Villingen-Schwenningen Schmuse-Tiger in Lebensgröße

Auf Herdenen startet die große Raubtier-Schau. Die Zuschauer erfahren viel über die Eigenheiten der Tiere, denen große Gehege zur Verfügung stehen.

Die Atmosphäre bei der Raubtiershow von Christian und Jan Walliser ist fast familiär. Dicht am Raubtiergitter in der Manege sitzen die Besucher bei schummriger Beleuchtung auf Stühlen und lauschen den Erklärungen von Manager Jan Walliser. „Bitte während der Vorführungen nicht aufstehen oder hin- und herlaufen und schon gar nicht an das Gitter langen, so kuschelig die Raubtiere auch aussehen“, mahnt er eindringlich: „Und wenn Euch ein Tiger anpieselt, bitte nicht aufspringen, die markieren nur.“

Dann betreten die Tiger Radja, Tschaipur und India sowie der verfressene, dicke Kumal die Manege. Sie untersuchen das Gitter, schauen die Zuschauer aus ihren unergründlichen Augen an und man hört keinen Mucks. „Kumal rührt keine Kralle ohne ein Stück Fleisch, schauen Sie sich mal seine Figur an“, erläutert Jan Walliser. Dann erscheint Christian Walliser und versucht, den dicken Kumal dazu zu bewegen, über den Balken zu balancieren. Das Tier bleibt mitten auf dem Balken stehen und krakeelt nach Fleisch -. die Zuschauer amüsieren sich köstlich. Die Tigerdame India kann aus dem Stand fünf Meter hoch springen und zehn Meter weit, der Vollprofi Radja könnte mindestens sechs Rollen durch die Manege hinbekommen, nach einer Rolle steht er aber auf mit dem Blick: „Das muss für heute genügen“. Jan Walliser grinst und Christian Walliser ignoriert die Unlust der Kameraden.

Die beiden Löwen-Damen Surli und Manouschka.
Die beiden Löwen-Damen Surli und Manouschka.

Nach den Tigern betreten die Löwinnen Surli und Manouschka die Manege und geben sich gereizt. Sie tun zwar das, was Christian Walliser gerne hätte, aber nicht ohne vorherige Scheingefechte. Jan Walliser schwärmt in den höchsten Tönen von den beiden Löwinnen Kaja und Chanel, sie ist die Schönste und absolut paarungsbereit. Draußen brüllt der Löwe nach seinen Damen und Chanel hört überhaupt nicht hin, was Christian Walliser ihr aufträgt. Sie horcht auf das Gebrüll des Löwen, ignoriert den Chef und das Publikum und tut einfach nichts. Im Hintergrund steht Jan Walliser mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Dann betreten die Jungen Wilden die Manege: Sanga, Aurora und Montecor, den Jan Walliser mit der Flasche aufgezogen hat. Alle drei müssen noch lernen, wobei Montecor die Ruhe weg hat. Er balanciert über den Balken vor und zurück, obwohl er gar nicht aufgefordert wurde. Jan Walliser schwärmt: „Er hat bei mir im Bett geschlafen, bis es zu eng wurde, dann musste ich drei Monate bei ihm im Stroh schlafen, weil er so plärrte“, erzählt er gerührt. Montecor ist mit seinen zwei Jahren riesig und versucht immer wieder, zu Jan zu traben, um zu schmusen. Jan Walliser berichtet über alle Eigenheiten der Tiere und warnt immer wieder: „Das sind keine Kuscheltiere, bitte nicht an das Gitter kommen“.

Die Zuschauer sind begeistert, obwohl sie keine Zirkusshow mit Kunststücken gesehen haben, sondern ein geduldiges Erziehen der Großkatzen, denen Christian nie seinen Willen aufzwingt, was sie zu schätzen wissen, manchmal aber auch ausnutzen, da sind schon ein paar Schlitzohren dabei. Viele Fragen beantwortet Jan Walliser und die Zuschauer sind der Meinung: „Also Tierquälerei ist das hier wirklich nicht“. Nach der Vorführung dürfen sie bei der Fütterung zuschauen, immerhin wissen sie inzwischen, dass jede Großkatze acht bis zehn Kilogramm Fleisch am Tag verzehrt, bei Kumal ist es wahrscheinlich etwas mehr.

Vorführungen

Bis zum 10. Mai macht die Raubtiershow von Christian und Jan Walliser Station auf Herdenen. Vorführungen sind jeweils am Donnerstag, Freitag und Samstag um 16 Uhr, am Sonntag um 14 Uhr. Montag, Dienstag und Mittwoch sind keine Vorführungen. Der Eintritt kostet 17 Euro für Erwachsene und 15 Euro für Kinder. Die Raubtiere sind jeden Tag ab 11 Uhr in ihren großen Gehegen zu sehen, der Eintritt ist frei.

 

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