Villingen-Schwenningen Folk-Club-Auszug hat ein Nachspiel im Gemeinderat

Stadträte kritisieren die Verwaltung. Stadt will mit Anliegern noch mal das Gespräch suchen

Der auf Jahresende angekündigte Auszug des Folk-Clubs Villingen aus der "Scheuer" wegen der bekannten Lärmproblematik hatte gestern Abend ein politisches Nachspiel im Gemeinderat. Stadtrat Bertold Ummenhofer (Freie Wähler) forderte von der Stadt nähere Informationen, was eine schalldichte Ausgestaltung der "Scheuer" kosten würde. "Außerdem sind wir verärgert über den Umgang der Verwaltung mit dem Folk-Club", bekundete er.

Vor allem kritisierte Ummenhofer, dass die Stadtverwaltung im März gleich das Ordnungsamt in die "Scheuer" geschickt hatte, weil bei einem Konzert die vereinbarte Zeit bis 22 Uhr um eine halbe Stunde überzogen wurde. Das sei nicht verhältnismäßig gewesen. Ummenhofer: "Das hat meiner Meinung nach das Fass für den Folk-Club zum Überlaufen gebracht".

OB Rupert Kubon erwiderte, die Stadt habe keinen Ermessensspielraum, wenn sich ein Nachbar nach 22 Uhr über Lärm beschwere. "Die Stadt ist dann verpflichtet zu handeln." Kubon sagte, die Verwaltung habe nach der Kündigung des Folk-Clubs noch einmal intern beraten, was getan werden kann. "Wir haben überlegt, dass wir unter Führung des Kulturamtes Gespräche mit Anliegern über eine mögliche Einigung führen werden", teilte er mit. Das Ergebnis bleibe abzuwarten. Wenn nur ein Anlieger einer freiwilligen Vereinbarung nicht zustimme, habe die Stadt keine Handhabe.

Kritik kam auch von Joachim von Mirbach (Grüne), der sich über den Ton ärgerte, mit der die Leiterin des städtischen Jugendamtes den Folk-Club gedroht hatte, bei einer erneuten zeitlichen Überziehung dem Club die Nutzung der "Scheuer" zu untersagen. "Ich habe das Schreiben gelesen. Mir ist die Kinnlade runter gefallen. Ich fand das Schreiben unverschämt", sagte er. Edgar Schurr (SPD) signalisierte Unterstützung für den Club: "Da ist von uns das letzte Wort noch nicht gesprochen." Baubürgermeister Bührer erklärte, dass eine umfassende Schallschutzabdichtung des derzeitigen Gebäudes nicht möglich sei. Die Alternative sei Abriss und Neubau. "Da kann man sich ausrechnen, was das kostet."

Ihre Meinung ist uns wichtig
☀ Einzigartige Sonnenstücke vom See ☀
Neu aus diesem Ressort
Villingen-Schwenningen
Villingen-Schwenningen
Villingen-Schwenningen
Villingen-Schwenningen
Villingen-Schwenningen
Villingen-Schwenningen
Die besten Themen