Villingen-Schwenningen Bonny und Clyde leben wieder auf

Eine Krimikomödie steht auf dem Spielplan des Villinger Theaters am Turm, das in die neue Saison startet.

VS-Villingen – Bald startet die neue Theatersaison im Theater am Turm, aktuell wird für das erste Stück geprobt. Es ist eine Besonderheit, weil nur zwei Schauspieler auf der Bühne stehen und das macht die Krimikomödie „Zwei wie Bonny und Clyde“ zu einer Herausforderung für die Darsteller. Beide traten mit dem Stück auch schon in St. Georgen auf, allerdings hat die jetzige Produktion nichts mehr mit dem Theater am Deutschen Haus dort zu tun, sondern läuft vollkommen eigenständig.

Regie führt Verena Müller-Möck, auch das Bühnenbild stammt von ihr. „Man hat so seine Träume, welche Stücke man gern aufführen würde“, sagt Müller-Möck, die auch selbst oft als Schauspielerin auf der Bühne steht. Beim Theater am Turm liebe sie die Vielfalt der Stücke. „Es wird immer auf eine gute Mischung von heiter, ernst, klassisch und sozialkritisch geschaut – also Abwechslung.“ Zwei wie Bonny und Clyde stehe bei ihr schon lange auf der Liste. „Es ist ein freches, heiteres, amüsantes Stück mit brillanter Wortakrobatik“, findet die Regisseurin. Wenn es schon beim Lesen des Manuskriptes kribbele, dann passe es auch.

Das Traum-Gangsterpärchen wird dynamisch und pfiffig von Alexandra Ben und Jörg Kluge verkörpert. Für Verena Müller-Möck ist der Unterschied zwischen nur zwei oder mehr Darstellern nicht so riesig. Egal, wie viele Darsteller es seien, jede Figur müsse nach einem roten Faden vom Regisseur ausgearbeitet und inszeniert werden.

„Die Aufgabe des Regisseurs ist es dann, alles zu einem stimmigen Ganzen zusammenzufügen.“ Dabei sei es von ihr aber auch gewünscht, dass jeder Darsteller seinen individuellen Touch mit einbringt. Es soll schließlich auch Spaß machen, in eine andere Identität zu schlüpfen – „plötzlich jemand anderer zu sein“. Alexandra Ben steht seit 2013 beim Theater am Turm auf der Bühne. „Ich kam zum Vorsprechen, um zu schauen, ob ich mich eigne“, erinnert sie sich. Zu ihrer Überraschung fand sie sich vom Fleck weg gleich für die Rolle des Häuptlings engagiert. Jörg Kluge begann seine Theaterkarriere am Theater am Turm 2010 in dem Stück „Fifty Fifty“. Beide sagen: „Für die Schauspieler ist es eine absolute Herausforderung, nur zu zweit auf der Bühne zu stehen.“ Kluge: „Es geht alles Schlag auf Schlag. Man darf sich keinen Fauxpas leisten, denn es ist keiner da, der das auffangen könnte.“ Auch körperlich sei es anstrengender, ergänzt Alexandra Ben. „Man ist zwei Stunden nonstop auf der Bühne präsent.“

Warum stehen die beiden Amateurschauspieler überhaupt auf der Bühne? „Ich liebe die Herausforderung, in einer Rolle Anteile aus mir herauszukitzeln, die ich vielleicht schon habe, aber nicht zeige“, erklärt Bonny ihre Motivation. Außerdem gefalle es ihr, wenn die Leute sich amüsieren. „Eine Rolle dient dazu, etwas aus sich herauszuholen, was man noch vorher noch nicht gezeigt hat“, bestätigt Clyde. Auf ihn warte in „Ein Käfig voller Narren“ schon die nächste Herausforderung. „Es ist einfach ein sensationelles Gefühl, wenn ich im Saal sitze und spüre, wie beim Publikum der Funke überspringt, wenn man spürt – jetzt knistert es“, ergänzt Verena Müller-Möck. Es sei nicht der Schlussapplaus am Ende, sondern das wechselseitige Geben und Nehmen zwischen Akteuren und Zuschauern, was es ausmacht, findet das Dreier-Team.

Knistern wird es bestimmt. „Zwei wie Bonny und Clyde“ ist das erfolgreichste Stück des Autorenduos Sabine Misiorny und Tom Müller, das schriftlich extra gute Wünsche zum Gelingen schickte. „Selbst wer das Stück kennt, wird voller Spannung eine Szene nach der nächsten erleben, vorher nicht wissen, was als nächstes passiert“, verspricht Müller-Möck.

Die Aufführung

Die Premiere zu "Zwei wie Bonny und Clyde" findet Freitag, 15. September, um 20 Uhr statt. Der Eintritt kostet 14 Euro (ermäßigt 9 Euro). Im Vorverkauf sind die Karten erhältlich bei Morys Hofbuchhandlung. Weitere Aufführungstermine im September sind am 16., 20., 22., 23., 27., 29. und 30. September, jeweils um 20 Uhr. Im Oktober stehen fünf Aufführungen im Programm.

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