Bereits über 2000 Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Bad Dürrheims und Hochemmingens haben ihre Unterlagen zur Kirchengemeinderatswahl in ihren Briefkästen vorgefunden. Somit stand der jüngste Seniorennachmittag der evangelischen Kirchengemeinde im Café-Nebenzimmer des KWA-Kurstifts voll im Zeichen der aktuellen Wahlen.

Pfarrer Bernhard Jaeckel informierte über die Wichtigkeit des Gremiums und dessen dem weitreichende Entscheidungsbefugnisse, der Ältestenrat ist in sämtliche Entscheidungsprozesse eingebunden. Das Gremium hat darüber hinaus Wahlrechte zur Zusammensetzung der Landessynode der evangelischen Landeskirche in Baden.

Bereits Mitte Oktober stellten sich die acht Aspiranten für die kommende Amtszeit von sechs Jahren vor. Nach drei Amtsperioden kandidiert Carsten Tamme nicht mehr, neu zur Wahl stellen sich Maria Gröbler und Marvin Martin, der in Freiburg noch seinem Studium nachgeht. „Ich persönlich bin hoch erfreut, so junge Gesichter bei uns zu sehen“, sagte Jaeckel. Er kritisierte jedoch, dass nun auch 16-jährige in das Gremium gewählt werden können. „In diesem Alter Entscheidungen über ein Haushaltsvolumen von 1,2 Millionen treffen zu können, halte ich doch für sehr fragwürdig“, so Jaeckel.

Zahlreiche Entwicklungen bedürfen künftig der Aufmerksamkeit des Rats. Durch ein neues Gesetz wird die Geschäftsstelle der evangelischen Kindertagesstätte am Salinensee nach Singen abwandern. „Einerseits nimmt das Arbeit weg, andererseits werden die Kosten aus unserem Budget gedeckt. Auch diese Dinge werden das neue Gremium beschäftigen“, sagt Jaeckel.

Viele Sanierungs- und Erneuerungsprojekte hätten sich im Laufe der Jahrzehnte angehäuft. Dazu gehören die Sitzauflagen in der Johanneskirche, neue Bestuhlung und Tische im Gemeindehaus, die sanitären Einrichtungen in Kirche und Gemeindehaus, sowie der langwierige Prozess im Umgang mit den fünf Immobilien der Ortskirche (Kirche, Gemeindehaus, zwei Pfarrhäuser, ein Hausmeisterhaus), deren Fläche gemäß neuer Vorgaben verringert werden muss. So sieht das neue Konzept eine Bezuschussung der Landeskirche bei Sanierungen von lediglich 50 Prozent vor und so beschäftigt die Dachsanierung der früheren Pfarrerswohnung neben der Kirche mit Kosten von etwa 500.000 Euro die Gemeinde seit Jahren. Durch kluges Wirtschaften habe man bisher der Aufstellung eines Haushaltssicherungskonzepts, quasi einer Zwangsverwaltung, entgehen können. „Wir wirtschaften gut, bilden gar Rücklagen aus uns zugewiesenen Mitteln, auch das Spendenaufkommen ist gestiegen“, führte Jaeckel aus.

Die Wahl

Erstmals handelt es sich bei der Wahl des Ältestengremiums um eine reine Briefwahl ohne Urnenwahl, die Wahlen sind somit schon in vollem Gange. Das Wahlende ist auf den ersten Advent, das ist dieses Jahr der 1. Dezember, angesetzt. Dann werden die Stimmen ausgezählt. Die Wahlunterlagen können auch in eine Wahlbox, die im Gemeindehaus steht, eingeworfen werden.