Villingen-Schwenningen Pro Stolpersteine kämpft weiter – Nächste Aktion noch im Oktober

Der Verein Pro Stolpersteine setzt seine Mahnwachen fort. Die Schatzmeisterin hört zum Jahresende auf.

Pro Stolpersteine hat seine Hauptversammlung abgehalten. Aktuell hat der Verein 32 Mitglieder, das sei eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr, gab Vorsitzender Friedrich Engelke bekannt. In der Versammlung wurde die bisherige Schatzmeisterin Irene Leute-Reibenstein aus ihrer Verantwortung entlassen. Ab dem ersten Januar 2016 ist Raphael Werne für die Finanzen des Vereins zuständig.

Der Verein Pro Stolpersteine Villingen-Schwenningen hat es sich zur Aufgabe gemacht, zur Erinnerung an im dritten Reich von Nazischergen verfolgte und oftmals getötete Menschen zu erinnern. Zu deren Gedenken sollen Stolpersteine verlegt werden. Allerdings ist es den Mitgliedern bislang in der Doppelstadt nicht gelungen, die Zustimmung der Mehrheit des Gemeinderats zu erlangen. Man habe noch einen weiten Weg vor sich, konstatierte deshalb Friedrich Engelke in der Versammlung.

Jetzt mit neuen Anträgen an die Gemeinderäte heranzutreten und doch noch ein Okay für die Verlegung von Stolpersteinen zu bekommen, sei wohl aussichtslos, sagte Engelke. Das sei traurig und unverständlich, insbesondere wenn man in die Nachbarstadt Tuttlingen schaue. Dort seien kaum jüdische Mitbürger wohnhaft gewesen und trotzdem habe sich der dortige Gemeinderat für das Kunstobjekt Stolpersteine entschieden.

Der Verein werde allerdings weiter die erfolgreichen Mahnwachen und weitere Aktionen sowie Vorträge gegen das Vergessen ausführen, kündigte Engelke an. Entgegen den anfänglichen Befürchtungen seien die Mahnwachen sehr erfolgreich und man komme immer wieder mit den Menschen ins Gespräch.

Deshalb startet die nächste Aktion auch am Sonntag, den 25. Oktober, um 19 Uhr am Villinger Gedenkstein des ökumenischen Jugendprojekts Mahnmal auf dem Bahnhofsvorplatz der Zähringerstadt. Die weiteren Termine wolle man jeweils über die Zeitung bekannt geben, sagte der Vorsitzende.

Ein besonderes Gedenken gelte in diesem Jahr auch den zahlreichen Opfern der von den Nationalsozialisten durchgeführten Euthanasie, der organisierten Tötung von geistig und körperlich behinderten Menschen. Allein im Kreisgebiet habe es noch im Jahr 1945 fast 200 Opfer gegeben.

Zu den Mahnwachen, die in Herbst und Winter wieder regelmäßig abgehalten werden sollen, sind alle Bürger eingeladen. Wer sich darüber hinaus engagieren möchte, kann Mitglied im Verein werden (www.pro-stolpersteine-vs.de) oder auch eine der Patenschaften für die Stolpersteine übernehmen.

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