Die tiefstehende Spätsommersonne, fröhliches Kinderlachen und ein 20-köpfiges interessiertes Publikum waren beste Begleiterscheinungen für die Informationswanderung im Naturschutzgebiet Unterzieren bei Öfingen, bei der es darum ging, den Wert von Hecken und Streuobstwiesen zum Erhalt der Artenvielfalt und für Landschaftsschutz darzustellen. Kathrin Schwab vom Umweltbüro des Gemeindeverwaltungsverbandes Donaueschingen und Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbandes Schwarzwald-Baar, Stefan Walther, verstanden es eindrucksvoll diesen hohen Stellenwert zu erläutern und Tipps zu geben.

Standen früher die Streuobstwiesen mit ihren bis zu 70 Jahre alten Nutzbäumen bei der Bevölkerung hoch im Kurs, so hätten sie heute deutlich an Wert verloren, so Stefan Walther. Kaum jemand sei noch bereit, die Bäume zu pflegen und die dazugehörigen Wiesen zu mähen. Allenfalls werde das Obst zum Mosten genutzt. Äpfel von der Streuobstwiese entsprächen einfach nicht den Vorstellungen eines makellosen Apfels aus dem Supermarkt. Wichtig für die Pflege der Obstbäume sei ein regelmäßiger, fachgerechter Schnitt. Damit sinke die Verletzungsgefahr für die Bäume durch Ausbrüche. Die Wiesenfläche unter den Bäumen bedürfe ebenfalls der regelmäßigen Pflege, damit sich nicht etwa Heckensträucher wie der Schwarzdorn ausbreiten und allmählich den Obstbaumbestand verschwinden ließen.

Gut gepflegte Wiesenflächen zeichnen sich durch eine Vielfalt blühender Pflanzen aus. Können sich Insekten auf blühenden Wiesen laben, haben auch Vögel eine gute Nahrungsgrundlage und werden so Teil der hohen Diversität auf Streuobstwiesen. Bis zu 5000 Arten würden sich in solchen Gebieten finden, so die Experten. Heckenstreifen, die mit Weißdornsträuchern, Schlehen, Schneeball und Heckenrosen versehen seien, würden allerlei Kleinsäugern als Lebensraum und so letztendlich der Biotopvernetzung ganzer Landstriche dienen. Während der Wanderung beantworteten die beiden Fachleute außerdem unzählige Fragen zum Landschafts- und Naturschutz.