Villingen-Schwenningen Das Luftfahrtmuseum ist ihr Lebenstraum

Die Fliegerei bestimmt schon viele Jahrzehnte das Leben von Manfred und Margot Pflumm. Hagelschäden aus dem Jahr 2006 belasten Budget und Arbeitskraft bis heute. Ihr Museum wird immer wieder auch für Feste genutzt.

Die Fliegerei stand schon immer in ihrem Lebensmittelpunkt und für Manfred und Margot Pflumm war die Gründung des Luftfahrtmuseums am Schwenninger Flugplatz fast schon zwangsläufig. In diesem Jahr blicken die beiden Betreiber der mittlerweile auf 60 Flugzeuge angewachsenen Ausstellung auf 29 ereignisreiche Jahre zurück.

Geprägt waren diese Jahre von wunderschönen Ereignissen ebenso wie von bitteren Rückschlägen. Als beide vor 33 Jahren starteten, vier Jahre dienten allein der Vorbereitung, da gab es einen Befürworter und der hieß Gerhard Gebauer, erinnert sich Margot Pflumm. "Wenn es einer schafft, dann diese beiden", hatte der damalige Oberbürgermeister gesagt, und ein befreundeter Bankdirektor konnte den Museumsgründern günstige Kredite verschaffen. Dieses Geld – "das haben wir aber ganz schnell zurückgezahlt" – diente ebenso als Grundstock wie ein Teil des Erlöses aus dem Verkauf des Eigenheims in Speyer, wo der gelernte Raumausstatter Manfred Pflumm damals bereits in einer angemieteten Halle Flugzeuge baute. Das waren meist Modelle, die für Filmaufnahmen gebraucht wurden oder die von einem Museum bestellt worden waren.

Die Geschichte der Luftfahrt, in einer Halle untergebracht, ist zwar nie ganz vollständig, aber das Ehepaar Pflumm ist ständig dabei, die Ausstellung zu ergänzen.
Die Geschichte der Luftfahrt, in einer Halle untergebracht, ist zwar nie ganz vollständig, aber das Ehepaar Pflumm ist ständig dabei, die Ausstellung zu ergänzen.

Nicht nur Geld, sondern auch sehr viel eigene Arbeit steckten die beiden Pflumms in ihren Lebenstraum und schnell wuchs die anfangs überschaubare Sammlung von Fluggeräten zu einer großen Ausstellung, die nicht nur Flugzeuge zeigt, sondern mit kleineren Exponaten und Modellen auch über die Geschichte der Fliegerei informiert. Schnell war das internationale Luftfahrtmuseum bekannt, Filmemacher kamen, um hier Filme zu drehen, Politiker und Schauspieler gaben sich ein Stelldichein und bis heute nutzen Firmen wie auch Privatpersonen das interessante Umfeld des Museums, um Jubiläen und andere Feste zu feiern.

Manfred Pflumm erinnert sich noch gerne an die Zeiten, als ein prominenter Gast einmal sagte: "Die beiden verrückten Pflumms fliegen mit allem, was er zusammengebaut hat." Dieses Kompliment nahm der Flugenthusiast gerne an, entwickelte und verbesserte er doch so ganz nebenbei auch noch Fluggeräte aller Art. Früher habe man den Flugzeugbau bei den Segelfliegern lernen können, erinnert sich Manfred Pflumm, und davon profitiere er noch heute.

Auf dem Freigelnde warten noch einige Flugzeuge darauf restauriert zu werden, der große Hagel 2006 hat hier seine Spuren hinterlassen.
Auf dem Freigelnde warten noch einige Flugzeuge darauf restauriert zu werden, der große Hagel 2006 hat hier seine Spuren hinterlassen.

Zu den ganz bitteren Ereignissen zählte der Hagelschlag am 28. Juni 2006, der einen Großteil der ausgestellten Flieger zerstörte oder zumindest nachhaltig beschädigte. Mit der Beseitigung der Folgen ist der 81-jährige Manfred Pflumm noch heute beschäftigt. Auf dem Museumsgelände, das sich in unmittelbarer Nachbarschaft des Schwenninger Flugplatzes befindet, tummeln sich neben einigen Militärmaschinen, wie den legendären, weil als Dauerabstürzer bekannten Starfighter, viele weitere originale Flugzeuge. Darunter der Nachbau der "Spirit of St. Louis", mit der Flugpionier Charles Lindbergh 1927 den Atlantik überquerte und eine original Antonov, die seinerzeit in einer Gemeinschaftsaktion von Bundesluftwaffe und der amerikanischen Air Force mit dem Hubschrauber angeliefert wurde.

Schon immer erhalten Manfred und Margot Pflumm viel Besuch, der oftmals auch mit dem eigenen Flieger anreist. Geöffnet hat das internationale Luftfahrtmuseum ganzjährig und gerne wird der Platz vor der Ausstellungshalle auch zum gemütlichen Kaffeeplausch oder zum "Viertele schlotze" genutzt, um mit den Betreibern oder anderen Gästen über Themen aus der Fliegerei zu diskutieren.

Die Antonov AN 2 wurde stark beschädigt während des Hagelsturms im Juni 2006. Obwohl der Motor in Ordnung ist, werde man den Flieger wohl nicht mehr flugfähig bekommen, erzählt Margot Pflumm.
Die Antonov AN 2 wurde stark beschädigt während des Hagelsturms im Juni 2006. Obwohl der Motor in Ordnung ist, werde man den Flieger wohl nicht mehr flugfähig bekommen, erzählt Margot Pflumm.

Luftfahrtmuseum

Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 9 bis 19 Uhr, in den Monaten November bis Februar schließt man bereits um 17 Uhr. Mit dem Flugzeug steuert man den Landeplatz in Schwenningen mit dem ICAO-Code EDTS an und meldet sich auf der Frequenz 122,85. Ergänzt wird die Ausstellung durch ein Bewirtungsangebot, alle Kuchen sind selbst gebacken. Nach Absprache sind Rundflüge möglich und für private und Firmenfeiern erhält man nähere Auskunft unter der Rufnummer 07720-66302. (in)

Dieses Triebwerk wartet noch auf seine Restaurierung. Bilder: Rüdiger Fein
Dieses Triebwerk wartet noch auf seine Restaurierung. Bilder: Rüdiger Fein
Da muss schon mal der Haarfön herhalten, wenn das professionelle Arbeitsgerät grad die Funktion eingestellt hat. Für Manfred Pflumm gibt es nichts Schöneres, als alte Flieger zu restaurieren.
Da muss schon mal der Haarfön herhalten, wenn das professionelle Arbeitsgerät grad die Funktion eingestellt hat. Für Manfred Pflumm gibt es nichts Schöneres, als alte Flieger zu restaurieren.

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