Villingen-Schwenningen VS-Schulen kämpfen gegen Lehrermangel

Geplanter Unterrichtsausfall ist zwar ein Einzelfall, dennoch haben vor allem die Grund- und Ganztagsschulen mit einer sehr knapp kalkulierten Personaldecke zu kämpfen. Da sind mitunter kreative Lösungen gefragt.

Bernd Ellinger, Schulleiter am Schulverbund am Deutenberg, hat es dieses Jahr besonders hart erwischt: Er plant den Unterrichtsausfall bereits im Voraus mit ein. "Wir haben einfach nicht genug Lehrkräfte", sagt er. Ganz so drastisch sieht es an den anderen Schulen der Doppelstadt zwar nicht aus. Dennoch: Der ländliche Raum, die zu geringe Vergütung der Grundschullehrer, zu wenig Bewerber an den Haupt- und Realschulen hinterlassen auch dort ihre Spuren. Ein Überblick.

  • Bickebergschule: Wenn Schulleiter Alexander Hermann sagt, "wir sind ausreichend versorgt", meint er eigentlich: "Wir sind ganz stark an der Grenze." Und: "Wir sind deutlich schlechter versorgt, als in den letzten Jahren." 48 Lehrkräfte und drei Referendare kümmern sich dieses Jahr um 610 Schüler. Die Versorgung liegt bei 100 Prozent. "Was wir benötigen, haben wir bekommen." Unterrichtsausfälle werde es dennoch geben. Im Krankheitsfall beispielsweise. Auch wenn ein Ausfall aufgrund des Ganztagsangebots die "Ultima Ratio" ist. Vorher werden Gruppen zusammengelegt oder andere kreative Lösungen gesucht, sagt Hermann.
  • Karl-Brachat-Realschule: Schulleiter Rainer Beha ist zufrieden. "Die Lehrerversorgungssituation ist gut. Es können alle Pflichtstunden erteilt werden." Außerdem sind auch wieder mehrere Maßnahmen im Bereich der Arbeitsgemeinschaften sowie in der individuellen Förderung und bei der Lese- und Rechtschreibförderung möglich.
  • Gymnasium am Hoptbühl: "Wir haben in diesem Jahr das erste Mal die Situation", sagt Schulleiterin Simone Duelli-Meßmer, "dass eine Reserve da ist". Wenn auch nur eine ganz kleine. 69 Lehrer (darunter sieben Referendare) kümmern sich um 664 Schüler. Die gute Versorgung liegt zum einen an den vielen Bewerbern fürs Gymnasium und zum anderen daran, dass sie sowohl in der 10. als auch in der fünften Jahrgangsstufe nur noch drei Klassen anstatt vier anbieten. Das entspannt die Situation.
  • Gymnasium am Deutenberg: Manfred Koschek, Schulleiter des GAD, traut es sich kaum zu sagen: "Wir haben eine leicht bessere Lehrerversorgung als im letzten Jahr." Die Gründe: "Eine frühe Planung, eine aktive Personalpolitik und das Glück, am Ende noch genau eine Kollegin bekommen zu haben, die einen Mangelbereich abdeckt." Als einzige Schule im Kreis können sie sogar DAZ-Schüler (rund 20 davon haben sie, die Deutsch als Zweite Fremdsprache lernen) aufnehmen.
  • St. Ursula Schulen: Schulleiter Johannes Kaiser ist als Leiter einer Privatschule in einer glücklichen Position. Das Kollegium für dieses Jahr ist voll belegt, suchen kann er sich die Lehrer selbst. Sechs neue Kräfte hat er dieses Jahr gebraucht. Dennoch merkt auch er den Lehrermangel: "Die Suche war so schwierig, wie noch nie." Sein größtes Problem: Viele kommen, schauen sich die Schlule an, sind begeistert, und sagen dann: "In Villingen zu wohnen, kann ich mir nicht vorstellen."
  • Neckarschule: Fenke Härtel, Rektorin der Neckarschule, lacht, ob der Frage, wo die Lehrerversorgung zum neuen Schuljahr prozentual liege und sagt: "Natürlich unter 100 Prozent." 17 Lehrkräfte und eine pädagogische Assistentin kümmern sich um 260 Schüler. "Es darf halt nichts passieren." Mindestens eineinhalb Stellen würde sie mehr brauchen. Schwimmunterricht können sie nicht geben, Fördermöglichkeiten für Lernschwache oder ausländische Kinder gibt es kaum mehr. Den Projektbereich für den Nachmittag decken sie schon seit Jahren nicht mehr mit Lehrkräften, sondern mit Ehrenamtlichen und Helfern des Jugendamtes ab. Neue Lösungen müssen her, sagt sie. Vielleicht müsse man nicht mehr Klassenweise denken. Dann könnte beispielsweise eine Lehrkraft sich alle guten Schüler schnappen und weiter fördern, eine kümmert sich um die Schwächeren, eine dritte übernimmt das Mittelfeld. Sie sagt: "Mit einem guten Team und viel gutem Willen lässt sich viel erreichen."

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