Villingen-Schwenningen Stachel im Fleisch

Die Stolperstein-Initiative bleibt ein Stachel im Fleisch der Kommunalpolitik dieser Stadt. Die geplante Vereinsgründung, so sie erfolgreich zustande kommt, ist sicher der richtige Schritt, um das Anliegen der Bürger in dieser Runde voranzubringen: Das individuelle, in den Alltag der Stadt eingebettete Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus.

Außerdem hat die Initiative bereits erfolgreich damit begonnen, weitere Schicksale verfolgter Menschen dem Vergessen zu entreißen, darunter auch geistig behinderter Menschen, die im Jargon der Nazis als „lebensunwertes Leben“ abgestempelt und skrupellos ermordet wurden. Hier gibt es offenbar noch viel zu tun. Über das Schicksal der Euthanasie-Opfer in unserer Region, aber auch der Sinti und Roma, ist bisher kaum etwas bekannt. Insofern kann man nur den Hut ziehen vor den Idealisten, die dieses düstere Kapitel unserer Vergangenheit zu erhellen versuchen, das sich vor 70 Jahren auch in unserer Stadt abgespielt hat. Die Erforschung dieser Einzelschicksale wird auch eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Stadtgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, wie sie der Gemeinderat am Mittwoch beschlossen hat, im Detail gar nicht leisten können. Vielmehr dürfte es umgekehrt sein. Die Historiker der Stadtgeschichte werden die Erkenntnisse der Stolperstein-Initiative in ihre Arbeit einfließen lassen. Man kann die Initiative daher nur ermuntern, auf ihre Weg weiterzumachen. Und weiterhin Stachel zu bleiben gegen das Vergessen(wollen).

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