Vöhrenbach Dank Water-Gate läuft's glatt bei der Feuerwehr-Probe

Die Feuerwehr Urach testet ihre Wassersperre. Das Löschwasser kann dennoch knapp werden.

Ob das Wasser wohl reicht, fragten sich die Uracher Feuerwehrmänner, als sie am Samstag gegen 14 Uhr zur Herbsthauptprobe ausrückten. Übungsobjekt war das Wohnhaus von Josef Eschle in der Roturachstraße 1. In der Nähe befinden sich das Roturachbächle und ein ebenso kleines Bächle, das von der kalten Herberge fließt. Aufgrund der zurückliegenden trockenen Monate führten jedoch beide Bäche nur wenig Wasser und eine normale Wasserentnahme wäre wenig effektiv gewesen.

Doch Dank einer Wassersperre, genannt Water-Gate, die die Uracher Wehr in diesem Jahr erhielt, konnte Wasser in gerade ausreichender Menge entnommen werden. Teilortskommandant Stefan Demattio hatte sogar das schwächere Roturachbächle ausgewählt, um die Wassersperre richtig testen zu können. Erst ein Mal hatten die Wehrmänner damit geprobt, doch der Ablauf gelang flott. Etwas Wasserreserve hatten die Floriansjünger noch in der Hinterhand. Von einem Weiher des Roturachhofes konnte man noch kontrolliert Wasser in das Bächle leiten, sodass der Pegel etwas anstieg. Mit Michael Bärmann vom Roturachhof hatte man durch eine Anfahrt mit dem Mannschaftstransport Kontakt aufgenommen. Bärmann leitete 50 Sekundenliter in das Bächle und nach etwa 20 Minuten kam das zusätzliche Wasser an der Wassersperre an. Das reichte, um mit drei C-Schläuchen zu löschen.

Parallel verlief die Menschenrettung. Zwei Mädchen vom Nachbarhaus, Janine und Sandra Willmann, befanden sich im Dachgeschoss des Hauses Eschle. Ein technischer Defekt hatte einen Brand ausgelöst. Hinter einer Tennentür vernahmen die Wehrmänner Hilferufe und schnell war klar, dass die Menschenrettung über die Türe erfolgen muss. Mit einer dreiteiligen Steckleiter erreichten Atemschutzmänner die Tennentür und konnten zu den eingeschlossenen Mädchen vordringen. Der stellvertretende Teilortskommandant Georg Dorer überwachte die Menschenrettung sowie den Einsatz der Atemschutzträger.

Soweit hatten die einheimischen Wehrmänner alles im Griff, was auch Gesamtkommandant Ralf Heizmann und seine beiden Stellvertreter Oliver Schrenk und Fred Heinze bei der anschließenden Zusammenkunft im Gasthaus Sternen bestätigten. Trotzdem diskutierten die verantwortlichen Feuerwehrkräfte, wie vorgegangen werden muss, wenn im Haus Eschle ein Vollbrand entstünde. In diesem Falle müssten das benachbarte Sägenhofstüble und die Sägenmühle mit einer Riegelstellung geschützt und ein Hochspannungsmast beachtet werden. Die Hammereisenbacher Wehr hätte eingreifen müssen. Mehr Löschwasser hätte in der Nähe des Merzenhofes bezogen werden müssen, wo die beiden Bäche zusammenfließen. Vom Roturachbächle hätte es aber dann nur noch Restwasser gegeben, das die Wassersperre nicht aufhalten konnte. Fazit der Herbstprobe: Bei Trockenheit kann das Löschwasser im Bereich Sägenhof durchaus knapp werden. Bedenklich verfolgten das auch einige Männer der Altersmannschaft und Anwohner. Gesamtkommandant Ralf Heizmann und Teilortskommandant Stefan Demattio beurteilten die Probe als gut abgelaufen. „Es gibt eine schlagkräftige Truppe in Urach“, lobte Heizmann.

Bürgermeister Robert Strumberger lobte ebenfalls den Ablauf und dankte für die ganzjährige Einsatzbereitschaft. Besonderen Dank erhielten die Uracher Floriansjünger von Strumberger, Heizmann und Ortsvorsteher Martin Schneider für die Eigenleistung beim Umbau des Gerätehauses. Hier hatten die Wehrmänner vorbildliche Arbeit geleistet, was schon von vielen Seiten mit Anerkennung und Respekt gewürdigt wurde.

Schnell und einfach

Die Wassersperre Water-Gate kommt aus Kanada und wurde im Jahre 2000 auf der Erfindermesse in Genf vorgestellt. Das Material ist eine gelbe, spezielle Kunststofffolie. Durch ein System von geschickt verarbeiteten Planen stellt sich die Sperre selbst auf, sobald Flüssigkeit einfließt. Water-Gate kann bei Überflutungen, beim Auffangen von verunreinigten Gewässern oder, wie in Urach, zum Aufstauen von Löschwasserreserven in Wasserläufen eingesetzt werden. Schon wenige Personen können Water-Gate aufbauen. Viele Feuerwehren sind inzwischen damit ausgerüstet.

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