einer bewegenden Feststunde in der Unterbaldinger Ostbaarhalle, in lockerem aber auch festlichem Rahmen verabschiedet. Mit einem fröhlichen Gottesdienst, der vom Gemeindechor Cantabile und Reiner Obermeyer am Piano schwungvoll musikalisch begleitet wurde, brachte die evangelische Kirchengemeinde ihre große Dankbarkeit für das Wirken Hasselbecks in den Jahren seiner Amtszeit zum Ausdruck.

Bevor das gesellige Beisammensein das aktive Gemeindeleben dokumentierte, feierten gut 200 Anwesende den offiziellen Abschiedsgottesdienst mit der Entpflichtung von Dirk Hasselbeck durch Dekan Wolfgang Rüter-Ebel. Eingeleitet wurde die Feier von den Kindergottesdienst-Kindern, welche sich mit kleinen Fischen bei Ulrike Hasselbeck für ihre Mitarbeit im Kindergottesdienst-Team bedankten. Nur lebendige Fische können gegen den Strom schwimmen und die christliche Botschaft verkünden, so die Symbolik dahinter.

Seine Predigt stützte Pfarrer Hasselbeck auf den Psalm 84, den er als seinen Lieblingspsalm bezeichnete. In ihm lobt der Psalmist die Nähe Gottes, die in den Vorhöfen des Tempels zu spüren ist. Auf die heutige Zeit übertragen, sollen sich die Menschen wie ein trockener Span von der glühenden Liebe Gottes entflammen lassen und die wohltuende Wärme des christlichen Glaubens in die Welt tragen.

Pfarrer hinterlässt markante Spuren

Dem ersten Satz der Oberbaldinger Gemeindephilosophie fühlte sich der evangelische Geistliche während seiner Dienstzeit in besonderem Maße verpflichtet: Menschen zum Leben mit Jesus einladen. Er hinterließ in den neun Jahren auf der Ostbaar markante Spuren: sei es der Gebetsdienst, die Initiative Ostergarten, das Gemeindegebet am Freitagabend und die Glaubensgrundkurse. In den letzten sechs Jahren brachte er auch die Innenrenovierung der Oberbaldinger Kirche mit auf den Weg. Dekan Rüter-Ebel würdigte das Wirken Hasselbecks nicht nur in der Gemeinde, sondern auch im Kirchenbezirk und wies auf die Früchte seines Schaffens in der Region hin. Per Handschlag seitens des Ältestenkreises und mit dem Segen des Dekans erfolgte die formelle Entpflichtung.

(v.l.n.r.) Die Kirchenältesten Richard Küssner, Micha Wölfle, Martin Kalisch, Benedikt Nagel und Carsten Schmid verabschieden Pfarrer Dirk Hasselbeck 4.v.links) gemeinsam mit Dekan Wolfgang Rüter-Ebel. Bild: Jörg-Dieter Klatt
(v.l.n.r.) Die Kirchenältesten Richard Küssner, Micha Wölfle, Martin Kalisch, Benedikt Nagel und Carsten Schmid verabschieden Pfarrer Dirk Hasselbeck 4.v.links) gemeinsam mit Dekan Wolfgang Rüter-Ebel. Bild: Jörg-Dieter Klatt

Binnen weniger Minuten zauberte das Gemeindeteam aus dem Kirchenraum eine Festhalle mit bunt gedeckten Tischen und einer schier unendlichen Kuchentheke. Wie Perlen auf einer Schnur reihten sich Grußworte und Beiträge aneinander. Der Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Martin Kalisch, begrüßte die Ortsvorsteher Jürgen Schwarz und Karlheinz Ullrich aus Unter- und Oberbaldingen, Bürgermeister Jonathan Berggötz und dessen Vorgänger Walter Klumpp.

Bad Dürrheims Bürgermeister Jonathan Berggötz verabschiedete das Ehepaar Ulrike und Dirk Hasselbeck auch im Namen der Ortsvorsteher der Baldinger Ortsteile. Bild: Jörg-Dieter Klatt
Bad Dürrheims Bürgermeister Jonathan Berggötz verabschiedete das Ehepaar Ulrike und Dirk Hasselbeck auch im Namen der Ortsvorsteher der Baldinger Ortsteile. Bild: Jörg-Dieter Klatt

Das ausgesprochen gute ökumenische Miteinander wurde durch die Anwesenheit von Vertretern des katholischen Pfarrgemeinderates und des katholischen Pfarrkollegen Michael Fischer demonstriert. Dieser dankte für die wertschätzende Zusammenarbeit. „Wir konnten hier segensreiche Brücken bauen, wo früher Gräben waren“, so Fischer mit Blick auf die 1250-Jahr-Feier Baldingens.

Pfarrer Michael Fischer von der kath. Kirchengemeinde ließ es sich nicht nehmen das Pfarrerehepaar Ulrike und Dirk Hasselbeck mit sehr bewegenden Worten zu verabschieden. Bild: Jörg-Dieter Klatt
Pfarrer Michael Fischer von der kath. Kirchengemeinde ließ es sich nicht nehmen das Pfarrerehepaar Ulrike und Dirk Hasselbeck mit sehr bewegenden Worten zu verabschieden. Bild: Jörg-Dieter Klatt

„Der Beruf des Pfarrers kostet auch die Familie viel“, umriss Kalisch die Stellung des Pfarrers in der Landgemeinde. Eine 60-Stunden-Woche sei keine Seltenheit und mehr Lebensstil als Beruf. Der Teamplayer Hasselbeck habe es verstanden, die Gemeindeglieder immer wieder mit ins Boot zu nehmen und werde vielen als exzellenter Prediger in bester Erinnerung bleiben. Den Blick über den Tellerrand habe Hasselbeck mit durchaus kritischen Briefen an die Kirchenleitung in Karlsruhe bewiesen.

Bürgermeister Berggötz lobte den scheidenden Pfarrer als einen Menschen, dessen Wirken in die Stadtgesellschaft ausstrahle: „Das ist ein Verdienst der Kirche auf der Ostbaar!“ Alle Beiträge waren geprägt von tiefer Dankbarkeit. Dirk Hasselbeck dankte seinerseits für die liebevolle Aufnahme in der Gemeinde vor neun Jahren, den gemeinsamen Weg und für alle Unterstützung bei der Gestaltung des Gemeindelebens.