Villingen-Schwenningen Ernüchternde Bilanz: Nur 41 Elektroautos auf VS-Straßen

Seltener Anblick von E-Fahrzeugen in Villingen-Schwenningen. Lade-Infrastruktur aber gut – erst kürzlich wurde eine sechste Säule aufgebaut.

Tesla und Co. bestimmen viele Schlagzeilen, doch die Realität sieht anders aus: Elektrofahrzeuge sind in Villingen-Schwenningen selten zu sehen, auch wenn die Infrastruktur passt. Sechs Ladesäulen stehen in der Doppelstadt zur Verfügung – die neueste stellten die Stadtwerke (SVS) jetzt am Villinger Hallenbad auf. 48 489 Autos fuhren Ende vergangenen Jahrs auf den VS-Straßen. Und wie viele waren davon wohl reine Elektrofahrzeuge? Genau 41 Stück, wie Kristina Diffring, Referentin des Landrats, bestätigte.

  • Ernüchternde Zahlen: Elektrofahrzeuge tun sich auf dem Massenmarkt immer noch schwer. Der hohe Preis (trotz Förderung) und die Ungewissheit, wie lange die Batterie hält, schrecken viele potenzielle Autokäufer ab. Auf den Kreisstraßen sieht es nicht viel besser aus. Dort stehen knapp 126 000 Wagen 168 Elektrofahrzeuge gegenüber. In der Doppelstadt waren, so die Auskunft des Landratsamts, im Januar 2016 34 E-Fahrzeuge gemeldet. Innerhalb von zwei Jahren kamen also gerade einmal sieben elektrisch betriebene Autos hinzu.
  • Stadtwerke investieren: Der VS-Energieversorger setzt sich dennoch für einen Ausbau der Lade-Infrastruktur ein. Warum – bei den überschaubaren Zulassungszahlen? „Die Stadtwerke als modernes Energieunternehmen tragen mit der aktuellen Erweiterung der Ladesäuleninfrastruktur ihren Anteil zum Ausbau der neuen Mobilitätsform bei“, erklärt dazu Pressesprecherin Susanna Kurz. Die SVS stellten kurz vor Jahreswechsel eine weitere Ladesäule fertig. Sie befindet sich auf der Rückseite des Villinger Hallenbades am Parkplatz der Hubenloch-Sportanlage, Anfahrt von der Kalkofenstraße. Zwei Ladepunkte mit je 22 Kilowatt können hier zum Auftanken genutzt werden.
  • Gute Infrastruktur: Mit der Fertigstellung der Säule am Hallenbad wurde das öffentliche Ladenetz der SVS im vergangenen Jahr um vier neue Elektroladesäulen erweitert. So verfügen nun sowohl das Schwenninger Neckarbad als auch das Villinger Hallenbad über eine Lademöglichkeit. Beide Einrichtungen gehören zur Bädergesellschaft, einer Stadtwerke-Tochter. Noch vor Weihnachten wurde eine zweite Ladesäule am Landratsamt in Betrieb genommen. Diese ergänze die vorhandene Ladesäule aus dem Jahr 2016, aufgrund der hohen Nachfrage an diesem Standort. Eine vierte Säule wurde in Mönchweiler installiert. Deren Inbetriebnahme erfolge laut Auskunft der SVS in Kürze. Außerdem gibt es Ladesäulen beim Hoerco und in Schwenningen am Hockenplatz.
  • Kostenfreies tanken: Derzeit laden die Elektroautos an den SVS-Säulen noch umsonst, ein zusätzlicher Anreiz. Mit dem Investitionsaufwand und der Bereitstellung eines größeren Ladenetzes gehe aber einher, dass der Strom – wie an herkömmlichen Tankstellen – künftig nicht mehr kostenlos abgegeben werden könne, betont die SVS-Sprecherin. Ein entsprechendes Angebot der SVS werde derzeit entwickelt. Vorerst sei das Tanken allerdings noch kostenfrei. Bisher waren die Kosten für die Stadtwerke überschaubar: „In den vergangenen zwei Jahren haben E-Auto-Fahrer an unseren drei E-Ladesäulen 16 000 Kilowatt Strom getankt“, führt Susanna Kurz aus. Dies entspreche dem Jahresverbrauch von vier Einfamilienhäusern und etwa 4000 Euro.
  • Die Kritik: Dass Elektroautos die Heilsbringer sind, bezweifeln immer mehr Experten. So muss bei der Ökobilanz auch die aufwändige Herstellung der Batterie miteinbezogen werden. Wer keine Photovoltaik auf dem Dach oder Windanlage im Garten hat, muss damit rechnen, an der Ladesäule oder beim Hausanschluss mit dem üblichen Strommix versorgt zu werden, wobei etwa ein Drittel durch fossile Brennstoffe gedeckt wird.

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