Villingen-Schwenningen Polizei-Hochschule: Villingen wird jetzt eine Studenten-Stadt

Polizisten-Wohngemeinschaften entlang der Dattenbergstraße. Doch nicht jeder ist glücklich über die Nutzung, auch viele Familien mit Kindern hofften auf die Immobilien. Poker um die Franzosen-Blocks hält noch an

Dramatisch zugespitzt hat sich der Mangel an günstigen Immobilien in VS-Villingen, manch einer, der dringend eine Wohnung sucht, wirft gern einen Blick auf die früheren Offiziershäuser entlang der Dattenbergstraße. Sie wären für Familien mit Kindern ideal. Doch dort werden ab Oktober 90 Studenten der Hochschule für Polizei einziehen. Es könnten nicht die letzten sein: Ab Herbst 2018 braucht die Hochschule Platz für weitere 200 Studenten. Ausgeschlossen wird nicht, dass sie in den früheren Franzosenblocks unterkommen.

Damit wird Villingen Studentenstadt, obwohl sich in dem Stadtbezirk keine Hochschuleinrichtung befindet. Die sind in Schwenningen angesiedelt. Weil aber die Polizeihochschule zusätzliche Kräfte ausbildet, sind Unterkünfte begehrt und knapp. Renato Gigliotti, Sprecher im Innenministerium, ist zufrieden, dass die Hochschule "schnell und unkompliziert" die zusätzlichen Kommissarsanwärter unterbringen kann. "Für eine Stadt sind Studentenwohnungen nicht das Schlechteste", betont er vor dem Hintergrund der aktuellen, in eine andere Richtung laufende Diskussion, die Immobilien günstig auf den überhitzten Markt zu werfen. Bei Zugeständnissen zu den derzeit leeren, früheren Franzosenblocks gibt er sich dagegen wortkarg. "Wir prüfen verschiedenen Optionen bis hin zu der Möglichkeit, einen weiteren Campus außerhalb von Villingen-Schwenningen aufzubauen", meint er. Bis zur finalen Entscheidung dürfte das Land diese Immobilien in der Kirnacher Straße 37 bis 45 und Dattenbergstraße 3 bis 6 nicht freigeben.

Was geschieht mit den Franzosen-Blocks?

Der Poker dauert also an, auch wenn die Stadt betont, weiter dafür zu kämpfen, dass dort in naher Zukunft Sozialwohnungen angeboten werden. Doch das Gelände gehört dem Bund und wird von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) verwaltet. Es bestehe eine "Zugriffshierarchie", betont Bima-Vertreter Claus-Jürgen Treutle – im Klartext: Das Land kommt vor der Stadt und das habe bisher "keinen Verzicht erklärt", auch wenn die Bima um die Einigungsgespräche weiß.

Den Polizeistudenten wird dagegen diese Kontroverse herzlich egal sein, wahrscheinlich freuen sie sich auf die Reihenhäuschen mehr als auf ein Mehrfamilienhaus. Die Immobilien in der Dattenbergstraße 15 bis 35, 51 bis 57 sowie Pictoriusstraße 5 und 7 werden Polizisten-WGs. In je einem Reihenhaus stehen insgesamt vier Betten, zwei in einem Doppelzimmer und je eins in zwei Einzelzimmern zur Verfügung. In der Pictoriusstraße entstehen 12 Dreier-Wohngemeinschaften, berichtet Günter Hones, Sprecher der Polizeihochschule. Ob die angehenden Kommissare das Studentenleben genießen werden, bleibt abzuwarten. Das Studium gilt als anspruchsvoll. Die Vorlesungszeiten werden wegen des Ansturms von 8 bis 18 Uhr ausgeweitet und auch in den Gruppen des Hauptstudiums sitzen künftig, so Hones, mehr Studenten: 45 statt bisher 30.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Adventskalender - weil Vorfreude die schönste Freude ist
Neu aus diesem Ressort
Schwarzwald-Baar
Villingen-Schwenningen
Schwarzwald-Baar
Schwarzwald-Baar
Villingen-Schwenningen
Villingen-Schwenningen
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren