Villingen-Schwenningen Junge Union regt Kompromiss an

Zur Debatte über die Stolpersteine hat die Junge Union Villingen-Schwenningen jetzt einen nach eigener Einschätzung „lösungsorientierten Kompromissvorschlag“. Die Meinungen über diese Pflastersteine aus Metall mit Inschrift gehen auseinander. Mit dieser Gedenkform soll unmittelbar in der Straße vor den Häusern an frühere jüdische Mitbürger erinnert werden.

Wir veröffentlichen die folgende Stellungnahme der Jungen Union:

Im Oktober beginnt der Verein „Pro Stolpersteine Villingen-Schwenningen“ wieder mit Mahnwachen für die Opfer des NS-Regimes. Trotz der wiederholten (knappen) Ablehnung durch den Gemeinderat verstummen die Unterstützer nicht. Für sie scheint die Sache einfach: Die Finanzierung wird privat durch Bürger gestemmt, die Stadträte müssten also nur noch ihr Okay für die Verlegung auf öffentlichem Boden geben.

Angesichts der Schrecken der nationalsozialistischen Terrorherrschaft erscheinen die Gründe für eine Ablehnung oft in einem unglücklichen Licht. Falsche Political Correctness ist aber wenig zielführend. Denn es gilt auch zu hinterfragen, ob die Fokussierung allein auf die Opfer des Dritten Reichs den vielen Facetten der deutschen Geschichte gerecht wird.

Selbstverständlich sind die Stolpersteine nicht als Anklage an die heutigen Besitzer der NS-Opfer-Häuser gemeint und trotzdem können ungewollt solche Gefühle bei ihnen ausgelöst werden, denn nichts ist in unserer Gesellschaft unerträglicher, als mit der braunen Vergangenheit in Verbindung gebracht zu werden.

An diesem Punkt richtete sich die Debatte bisher allzu schnell auf alternative Gedenkformen. Befürworter und ablehnende Stadträte beharrten auf ihrer Position, ohne die zu fragen, um die es eigentlich geht: die Hausbesitzer. Könnten nicht sie entscheiden, ob sie das Mahnmal vor ihrer Haustür wollen?

Der Vorschlag der Jungen Union VS sieht vor, dass die Stadt Villingen-Schwenningen die betroffenen Hausbesitzer informiert und ihre Meinung einholt. Für die Fälle, in denen die Hausbesitzer zustimmen bzw. nicht dagegen sind, kann der Gemeinderat dann grünes Licht für eine Verlegung der Stolpersteine geben.

„Natürlich sind auch andere Formen des Gedenkens angemessen, doch viele Bürger wollen die Stolpersteine und wir lösen das Problem nicht, indem der Gemeinderat sie alle paar Jahre aufs Neue ablehnt.“, so Johannes Staudt, Vorsitzender der JU VS. „Was wir brauchen, ist ein tragfähiger Kompromiss. Den Hausbesitzern die Entscheidung zu überlassen, wäre eine konstruktive Lösung im Sinne aller Akteure.“

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