Mit dieser Höhe des Verlustes hatte natürlich niemand gerechnet. Dass aufgrund der Sturm- und Käferschäden das Jahr 2020 nicht positiv abschließen wird, war von vornherein klar.

Geplant war ein Defizit von 177 346 Euro, letztlich sind es 321 082 Euro geworden. Verantwortlich dafür sind erhöhte Kosten für Unterhaltungsmaßnahmen und um 56 000 Euro höhere Erntekosten einerseits und weniger Einnahmen andererseits. Einnahmen von 168 541 Euro standen Ausgaben in Höhe von 489 623 Euro gegenüber. Virginia Lorek vom Forstamt und Revierförster Matthias Berger berichteten im Gemeinderat am 29. April über die Situation.

Den Stadtwald Bad Dürrheims, hier ein Luftbild vom Mai 2019, instand zu halten und für die Zukunft fit zu machen, stellt den Forst vor große Herausforderungen. Archivbild: Götz
Den Stadtwald Bad Dürrheims, hier ein Luftbild vom Mai 2019, instand zu halten und für die Zukunft fit zu machen, stellt den Forst vor große Herausforderungen. Archivbild: Götz
  • Aktuell: Für dieses Jahr sei temperaturtechnisch ein normales Frühjahr zu verzeichnen. Die Nachfrage nach Frischholz ist groß, das Holz aus den Nasslagern sei größtenteils abgefahren worden. Es werde nur an regionale Kunden verkauft, erklärte Virigina Lorek. Man verkaufe kein Holz ins Ausland. Das im Nasslager Unterbaldingen eingelagerte Langholz (1500 Festmeter) wurde erst im Frühjahr 2021 verkauft und fließt daher auch erst in die Holzeinnahmen 2021 ein.
  • Ökopunkte: Etwa 182 000 Ökopunkte könne die Stadt auf ihrem Konto verbuchen für die Renaturierung des Mostelgrabens und den Waldumbau entlang des Grabens. Die Maßnahme kostete 28 000 Euro. Aktuell laufen Planungen dazu, das Waldgebiet Setze mittelfristig umzubauen.
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  • Wildtierverbiss: Das alle drei Jahre turnusmäßig erfolgende Gutachten, mit dem die Verbisssituation durch Wild beurteilt wird, habe in einigen Jagdrevieren eine weiterhin verheerende Situation aufgezeigt, erklärte Lorek weiter. Manche der Jagdpächter würden hervorragend mitarbeiten, andere wiederum nicht, trotz intensiv geführter Gespräche. Daher empfehle sie der Stadt, bei der Neuverpachtung für die entsprechenden Reviere neue Jagdpächter zu finden, riet die Forstbereichsleiterin. Die hohen Aufwendungen im Waldschutz seien zum einen auf die hohen Schutzmaßnahmen bei den Kulturen gegen Wildverbiss als auch auf die Trockenheit während der Sommermonate zurückzuführen.
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  • Borkenkäfer: Die kühlen Temperaturen haben bis jetzt das Schwärmen des Borkenkäfers eingeschränkt. Nichtsdestotrotz befänden sich die Schädlinge quasi in Startposition. Wie sich die Situation weiterentwickeln wird, hänge auch davon ab, ob es genug regnet. Wenn den Bäumen genügend Wasser zur Verfügung steht, können sie sich besser gegen den Borkenkäferbefall wehren.
  • Wildschweine: Auf der Ostbaar wäre die Zahl der Wildsauen zurückgegangen, berichtete Förster Berger auf Nachfrage. Das könne an intensiver Bejagung liegen, aber auch am Winter. Vermehrt würden sie dagegen derzeit im Wittmannstal auftreten.
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