Villingen-Schwenningen Hunde-Drama bei Tempo 100: Horror-Sturz aus Kofferraum

Tier überlebt Vorfall bei Villingen-Schwenningen nach schneller Rettungs-Aktion. Helfer halten Verhalten der Hundebesitzer für verantwortungslos. Veterinäramt schreitet aber nicht ein

Schock bei der Heimfahrt: Einen geradezu unglaublichen Vorfall erlebten Stefanie Schuler und weitere Helfer auf der Bundesstraße 27 zwischen Rottweil und VS-Schwenningen. Aus einem zur Hälfte offenstehenden Kofferraum stürzte ein Hund bei etwa 100 Stundenkilometern auf die Straße. Die Helfer schafften es, das blutüberströmte Tier in eine Villinger Tierklinik zu bringen. Dort konnte es gerettet werden. Der Versuch aber, den Hund mit Hilfe des Veterinäramts in andere Hände zu geben, scheiterte.

  • Was genau geschah: Nach einem Teamtreffen waren Kevin Scirtuiccio, Faruk Daglar und Stefanie Schuler am 30. September auf dem Rückweg nach Villingen-Schwenningen. Auf der Höhe Lauffen fiel ihnen ein Transporter auf, der einen silbernen, vor ihm fahrenden Wagen mit Stuttgarter Kennzeichen warnen wollte, indem der Fahrer hupte und, soweit möglich, auf die andere Fahrbahn zog. Dabei sahen die Drei, dass in dem Stuttgarter Wagen der Kofferraum bis zur Hälfte offenstand und provisorisch mit einer Schnur gesichert war, um ein Möbelstück zu transportieren. Dazwischen schaute immer einmal wieder die Schnauze eines Hundes hervor. Was dann geschah, ließ Stefanie Schuler den Atem stocken: "Plötzlich fiel der Hund aus dem Kofferraum und wurde an der Leine hinter dem Auto hergezogen", schildert sie die dramatischen Momente. "Das Tier wurde hin- und hergeschleift und hing fest, da die Leine im Wagen befestigt war." Die Halter hätten keine Anstalten gemacht, den Wagen anzuhalten und "das Tier wurde nach etwa 100 bis 150 Metern auf den Seitenstreifen geschleudert".
  • Die Rettung: Die drei Berufskollegen dachten, der Hund könne die Tortur bei solch einer Geschwindigkeit nicht überlebt haben. Sie hielten sofort an, rannten zum Tier, das mit blutüberströmten Läufen vor Schmerzen zitterte und jaulte. Erst später stoppten die Hundebesitzer, sie machten, so berichtet Stefanie Schuler, einen völlig desinteressierten Eindruck. Faruk Daglar legte den blutüberströmten Mischling in den Transporter und die Helfer brachten ihn in eine Villinger Tierklinik. Dort konnte er gerettet werden. Eine Frau aus dem Transporter versuchte vergeblich, bei der Rottweiler Polizei Anzeige zu erstatten, sie und ihr Mann hätten das Tier auch bei sich aufgenommen. Die Hundebesitzer fahndeten erst später nach dem Tier. Sie holten es aus der Tierklinik und ließen es im Heimatort weiterbehandeln.
  • Ohne Konsequenzen: Für die Halter blieb der Fall folgenlos, auch wenn die Helfer dies nicht verstehen können. Sie halten das Verhalten der Hundebesitzer für "verantwortungslos". Doch eine Wegnahme hätte das Veterinäramt anordnen müssen. Die Einrichtung im Schwarzwald-Baar-Kreis erklärte sich für nicht zuständig, weil sich der Fall nicht auf ihrem Kreisgebiet ereignete, und die Rottweiler reagierten bald zwei Wochen danach nicht auf den Hilferuf der engagierten Helfer. Eine Presseanfrage beim Landratsamt Rottweil, dem das Veterinäramt angegliedert ist, blieb gestern ohne Antwort.
  • Anzeige nicht aufgenommen: Da ein Hund, von Tierschützern oft kritisiert, im Strafrecht als eine Sache gilt, kann die Polizei gegen die Hundehalter nur schwer vorgehen. Fahrlässige Sachbeschädigung gebe es nicht, erklärt der Sprecher des Polizeipräsidiums Tuttlingen, Dieter Popp. Einen Vorsatz könne den Haltern aber in diesem Fall kaum nachgewiesen werden.

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