Sturmschäden, Borkenkäfer, Eschentriebsterben und Trockenheit: Dass die Situation im Bad Dürrheimer Stadtwald schwierig ist, war dieses Jahr schon öfter Thema im Gemeinderat. Wie prekär sie wirklich ist, zeigte bei der jüngsten Sitzung Revierförster Matthias Berger auf. Die Erträge waren nie besonders hoch, doch für 2021 rechnet Berger aufgrund der aktuellen Lage mit einem „historischen Rekordverlust“ von rund 285 000 Euro.

Forstamtsleiter Johannes Mayer vom Kreisforstamt Donaueschingen, Betriebsstelle Baar, legte dem Gemeinderat den Bewirtschaftungsplan für das Jahr 2021 zur Beschlussfassung vor.

Ausgaben steigen, Einnahmen sinken

Entsprechend der Nutzungsplanung der Forsteinrichtung ist eine Holzernte von 5438 Festmetern vorgesehen. Es sei zu erwarten, dass die Holzpreise noch weiter sinken. Der Durchschnittserlös ist mit 34,85 Euro pro Festmeter angesetzt, gegenüber 43,90 Euro im Vorjahr und somit um 21 Prozent geringer. Insgesamt sind die Holzerntekosten mit 203 000 Euro angesetzt, weitere andere Kosten mit insgesamt 200 000 Euro. Die Einnahmen fallen insgesamt gegenüber dem Vorjahr um rund 23 000 Euro geringer aus. Die Ausgaben dagegen steigen um etwa 85 000 Euro, so dass eben als Betriebsergebnis ein Minus von 285 000 Euro zu erwarten ist.

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Noch mehr Käferholz

Sorgenkind ist nach wie vor der Borkenkäferbefall. Berger teilte mit, dass in den vergangenen warmen Wochen – für diese Jahreszeit ungewöhnlich – nochmals eine Generation Borkenkäfer geschwärmt sei. Nichtsdestotrotz sei man „im großen und ganzen glimpflich herausgekommen“, erklärte Johannes Mayer dazu. Er nannte ein paar Zahlen aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis: Hier gab es 350 000 Festmeter Sturmholz, plus 35 000 Meter Käferholz. Im Nasslager Bad Dürrheims in Unterbaldingen lagern derzeit 3000 Festmeter, im Kurzholzlager 1000 Festmeter. In manchen Bereichen hätte man dieses Jahr sechsmal Käferholz aus dem Wald holen müssen.

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Stadt kann Ökopunkte kriegen

2021 sei geplant, bei den Nadelgehölzen lediglich Käferholz zu schlagen. Außerdem sind Ökomaßnahmen vorgesehen. Auf dem Gewann Setze auf der Gemarkung Oberbaldingen solle der Wald umgebaut werden, der Mostelgraben solle in diesem Gebiet zukünftig mäandernd fließen und in diesem Bereich sollen Eichen und Erlen gepflanzt werden. Für diese Maßnahmen könne die Stadt mit bis zu 182 000 Ökopunkten rechnen. Mit Ortsvorsteherin Astrid Schweizer-Engesser habe man bereits besprochen, dass man für das Freischneiden der Aussichtspunkte entlang des Premiumweges die Setz- und Brutzeit abwarten muss, weshalb diese Arbeiten erst während der kalten Jahreszeit erfolgen werden.

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