Es ist ein Festival der Materialien, gleichzeitig eine Fusion zwischen Kunst und Handwerk. Zum 24. Mal findet der Bad Dürrheimer Kunsthandwerkmarkt im Haus des Bürgers statt. Aus Werkstoffen wie Holz, Glas, Keramik, Filz oder Metall sind die angebotenen Stücke gefertigt.

Dieses exotische Exemplar der Dekoration stammt aus einer Schreinerei in Schramberg-Sulgen.
Dieses exotische Exemplar der Dekoration, ein Leguan aus Metall, hat der Künstler Dieter Feige aus Durchhausen geschaffen.

Die auf dem Großraumparkplatz stehenden Fahrzeuge verraten die Beliebtheit der Veranstaltung. Konstanz, Freiburg oder Tübingen, die Gäste kommen von weit angereist. Die meisten von ihnen sind Schnäppchenjäger, Suchende von originellen Geschenkideen oder Neugierige mit dem richtigen Blick zur Verbesserung der Lebensqualität und Gestaltung des Haushalts.

Bereits am Eingang werden die Geruchssinne ausgereizt. Der Duft edler Marzipan-Schokoladen mischt sich mit Erdbeere, Pfirsich oder Zitrone. Die Geschmacksrichtungen sind "der letzte Schrei" an Kaltaufguss-Tees, die vom Villinger Teeladen "TeeMa" angeboten werden. Mit kaltem Wasser aufgegossen sollen sie ideal für den anstehenden Sommer sein, weiß Tee-Expertin Marga Grießhaber.

Dinkelkissen mit Kirschkernfüllung sollen laut Daniela Wölfle aus Tuningen gut gegen Verspannungen sein.
Dinkelkissen mit Kirschkernfüllung sollen laut Daniela Wölfle aus Tuningen gut gegen Verspannungen sein.

Im Saal geben sich die Materialien, Holz, Glas, Keramik, Filz und Metall quasi die Klinke in die Hand – fast ausnahmslos handgemachte Unikate. Daniela Wölfe aus der Tuninger Filzfabrik stellt ihre mit Kirschkernen gefüllten Dinkelkissen aus südamerikanischer Schafwolle vor. Überhaupt nicht kratzig, sollen sie durch die dynamische Füllung beispielsweise bei Verspannungen der ideale Unterleger für einen kurzen Mittagsschlaf sein. Seit vielen Jahren anwesend ist auch Anna Hertenstein mit ihren von seltenen Sammlerdosen aus Emaille umrandeten Spiegeln. International ist sie auf Flohmärkten zur Beschaffung der rar gewordenen Behälter für Tee, Tabak oder Kaffee unterwegs.

Die Motive der Dosen fassen schließlich die in der Schweiz facettengeschliffenen Spiegel und haben jeweils ein eigenständiges Thema. Eine Homage an die Romantik, Jugendstil oder etwa die Seefahrerei. "Na wo hängt man die hin? In den Flur oder ins Badezimmer", empfiehlt Hertenstein zur Verwendung. Auch wenn den Spiegeln Preise von mehreren Hundert Euro anhängen, ein fester Kundenstamm habe sich etabliert.

Den "Liebhaber spezieller Stücke" bedient auch der Villinger Jörg Proy mit seinen Schwarzwalduhren in Gläsern. "Eine "Schnapsidee", die sich seit 2017 recht erfolgreich verkauft", sagt Proy, der mit den ungewöhnlichen Uhren zum ersten Mal beim Kunsthandwerkmarkt vertreten war.