Villingen-Schwenningen Neuer Vorstoß für Polizeipräsidium in Villingen

Wird es doch noch ein Polizeipräsidium in Villingen geben? Derzeit steht die Polizeireform auf dem Prüfstand, Landrat und OB wollen die Chance nun nutzen. Und es gibt gute Gründe.

Oberbürgermeister Kubon und Landrat Sven Hinterseh wollen die Überprüfung der Polizeireform nutzen, um nochmals einen Vorstoß für die Ansiedlung des Polizeipräsidiums in Villingen zu unternehmen, das teilt OB Kubon auf Anfrage des SÜDKURIER mit. Der Gemeinderat wird dazu eine entsprechende Resolution an das Innenministerium verfassen, darauf hat sich das Gremium in seiner Sitzung am Mittwoch fraktionsübergreifend verständigt.

Den Antrag für die Resolution hatte Gemeinderat Gunther Dreher (CDU) gestellt. Hintergrund ist die noch bis zum Frühjahr 2017 andauernde Überprüfung der Polizeireform, die Innenminister Thomas Strobl (CDU) im Oktober eingeleitet hat. "Es wird unsere letzte Chance sein, das, was wir damals verpasst haben, noch einmal zu ändern", sagt Dreher. Sein Ziel: das Oberzentrum Villingen-Schwenningen zu stärken.

Der Fokus für OB Kubon liegt derweil noch wo anders. Kubon will weiter am Aus- und Aufbau der Polizeihochschule und des Spezialpräsidiums festhalten. "Wir gehen davon aus, dass deshalb zeitnah eine Entscheidung über die Wiederbesetzung des Rektors/Präsidenten getroffen wird", heißt es von der Pressestelle der Stadt auf Nachfrage. "Der Oberbürgermeister", sagt Dreher, "hat das Problem nicht richtig erfasst". Das Ausbildungspräsidium sei eine interne Geschichte, das auf die operative Polizei keinen Einfluss habe. Viel wichtiger wäre ein richtiges Präsidium vor Ort, das Entscheidungen treffen kann.

Auf dem Prüfstand stehen derzeit der örtliche Zuschnitt – möglicherweise werden die Landkreise Freudenstadt und Balingen künftig anderen Präsidien zugeordnet werden. Sowie der Sitz des Präsidiums. Villingen wäre dafür prädestiniert, argumentiert Dreher. Sowohl was das Kriminalitätsgeschehen angeht: "Anders als in Tuttlingen haben wir hier eine Rockerszene und eine Rotlichtszene mit der entsprechenden Begleitkriminalität." Als auch was die Räumlichkeiten angeht. "Villingen hat genug Platz für ein Präsidium." Außerdem wäre der Sitz zentraler. Unter anderem wurde damals argumentiert, dass in Tuttlingen mehr Platz sei, das lies sich jedoch nicht halten. Derzeit ist dort ein millionenschwerer Anbau geplant.

Vor zwei Jahren trat die vom damaligen Innenminister Reinhold Gall (SPD) konzipierte Reform in Kraft, bei der 37 Polizeipräsidien und -direktionen zu zwölf regionalen Präsidien zusammengelegt wurden. Als Oberzentrum wäre auch VS als Standort in Frage gekommen. Kubon wurde damals vorgeworfen, das Präsidium widerstandslos nach Tuttlingen abgegeben zu haben.

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