Villingen-Schwenningen Ein Rad, ein Plan und die sieben höchsten Berge der Alpen

Christian Meder fährt einmal quer über die Alpen. 2600 Kilometer will er in vier Monaten schaffen. Und, wenn alles nach Plan läuft, dient die Aktion sogar noch einem guten Zweck.

Am 2. Juni, morgens um kurz vor acht, posiert Christian Meder, 29 Jahre alt, noch kurz für ein Foto vor dem Riettor, dann radelt er davon. 80 Kilometer über Donaueschingen, Tuttlingen, Beuron bis nach Hausen im Tal schafft er an diesem Tag. Trotz Starkregen und Gewitter. Vor ihm liegen noch 2520 Kilometer und wenn er in vier Monaten wieder durch das Tor fährt, wird er 33 350 Höhenmeter hinter sich, die sieben höchsten Gipfel der Alpen bestiegen und, wenn alles nach Plan läuft, auch noch Geld für den guten Zweck gesammelt haben.

Christian Meder ist bereits unterwegs, als der SÜDKURIER von seinem Vorhaben erfährt, darum erzählt seine Schwester, was ihren Bruder zu dieser abenteuerlichen Reise gebracht hat. Auf seinem Reiseblog, den Meder seit seiner Abfahrt führt, können außerdem die Stationen und Erlebnisse mitverfolgt werden.

35 Kilogramm Gepäck hat Meder dabei. Während der Tour schläft er im Zelt.
35 Kilogramm Gepäck hat Meder dabei. Während der Tour schläft er im Zelt.

Ende letzten Jahres hat Christian Meder begonnen, die Reise zu planen. Die Idee dafür hatte er schon länger. "Er ist eigentlich immer unterwegs", sagt Manuela Meder. Neuseeland, Nepal, Thailand, Schottland, nur einige der Stationen, es waren wohl mehr, aber die fallen ihr gerade nicht ein. Immer dabei: seine Kletterausrüstung. Ist er nicht im Ausland, ist er trotzdem viel unterwegs. Mindestens zweimal die Woche geht er Klettern, am Wochenende fährt er Mountainbike. Er ist gelernter Raumausstatter, arbeitet in Donaueschingen bei Kemmler Baustoffe. Für die Tour hat er sich vier Monate unbezahlten Urlaub genommen.

35 Kilogramm Gepäck hat er dabei, ein Großteil davon ist die Bergsteigerausrüstung. An Klamotten hat er nur das Nötigste eingepackt, außerdem ein Zelt und einen Campingkocher. Ein Navigationsgerät hat er auf dem Rad. Das Fahrrad ist ein spezielles Reiserad, er hat es sich selbst zusammengestellt.

Zwei Wochen nachdem er in Villingen losgeradelt war, stand er gemeinsam mit seiner Freundin auf der Zugspitze. Sie begleitet ihn für zwei Wochen, in Garmisch-Partenkirchen haben sie sich getroffen. Da war er bereits auf der Vorderen Grauspitze (2599 Meter/Liechtenstein) und dem Triglav (2863 Meter/Slowenien) gewesen. Aktuell ist er auf dem Großglockner (3798 Meter/Österreich), danach geht es auf den Gran Paradiso (4061 Meter/Italien), die Dufourspitze (4634 Metern/Schweiz) und zum Schluss auf den Mont Blanc (4807 Meter/Frankreich).

Nach zwei Wochen kommt er mit seiner Freundin auf der Zugspitze an.
Nach zwei Wochen kommt er mit seiner Freundin auf der Zugspitze an.

Nach seiner Reise will er einen Vortrag halten und den Erlös an Climbers against cancer Spenden. Eine gemeinnützige Aktion von Kletterern weltweit um Geld für Krebskranke zu sammeln. Vielleicht, so Manuela Meder, bekommt er auch unterwegs bereits Spenden, wenn er den Leuten davon erzählt.

Das Motto, das ihn auf der Reise antreibt, lautet: "Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon." Das Zitat stammt von Aurelius Augustinus. Wenn Christian Meder von seiner Reise wieder zurückkommt, wird er zwar nicht das ganze Buch, aber doch mindestens ein Kapitel davon gesehen haben.

Wer die Erlebnisse von Christian Meder verfolgen will, kann dies auf seinem Blog unter bikehikeclimbblog.wordpress.com. Mehr zum Projekt Climbers against cancer gibt es unter www.climbersagainstcancer.org.

 

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