Villingen-Schwenningen Stehende Ovationen und Jubel: Katzen-Karneval in Höchstform

2,5 Stunden Kurzweil und überzeugende Show: Der gelungene Ball des Villinger Katzenmusikvereins "Miau" begeistert die vielen Besucher in der Neuen Tonhalle. Hier gibt es alle Bilder!

Der Villinger Katzenmusikverein „Miau“ überraschte am Wochenende mit dem besten Ball seit vielen Jahren. Was die zahlreichen Akteure auf die Bühne der Neuen Tonhalle zauberten, verdiente ein Sonderlob – stehende Ovationen belohnten am Freitag die Katzenmusik für eine bis zur letzten Minute überzeugende Leistung. Die drei Regisseurinnen Andrea Irion, Angela Kornhaas und Heidi Mayer servierten ein Programm ohne Längen, mit überraschenden Momenten, einem gelungenen Wechsel zwischen Sprech- und Tanznummern. Der Ball stand unter dem Motto „Jedem Jeck si Kapp – die Prunksitzung bei der Katzenmusik“ und der karnevalistische Schwung trieb die Katzen zu Höchstleistungen.

  • Warum der Ball gut war: Die Mischung stimmte, keine Nummer wurde in die Länge gezogen. Die Freude an der Bühnenshow war den Katzenmusikern ins Gesicht geschrieben – von den Jüngsten, den Bambinis, bis hin zum Girlyballett, eine Augenweide auch das Kinderballett der Katzenpolizei, der „Muskelkater“ mit den vielen Jungs – in dem Alter ist das keine Selbstverständlichkeit, wie sie über die Bühne wirbelten. Das Damenballett ist bei den Katzen eine sichere Bank, die Herren als Doppelzentner, „die Chippendales der Katzenmusik" sowieso. Der Funke sprang über, wenn dann auch noch die Pyrotechnik die Stimmung befeuerte, konnte nichts mehr schiefgehen.
  • Geglücktes Generationen-Zusammenspiel: Immer mal wieder eine Problemzone waren in der Vergangenheit die Sprechstücke, dieses Mal nicht. Der bühnenerfahrene Henry Greif machte den Anfang, reimte sich durch Untiefen der Stadtpolitik, frech in der Narrenkappe nahm er die Bindestrich-Mentalität der Doppelstadt aufs Korn, wo jeder am liebsten genau das bekommen will, was das Gegenüber im anderen großen Stadtbezirk schon hat. Da griff er zur Axt, ein Hieb spaltete den Werbestuhl eines großen Möbelhauses – alles Aktionskunst. Wie gut die junge Generation nachrückte, zeigte Luca Theise zusammen mit Nicolas Mayer am Frühstückstisch, rotzfrech klärte der Sohn den Vater über den Unterschied von „Bube und Maidle“ auf. Klasse präsentierte sich auch die Jugendkapelle um Niklas Klein, als der Kater eine Mieze für die Zeit im Turm suchte. Das Zusammenspiel zwischen Erfahrung (Benno Kilzer) und Jugend klappte. Grandios – wie sich vier Mädels um den Kater mühten, Kilzer als Altvillingerin gesellte sich dann aber doch zum Zunftmeister der Narrozunft, Anselm Säger – „dem Foxtrott-Gott von Villingen“ – und ließ der Rietvogel-Dame den Vortritt.
  • Hochstimmung in der Neuen Tonhalle: Prächtig war die Stimmung in der Neuen Tonhalle ohnehin schon – und wurde mit dem Auftritt der Gassenhauer noch besser. Was das Dreigestirn seinem Publikum dann bot? Ganz große Fasnets-Kunst. „Trau di mol“ forderte Katzen-Chef und Mit-Sänger Dominik Schaaf Oberbürgermeister Rupert Kubon auf und spielte nicht nur auf das Zögern bei der OB-Kandidatur an, sondern auch auf dessen Hinhalte-Taktik beim Katzen-Domizil. Doch wandelten die Drei wie auch die anderen Akteure auf dem Grat, der in der Fastnacht immer erlaubt ist: Die Oberen angreifen – ja gern, aber nie verletzend. Und dann nahm sich das Trio noch die Zunft zur Brust – für ihr Alleinstellungs-Merkmal, den Frauen den Zutritt in den Rat zu verwehren, gab es Contra: „Gebt den Weibern das Kommando – die Zunft gehört in Weiberhände“ mit rosa Foulard und Lipp-Gloss auf der Scheme, sangen die Gassenhauer mit Verve.
  • Das Motto – genau richtig: Es engte nicht so sehr ein, gab einen groben Rahmen vor, der Blick auf die karnevalesken Züge von Villingen und Schwenningen. Die Prunksitzung umrahmte den Abend – nicht nur mit einem imposanten Bühnenbild, sondern auch mit sympathischen Details wie der Begleitband. Die Zeit verging wie im Flug und zum Schluss gab es stehenden Applaus, der auch den vielen Helfern galt, die nicht im Rampenlicht standen, aber auch zum Gelingen dieses denkwürdigen Balls beitrugen.

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