Villingen-Schwenningen Sonnenbädle: Kassierer wegen Untreue vor Gericht

Insgesamt 3250 Euro soll der ehemalige Kassier der Abteilung Sonnenbädle des Schwenninger Naturheilvereins entwendet haben.

Weil er Vereinsgelder veruntreut haben soll, musste sich der ehemalige Kassierer der Abteilung Sonnenbädle des Schwenninger Naturheilvereins vor dem Amtsgericht Villingen verantworten. Dem 49-Jährigen wurde zur Last gelegt, das Vereinskonto insgesamt 47 mal für eigene Zwecke in Anspruch genommen zu haben. So soll er 25 mal kleinere Geldbeträge zwischen fünf und 500 Euro an Geldautomaten abgehoben haben. Außerdem habe er im Laufe des Jahres 2016 verschiedene Dinge erworben, darunter typische Vereinsmaterialien wie Schirmständer, Flyer und Plakate, aber auch einige Tankfüllungen, ein Telefon und immer wieder Zigaretten. Knapp 3250 Euro soll der Mann so unrechtmäßig aus der Vereinskasse genommen haben.

Nach der langen Anklageschrift der Staatsanwältin, die alle 47 Punkte vortrug, wies Richter Christian Bäumler gleich zu Beginn der Verhandlung den Einwand des Verteidigers zurück, dass das abgehobene Bargeld auch als Aufwandsentschädigung gedient habe. Wäre dies der Fall gewesen, hätte der Angeklagte diese Ansprüche gegenüber dem Vorstand geltend machen können, sagte Bäumler und verwies auf seine eigene Expertise in Vereinsangelegenheiten.

Kompliziert wurde es, als das Gericht den genauen Verbleib des Bargeldes erörtern wollte. Der Angeklagte verwies auf die Barkasse des Vereins. An besonders warmen Tagen mit viel Betrieb sei oft viel Wechselgeld gebraucht worden. Auch die Zigaretten seien für den Kioskverkauf im Sonnenbädle gekauft worden. Belege vom Wechselgeld-Automaten könne er nicht mehr vorweisen. Nicht beantworten konnte er die Frage zu einem Chatverlauf, wonach der Angeklagte geschrieben habe, dass der "Mist gebaut" habe und sich beim Verein Geld geliehen habe.

Der Richter äußerte die Vermutung, dass der Angeklagte knapp bei Kasse gewesen sei und sich mit dem Vereinskonto ausgeholfen habe. Das Verfahren wurde nach einer anderthalbstündigen Unterbrechung eingestellt, nachdem der Einspruch gegen den Strafbefehl, der zu diesem Prozess geführt hatte, vom Angeklagten zurückgezogen wurde.

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