50 Jahre ist es her, da hat der mit etwa 1000 Mitgliedern heute größte Verein der Kurstadt, die Narrenzunft, zwei neue Gruppen gegründet. Mit dem Fanfarenzug und den Dieremer Johlis hielt die Musik Einzug in den Verein.

Bei der Nachbesprechung der Fasnet 1967 saßen die Aktiven beim Heringsessen zusammen und besprachen, was man noch verbessern könne. Dorothea Dierschke, die von allen nur s' Rauhe Dorle genannt wurde, schlug vor: "De wäre au schön, wenn biem Zunftball emol e paar singe täte. Do tät ich sogar ä Flasch Schnaps spendiere." Damit waren die Johlis geboren. Der Name der Gruppe ist abgeleitet vom alemannischen „Johlen“, was soviel wie schreien bedeutet. Damit sollte zum Ausdruck gebracht werden, dass es sich um Fasnetssänger handelt und nicht um Konkurrenz für Gesangvereine. Der Zweite Vorsitzende Volker Martin, selbst seit circa 25 Jahren Mitglied der Johlis, betont, wie wichtig die Kameradschaft für die Gruppe sei. Auch wenn sich die Besetzung und damit auch die Instrumentalisierung verändert habe, der Lokalkolorit steht immer noch im Fokus. Im Herbst werden wieder neue Lieder getextet.

Die Johlis schreiben seit jeher ihre Lieder selbst und bringen Lokalkolorit auf die Bühne. <em>Bild: Narrenzunft</em>
Die Johlis schreiben seit jeher ihre Lieder selbst und bringen Lokalkolorit auf die Bühne. Bild: Narrenzunft

Die Gründung des Fanfarenzuges geht auf Walter Bächler zurück, der in Eigeninitiative Mitte der 60er Jahre Musikanten um sich geschart hatte, die sich dann 1968 zum Zug zusammenschlossen. 20 Bläser und Trommler erklärten spontan ihre Bereitschaft mitzuwirken. Heute hat der Fanfarenzug etwa 30 Aktive und steht damit gut da. Der Leiter Michael Terner freut sich dennoch jederzeit über neue Gesichter, um die vielen Termine auch abseits der Fasnet stemmen zu können. Die Nachwuchsgewinnung beschäftigt die Narrenzunft wie viele andere Vereine auch. In der Fasnet geht es für viele Jüngere nur um Spaß, im Verein gebe es auch Verpflichtungen. Volker Martin ist dennoch positiv gestimmt. "Brauchtum kann weiterentwickelt werden", glaubt er und damit bleibe es auch zukunftsfähig.

Am Samstag um 15 Uhr startet das Jubiläumsfest auf dem Rathausplatz mit dem Bieranstich und Musik des Fanfarenzuges. Gegen 17.15 Uhr werden befreundete Fanfarenzügen spielen. Ab 20 Uhr machen die „Hofemer“ Musik. Ab 20.30 Uhr gibt es ein „Best of Johlis“ aus 50 Jahren Zunftball-Auftritten. Für die jüngere Generation wird es eine Bar geben. Am Sonntag spielt ab 11 Uhr das Blasorchester zum Frühschoppen auf. Ab 14 Uhr wird ein Kinderprogramm geboten und Thomas Hogg wird die Gäste musikalisch durch den Mittag geleiten. Zu dem Fest lud der Verein auch Ehemalige ein. Einer wird aus Russland kommen und damit einen weiten Weg auf sich nehmen.