Bereits seit 2010 laufen die jährlichen Kunstaktionen mit den Schülern der neunten Klasse der Realschule am Salinensee in Kooperation mit der Stadt Bad Dürrheim. Im Rahmen dessen wurde die Mauer an der Stillen Musel in der Friedrichstraße, zur Seite des Lindenplatzes hin, mit vielen Kunstwerken der Schüler verziert. Platzbedingt wechselte letztes Jahr die Lokalität. „Die Frage war – wohin“, erklärte Lehrer Jens Scharbert der Jury im Vorfeld der diesjährigen Auswahl am Mittwoch, 9. Juni.

Die Jury macht es sich nicht leicht bei der Diskussion über die vielen Entwürfe der Schüler für die diesjährige Kunstaktion. Bilder: Sabine Naiemi
Die Jury macht es sich nicht leicht bei der Diskussion über die vielen Entwürfe der Schüler für die diesjährige Kunstaktion. Bilder: Sabine Naiemi | Bild: Naiemi, Sabine

So lag es dann nahe, den Platz an der Realschule zu nutzen, was den Vorteil hatte, dass die Themen sich ab da nicht mehr nur rein um Bad Dürrheim drehten wie bisher, sondern dass der Themenkreis erweitert werden konnte. Coronabedingt konnte die von der Sparkasse Schwarzwald-Baar über das PS-Sparen mit 3000 Euro unterstützte Kunstaktion im vergangenen nicht stattfinden. Für dieses Jahr war die Schule mit ihrem Antrag bei der Sparkasse zu spät dran. Nichtsdestotrotz kann das Geld vom vergangenen Jahr für die diesjährige Aktion verwendet werden. Und da der Klimaschutz als brandaktuelles Thema nicht nur in der Stadt selbst, sondern auch bei den Schülern aktuell ist, findet eine Baumpflanzaktion statt, die von Revierförster Matthias Berger begleitet wird.

Auf dem Areal hinter der Sporthalle bis zum Brunnen des Bad Dürrheimer Mineralbrunnens sollten ursprünglich 500 Bäume gepflanzt werden. Diese Anzahl errechnet sich aus den zur Verfügung stehenden 3000 Euro. Im Verlaufe des Auswahlverfahrens der Begleitaktionen entschied Bürgermeister Jonathan Berggötz, diese Zahl auf 620 Bäume zu erhöhen, was der Gesamtzahl der Schüler an der Realschule entspricht, so dass jeder Schüler einen – seinen – Baum pflanzen und zu diesem dann auch einen Bezug und Verantwortung entwickeln kann. „Wer einen Baum pflanzt, wird sich später kaum einen Steingarten anlegen“, ist sich Jens Scharbert sicher. Schulleiterin Stephanie Martin wollte das auf 630 Bäumchen erhöhen, damit auch die beteiligten Lehrer zu ihrem Recht kommen. Gepflanzt werden sollen Flatterulmen, Eichen und eventuell noch Schwarznüsse.

Die vier neunten Klassen stellen rund 120 Schüler, es wurde immer in Zweierteams gearbeitet. Fünfzig Entwürfe lagen schließlich vor. Dieses Mal geht es nicht darum, dass die Schüler Bilder malen, sondern dass ihre künstlerischen Ideen mit der Baumpflanzaktion verbunden werden.

Die Jury, bestehend aus Bürgermeister Jonathan Berggötz, Stadtrat Uwe Siefert (Freie Wähler), Förster Matthias Berger, Elfie Bäuerle vom Kunstverein Bad Dürrheim und Schulleiterin Stephanie Martin, war überaus positiv überrascht von den Beiträgen der Schüler und machten sich ausführlich Gedanken über die Vorauswahl. In diese schafften es schließlich zehn Entwürfe. Viele der Entwürfe griffen die gleichen Themen auf. Einiges ließe sich aufgrund der Gegebenheiten einfach nicht umsetzen, sprach Förster Berger vorhandene Grenzen an. „Da muss ich leider als Spaßverderber fungieren.“ Bürgermeister Berggötz nahm viele Anregungen für andere Bereiche mit.

Schließlich entschieden die Mitglieder der Jury, dass die diesjährige Kunstaktion aus drei Teilen bestehen wird. So werden die Schutzhülsen der Baumstämme etwa mit einem Wort wie „Veränderung“, möglichst auch in verschiedenen Sprachen und eventuell auch mit anderen Wörtern besprüht.

Eine der drei Arbeiten, die für die Kunstaktion ausgewählt wurden.
Eine der drei Arbeiten, die für die Kunstaktion ausgewählt wurden. | Bild: Naiemi, Sabine

Ein Blick durch einen großen Holzbilderrahmen soll den Fokus auf den Wald und dessen Veränderungen im Laufe des Jahres richten. Ein QR-Code am Bilderrahmen wird über die Aktion informieren.

Eine der drei Arbeiten, die für die Kunstaktion ausgewählt wurden.
Eine der drei Arbeiten, die für die Kunstaktion ausgewählt wurden. | Bild: Naiemi, Sabine

Als Drittes ist vorgesehen, in den Abendstunden beim dann gepflanzten Wald eine Licht-Aktion zu veranstalten, bei der jeder Schüler ein Licht für die Hoffnung an einem Baum abstellen kann.

Eine der drei Arbeiten, die für die Kunstaktion ausgewählt wurden.
Eine der drei Arbeiten, die für die Kunstaktion ausgewählt wurden. | Bild: Naiemi, Sabine

Eine Fortsetzung der Baumpflanzaktionen ist angedacht.

Lehrer Jens Scharbert erklärt, mit welchen Klimaschutzprojekten sich die verschiedenen Klassen der Realschule am Salinensee beschäftigen.
Lehrer Jens Scharbert erklärt, mit welchen Klimaschutzprojekten sich die verschiedenen Klassen der Realschule am Salinensee beschäftigen. | Bild: Naiemi, Sabine