Da in der Öffentlichkeit von Akzeptanz und Zustimmung zu den Plänen des Architekten Peter Ebners (wir berichteten) die Rede ist, haben sich sechs der ortsansässigen und von den Plänen betroffenen Vollerwerbslandwirte zusammengesetzt und bei einem Pressegespräch deutlich ihren Standpunkt klargemacht. Zunächst hätten sie die Pläne nicht so recht ernst genommen, erklären die Herren, aber doch wohl verschiedene Bürger. Deshalb sehen sie sich, getreu dem Motto „Wehret den Anfängen!“, zum Handeln veranlasst.

„Wir würden unsere Existenzgrundlage und die unserer Familien verlieren und wären deshalb nie mit einem Verkauf unserer landwirtschaftlichen Nutzfläche einverstanden“, erklärten die sechs Landwirte Rainer Hirt, Klaus Fischerkeller, Detlef Rauh, Albin Strohmeier, Markus Hirt und Christoph Trütken, der außerdem Stadtrat ist. Neun Haupterwerbslandwirte hat die Kernstadt.

Sie würden die massive Flächenversiegelung sehr kritisch sehen. Man könne nicht gleichzeitig von den Landwirten Umwelt-, Arten-, Klima- und Wasserschutz erwarten, aber gleichzeitig alles zubetonieren. Es sei nicht abschätzbar, wieviel Leben unwiderruflich vernichtet würde, wenn der Humusboden erst einmal abgetragen ist. Mindestens 60 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche würden für dieses Projekt verloren gehen, 30 Hektar davon würden versiegelt werden, so Christoph Trütken.

Er würde jedenfalls sein Land nicht für so etwas hergeben. „In Bezug auf Klimaschutz so ein Projekt anzudenken ist inkonsequent“, ergänzt Klaus Fischerkeller. „Gestriges Denken“, sagt Rainer Hirt. Mit der Flurbereinigung in den 60er-Jahren wurden die Flächen so aufgeteilt, dass jeder Landwirt – mal schlecht, mal recht – überleben kann. Weniger Nutzfläche bedeute intensivere Bewirtschaftung. Das wolle keiner haben.

Ein weiterer Kritikpunkt ist das von Ebner angedachte Gewerbegebiet. Das Gebiet grenzt an das Schwenninger Moor an und ist Teil des Naturschutzgroßprojektes Baar und es liegt im Einzug der Quellen des Bad Dürrheimer Mineralbrunnens. Außerdem lägen mehrere Biotopflächen in diesem Gebiet. „Man kann nicht unter dem Deckmantel von Arbeitsplätzen und Gewerbesteuer immer nur Natur zerstören“, verdeutlicht Klaus Fischerkeller. Christoph Trütken: „Auf solche Art wird nicht das Problem behoben, sondern nur die Symptome behandelt.“

Man müsse mit den Ressourcen sorgsamt umgehen und die Bürger müssten endlich anfangen umzudenken, fordern die Männer. „Von uns Landwirten verlangt man alles, aber die Gesellschaft macht weiter wie bisher. Das kann nicht sein!“ Die Lösung müsse sein, dass die Politik intelligente Lösungen und Mobilitätskonzepte erarbeitet, anstatt immer nur neue Straßen zu bauen.