Villingen-Schwenningen Verschobene Realschulprüfungen: "Es ist ärgerlich, aber die Welt geht nicht unter"

Die Deutschprüfungen an den Realschulen müssen verschoben werden. Das stellt auch die VS-Schulleiter vor Herausforderungen.

Es ist Dienstagmorgen, kurz nach halb elf, und Manfred Schmider, Konrektor an der Karl-Brachat-Realschule, ist furchtbar im Stress. Der Auslöser dafür kam am Abend zuvor, um 18.42 Uhr, in sein E-Mail Postfach geflattert. Darin teilte das Kultusministerium mit, dass die Abschlussprüfung Deutsch um gut eine Woche verschoben werden muss – von diesem Mittwoch auf nächsten Freitag – weil die Aufgaben möglicherweise nicht mehr unbekannt seien.

Um kurz vor zwölf Uhr hat Schmider am Dienstagmittag dann ein wenig Zeit zum Durchatmen. Den Morgen hat er damit verbracht, die Lehrer, Eltern und Klassen zu informieren. Er hat Vertretungsstunden neu organisiert – am Mittwoch wird der Unterricht jetzt wie gewohnt stattfinden, jedoch am Freitag, dem neuen Prüfungstermin, dann nicht mehr. "Da sind wieder andere Kollegen und Klassen betroffen." Manche Klassen hatten für Mittwoch frei, die Schüler wurden jetzt informiert, dass sie doch zur Schule kommen müssen. Auch für die Prüfungsaufssicht müssen jetzt andere Kollegen eingeteilt werden. "Es zieht sich noch ein bisschen hin, bis alles organisiert ist", sagt Schmider. Den kurzfristigen Organisations-Marathon hat er damit beinahe abgedeckt. Die längeren Verzögerungen kommen wohl noch. Denn: Die Zeitpläne verschieben sich. Die für die Zweitkorrektoren und die für die Notenvergabe möglicherweise auch. "Das bekommen wir aber dann alles mitgeteilt", sagt Schmider. "Und wir müssen eine Lösung finden."

Auch Claus Decker, Konrektor der St. Ursula Schulen, wusste seit Montagabend Bescheid. Dienstagfrüh hat er erst mal "die Maschinerie zum Laufen gebracht". Er hat die Klassen informiert ("Die Schüler waren natürlich nicht erfreut, aber sie haben es ganz gut weggesteckt"), Vertretungs- und Prüfungspläne neu organisiert. "Es ist Mehrarbeit, es ist Mehraufwand, es ist ärgerlich", sagt er. Aber: "Die Welt geht nicht unter." Er unterrichtet seit 1986, ein ähnlicher Fall ist ihm nicht bekannt.

  • Das war passiert: In einer Gemeinschaftsschule in Bad Urach (Kreis Reutlingen) haben Unbekannte einen Umschlag mit den Aufgaben für die Realschüler im Fach Deutsch geöffnet. Entdeckt wurde der geöffnete Umschlag mit beschädigtem Siegel am vergangenen Freitag. Daher wurden landesweit die Deutschprüfungen von diesem Mittwoch auf Freitag, 27. April, verschoben. Betroffen sind laut Kultusministerium etwa 40 000 Schüler in ganz Baden-Württemberg.

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