Villingen-Schwenningen Silphie: Eine Pflanze als "eierlegende Wollmilchsau"

Landwirt Jürgen Fleig stellt sein Silphiefeld im Villinger Industriegebiet Salzgrube vor. Ökologischer Anbau gewinnt immer mehr an Bedeutung.

VS-Villingen – Was tun, wenn aus Ackerland ein neues Industriegebiet wird, nämlich das Industriegebiet Salzgrube und die EU vorschreibt, dass dafür ein Naturschutzraum entstehen muss, der nicht gedüngt und wo keine Pflanzenschutzmittel verwendet werden dürfen?

Da hatte Landwirt Jürgen Fleig die richtige Idee und baut seit 2013 Silphie an, eine gelbblühende Ackerpflanze. Mit dem Anbau von Silphie schlage er gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe, Silphie sei gewissermaßen "eine eierlegende Wollmilchsau".

Nun hat er im Gebiet Salzgrube ein weiteres Silphie-Feld angelegt, das 5,4 Hektar groß ist. "Betreten des Feldes ist ausdrücklich erwünscht", sagt Jürgen Fleig. Angemessen können Besucher, wie beispielsweise Fahrradfahrer, diesen sommerlichen Anblick auf einem Hochsitz genießen, den Jürgen Fleig hat errichten lassen und der ein paar Meter mitten im Feld steht. Hier kann man ausruhen inmitten eines weiten Blütenmeers und dem Summen der Bienen lauschen.

Die Vorteile der Pflanze liegen für Fleig auf der Hand: Kein Pflanzenschutz sei für Silphie notwendig, sie sei "konkurrenzkräftig" wie Jürgen Fleig erklärt. Man könne sie in Ruhe wachsen lassen und selbst die Distel habe gegen Silphie keine Chance. Wo Silphie gedeihe, da wachse kein Unkraut mehr, betonte der Landwirt.

Die Pflanze brauche keine Düngung, keine Pflege, kann einmal im Jahr geerntet werden und wachse dann von selbst wieder nach. "Zehn Jahre lang", erklärte Jürgen Fleig. Natürlich müsse er noch Erfahrungen sammeln mit dieser Pflanze, aber im Idealfall sei Silphie absolut pflegeleicht.

Auch als Energieträger sei Silphie durchaus konkurrenzfähig und somit eine wichtige Einnahmequelle für seinen Bauernhof. Ein Hektar Erntegut von Silphie verwandeln sich in seiner Biogasanlage zu 20 000 Kilowattstunden, mit denen man sechs Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgen könne.

Das wunderschön gelb blühende Silphiefeld sei ein Paradies und unschätzbar wichtiger Lebensraum für Insekten, besonders für die Honigbiene. Ariane Fleig, Ehefrau von Michael Fleig, ist ganz begeistert von dem Honig, den die Bienen aus den abertausenden Blüten von Silphie gewinnen: "Der Honig ist absolute Spitzenklasse, leider gibt es ihn noch zu wenig." Ein Geheimtipp also für alle Honigfreunde.

Im Juli und August zeigt sich Silphie in gelber Blütenpracht, bevor sie dann im späten September geerntet wird. Das leuchtende Gelb ihrer Blüten kann durchaus mit Raps und Sonnenblumen mithalten. "Einfach ein schöner Anblick", wie Ariane Fleig bemerkt.

Die Pflanze

Die Durchwachsene Silphie, so der vollständige Name, stammt ursprünglich aus Nordamerika und gehört zur Familie der Korbblütler. Sie wird bis zu drei Meter hoch und wird wegen ihrer großen Biomasseproduktion häufig als Energiepflanze für Biogasanlagen angebaut. (sk)

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