Villingen-Schwenningen Schwierige Logistik in armem Land – Meisterschüler sanieren Schuldach in Oradea

Der Freundeskreis Oradea/VS-Villingen organisiert einen ungewöhnlichen Handwerkereinsatz. Eine Klempner-Meisterklasse aus Stuttgart saniert in Rumänien ein marodes Schuldach. Das erweist sich als logistische Herausforderung.

Einen nicht alltäglichen Arbeitseinsatz in Rumänien leistete eine Klempner-Meisterklasse der Robert-Mayer-Schule aus Stuttgart. Die Anregung dazu lieferte der Freundeskreis Oradea/VS-Villingen.

Während eines zehntägigen Aufenthalts in der kleinen, recht armen Dorfgemeinde Saniob am Fuße der Westkarpaten reparierten die Schüler und ihr Praxislehrer Daniel Wagner fachkundig das völlig marode Dach der Schule eines von katholischen Schwestern geleiteten Kinderheimes.

Organisator der Hilfsaktion war Oberstudienrat Hans Peter Rösch, der den ehrenamtlichen Arbeitseinsatz anhand von Fotos, die seine Mutter Irmgard Rösch beim vorigen Villinger Hilfstransport aufgenommenen hatte, sorgfältig vorgeplant und auch das Arbeitsmaterial besorgt hatte. Zu den Meisterschülern dieser Aktion gehörte auch Timo Kammerer, Sohn einer Klempnerei in Furtwangen.

Nach der langen Fahrt durch die ungarische Tundra musste zunächst einmal der Armutschock in den rumänischen Landgemeinden verkraftet werden. Die gesamten Häuser der Dörfer glichen einfachen Hütten. Umso mehr überrascht waren die Schüler dann bei der Ankunft im Kinderheim Auro Danubia, das vom Stift Melk in Österreich ansehnlich hergerichtet worden war. Sie waren glücklich, dort auch Unterkunft und Verpflegung zu bekommen. Völlig heruntergekommen war jedoch die Schule, die von mehr als 100 Heimkindern und den Schülern der umliegenden Dörfer besucht wird.

Nicht nur von der logistischen Seite aus gesehen war diese Aktion eine große Herausforderung. Es gab nur vage Baupläne und schon das benötigte Gerüstmaterial war in der gesamten Umgebung nicht aufzutreiben, sodass ideenreich improvisiert werden musste. Die benötigten Maschinen sowie Handwerkszeug und das gesamte von deutschen Firmen gespendete Baumaterial – Metallteile mit Haften, Schrauben und sämtliches Kleinmaterial – hatten die Schüler mitgebracht.

Beim Aufdecken des Daches kamen bereits total morsche Bretter und verfaulte Balken zum Vorschein, sodass die komplette Unterkonstruktion neu geschaffen werden musste.

Die Kunde, dass deutsche Handwerker im Lande sind, hatte sich schnell herumgesprochen. So wurden die Schüler immer wieder um kleinere Reparaturen an anderen Dächern gebeten. Die Dorfbewohner konnten es nicht fassen, was die Deutschen so alles bewegten. Bei diesen Fachleuten saß einfach jeder Handgriff. Alles wurde in Handwerks-Präzession ausgeführt. Nach zehn Tagen intensiver Arbeit wurden weithin sichtbar die Fahnen gehisst und ein Erinnerungsschild angebracht.

Abschied fällt schwer

Nach einem kleinen Ausflug in die Umgebung packten die Schüler letztlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge ihre Sachen zusammen, um zu Hause wieder die bereits begonnene Schule zu besuchen. Die interessierten Kinder, vielfach Sozialwaisen, deren Eltern nicht mehr von ihren Arbeitseinsätzen im Ausland zurückkehrt sind, waren ihnen so richtig ans Herz gewachsen.

Alle Beteiligten erkannten letztlich, wie wertvoll solche Einsätze sind. Neben der Lösung schwieriger technischer Probleme war das Arbeiten im Team und die gute Kameradschaft eine Grundvoraussetzung für das gute Gelingen der Mission. Auch durch das enge Zusammenleben mit den Kindern jeglicher Altersstufen wurden von den angehenden Meistern wertvolle Erfahrungen im zwischenmenschlichen Bereich gemacht und gute Freundschaften geschlossen.

Hilfe für Oradea

Der nächste Hilfstransport des Freundeskreises Oradea ist über den Jahreswechsel geplant. Wer den Freundeskreis mit einer Geldspende unterstützen will, kann auf eines der Spendenkonten überweisen. Spendenbescheinigungen werden ausgestellt.

  • Volksbank Schwarzwald-Baar: IBAN: DE97 6949 0000 0002 9999 00BIC: GENODE61VS1
  • Sparkasse Schwarzwald-Baar IBAN: DE91 6945 0065 0000 0590 99 BIC: SOLADES1VSS.

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