Bad Dürrheim – Beim Internationalen Ballonfestival in Bad Dürrheim sind sie die Hauptakteure: die gut 30 Balloncrews, die in diesem Jahr von Freitag, 1., bis Sonntag, 3. September, zum 15. Mal den Himmel über der Kurstadt zur bunten Bühne machen. Die Crews schätzen die familiäre Atmosphäre in Bad Dürrheim. Einige von ihnen sind seit Beginn des Festivals dabei.

Zu diesen Teams gehören Herbert und Brunhilde Hall sowie Irmgard und Charlie Adrion vom Verein "Ballonsportgruppe Tuttlingen" mit ihrem weißen Hirsch-Brauerei-Ballon. Herbert Hall ist der Vorsitzende des kleinen, seit 1980 existierenden Tuttlinger Vereins und Pilot der Truppe. Die vier sind "der harte Kern", wie es Hall formuliert. Er sei durch einen Arbeitskollegen zum Ballonfahren gekommen, erinnert er sich. Dieser habe ihn 1982 einmal mitgenommen. Danach hielt Hall nichts mehr am Boden: Seit 1983 ist er selbst im Verein, 1986 hat er den Pilotenschein gemacht.

Pilotenschein? "Ja", sagt Hall. "Ballonfahrer müssen den gleichen Pilotenschein machen wie Segel- und Motorflieger." Nur eben im praktischen Teil ballonbezogen. In der Regel dauere das ein Jahr. Es muss eine Fahrt bei Temperaturen unter null Grad Celsius und eine Fahrt bei über 20 Grad Celsius absolviert werden. Voraus gehe das Funksprechzeugnis.

Zum Ballonfestival sei er durch den Kontakt mit Organisations-Mitglied Richard Bölling gekommen, erinnert sich Herbert Hall. "Wir haben den Schein zusammen gemacht." Und natürlich ist das Festival in einschlägigen Zeitungen ausgeschrieben. "Solch ein Event wie in Bad Dürrheim kann man sich einfach nicht entgehen lassen", sagt er. "Man trifft alte Kollegen, pflegt Kontakte und es ist immer nett, wenn mehrere Ballons gleichzeitig starten", fasst Herbert Hall zusammen, was ihn seit 15 Jahren nach Bad Dürrheim führt.

Am 13. November 2014 hatte der 70-Jährige seinen 900. Flug. Wann immer sich die Möglichkeit ergebe, sei das Team unterwegs. "Ohne Team geht es nicht, der Ballon muss ja nach der Landung wieder aufgesammelt werden", sagt Hall. Die 1400 Quadratmeter Hülle mit 4000 Kubik Inhalt und einer Höhe von 25 Metern ließen sich ja nicht wie ein Flugzeug steuern und man wisse nie, wo man lande. In den Korb passen der Pilot und vier weitere Personen. Das Einsammeln übernehmen Charlie und Irmgard Adrion. "Es ist unglaublich, nicht beschreibbar", erklärt Herbert Hall das Gefühl abzuheben. "Man muss es wirklich selbst erlebt haben." Die Entscheidung, mit dem Ballon abzuheben, fällt immer recht kurzfristig, wetterbedingt eben. Das muss jetzt für das Ballonfestival auch passen. Dann heißt es zur Freude aller: Glück ab – gut Land.

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