Villingen-Schwenningen Weshalb eine Villinger Firma ihren guten Namen aufgibt

Traditionshaus startet neu durch. In dieser Branche verschärft sich der Wettbewerb in der Stadt enorm.

Es gibt zwei Wiebelt-Geschäfte in der Stadt. Einer davon segelt ab demnächst unter neuer Flagge. Die Wiebelt GmbH und Co. KG an der Vockenhauser Straße verwendet diesen großen Villinger Namen ab dem 11. Dezember nicht mehr. Aus diesem Wiebelt-Geschäft, das für Planen und Einrichten steht, wird Smow.

Auch im Wiebelt-Geschäft an der Villinger Bickenstraße hat sich viel geändert. Wiebelt lifestyle nennt sich die Traditionsadresse mittlerweile. Vom Trachtenkostüm bis zur schönen Einrichtungsapplikationen gibt es hier unter einem Dach und verteilt über viele Etagen ein echtes Einkaufsidyll, neuerdings auch mit einem schmucken Innenhof zum Verweilen und Kaffee schlürfen.

Bernd Hauser ist der Mann, der seit 33 Jahren hinter dem Einrichtungshaus Wiebelt steht. Geschäftsadressen sind das traditionelle Planungs-Geläuf dieses Hauses – seit etlichen Jahren aber eben auch Privat-Domizile mit Anspruch. "Wir haben schon früh festgestellt, dass auch im Oberzentrum ein Sessel für 7000 Euro gut verkaufbar ist", sagt Hauser. Natürlich werde dies nachgefragt, sagt er unter Verweis auf Möbel-Klassiker wie den Lounge-Chair von Eames.

Mit dem Neubau von Möbel-Wiebelt am Eckweg neben Möbel-Lutz endet zum 11. Dezember die Verbindung zum Hause Wiebelt. Bernd Hauser hat schon seit Jahren eine aufstrebende Führungskraft an seiner Seite. Michael Klausmann ist 28 Jahre alt und stammt auch Buchenberg bei Königsfeld. Er stieg als Azubi hier ein und ist mittlerweile mit 50 Prozent Beteiligung an der Firma "mein gleichberechtigter Partner", wie das Bernd Hauser formuliert. Er fügt stolz hinzu: "Andere reden nur vom Generationswechsel, wir machen das."

Mit der Eröffnung des 2,5 Millionen-Projekts über den Dächern von Villingen beenden Hauser udn Klausmann die Verbindung zu Wiebelt. Smow wird die Firma dann genannt. Der Name stammt von einem arrivierten Internethändler für designorientiertes Einrichten. Diese Firma schalten sich die beiden VS-Unternehmer mit ihrer Neubenennung einfach dazu. Das Mietverhältnis bei Wiebelt an der Vockenhauser Straße endet somit mit einer völligen Neustrukturierung. Viel Feinschliff steckt hinter diesem Winkelzug von Hauser und Klausmann. Die Digitalisierung des Geschäfts ist dann für den 15-Mitarbeiter-Betrieb vollzogen. Zwei Innenarchitekten und ein Azubi gehören zum Team.

Das Konzept in den neuen Schauräumen am Vorderen Eckweg sieht vor, dass die Möbel-Träume aus dem Netz hier ausprobiert werden können. Wie sitzt es sich auf dem ausgesuchten Stuhl, wie wertig ist der ins Auge gefasste Esstisch.

Mit dem Antritt von Smow Schwarzwald, wie sich die Adresse offiziell in Villingen nennen wird, verschärft sich auch der Wettbewerb auf dem Einrichtungsmarkt. Die Firma Hölzle deckt traditionell ihren Kundenbereich ab, Roller und Mömax wildern in diesen Revieren, ob Möbel-Lutz mit der Neueröffnung neben dem Hoerco-Fachmarkt wirklich die 10 000 Kunden pro Tag anzulocken vermag, ist eine der spannenden Fragen in dieser Branche. Es sind wohl die Spezialisierung und die Geschäftsidee, die hier tragfährig sein müssen. Das zeigen auch die Schwenninger Einrichtungshäuser seit längerem. Möbel-Herner setzt seit vielen Jahren auf das gediegene Segment, Würthner Wohnen an der Stadteinfahrt beim Flugplatz ist mit breitem Sortiment am Markt unterwegs und Welzer-Wohnen sowie Bene mischen ebenfalls mit, teils sehr spezialisiert.

Von einer einstmals diagnostizierten Unterversorgung auf dem Einrichtungsmarkt kann in V und S keine Rede mehr sein. Die Stadtverwaltung hat das Ihre dazu beigetragen, dass sich der Markt neu aufstellen kann. Das zeigt sich bei der künftigen Smow-Adresse. Hier rückte vor Jahresfrist OB Kubon persönlich an, "er hat seinen Laptop aufgeklappt und geschaut, was die Stadt an Grundstücken für uns hat, so kamen wir auf die Parzelle am Eckweg", schildert Bernd Hauser. Und sagt über die nicht selten auch mal kritisierte Wirtschaftsberatung im Oberzentrum: "Damit hat mir Dr. Kubon wirklich imponiert."

 

Fakten zur Firma

Der internetbasierte Anbieter Smow wurde in Leipzig gegründet. Mittlerweile gehören zum Konzept des Einrichtungsausstatters neun über Deutschland verteilte Ladenadressen, um Kunden auch auf klassische Weise anzusprechen. Das Villinger Geschäft am Vorderen Eckweg 37 wird das zehnte Smow-Haus in Deutschland.

  • Geschäftsführer Bernd Hauser: Der 55-Jährige arbeitet seit 33 Jahren bei Wiebelt. Die Namensrechte erstand er vor vielen Jahren für die Fortführung des Hauses. Hauser ist Vertriebsexperte und bearbeitet seit vielen Jahren den gesamten südbadischen Raum. Großprojekte wie das Einrichten von Sparkassen und Rathäusern sind eines seiner Spezialgebiete.
  • Geschäftsführer Michael Klausmann: Der 28-jährige Handelsfachwirt und Vertriebswirt stammt aus Buchenberg bei Königsfeld. Er lebt heute auf dem Hardt. Er begann als Azubi bei Wiebelt im Jahr 2005. Heute ist er Geschäftsführer und mit Bernd Hauser gleichberechtiger Inhaber der Firma.
  • Die Wiebelt GmbH und Co. KG wird weiterhin das tragende Firmenelement hinter dem neu benannten Einrichtungshaus am Eckweg sein. Die Firma wird aber nicht mehr nach außen in Erscheinung treten, bündelt aber im Hintergrund alle gesellschaftsrechtlichen Verhältnisse. Hauser und Klausmann sind Kommanditisten der KG, Komplementär ist die Hauser Verwaltungs GmbH. (tri)

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