Villingen-Schwenningen Beim Villinger Münster steht der erste Warmnachtsbaum

Socken, Handschuhe und Mützen für Bedürftige können auf einfache Art gespendet werden. Simone Otto-Bali organisiert die Hilfsaktion.

Der Blick auf das Thermometer zeigt es: Der Winter ist in der Doppelstadt angekommen. Mit den kalten Temperaturen einher geht dabei die Not vieler Menschen, Obdachloser und Bedürftiger, die besonders unter dem frostigen Wetter leiden. Um diesen Menschen zu helfen, hat die Villingerin Simone Otto-Bali zusammen mit vielen Helfern den in Villingen ersten Warmnachtsbaum organisiert.

Die Idee ist einfach. Kleine Kleidungsstücke, zum Beispiel Mützen, Handschuhe, Schals oder Socken, werden zusammen mit einem kurzen Gruß in durchsichtige Tüten verpackt und an einen Baum gehängt. Von dort können sich dann diejenigen bedienen, die es nötig haben. Die Aktion geht auf eine Studentengruppe aus Offenburg zurück. Mit kleinen Taten wollten sie ihren Mitmenschen helfen und riefen 2014 die Aktion Warmnachtsbaum ins Leben, die mittlerweile in ganz Deutschland Wurzeln geschlagen hat. So auch in Villingen.

Auf die Aktion sei sie auf Facebook gestoßen, sagt Villingens Baumwärterin Simone Otto-Bali. Von der Idee begeistert, suchte sie in dem sozialen Netzwerk nach Helfern. „So ist das dann ins Rollen gekommen.“ Auch von Seiten der Stadt wurden keine Steine in den Weg gelegt. Im Gegenteil: Die anfangs vom Stadtbauamt zugesagte Aktionsdauer von zwei Wochen wurde mit Blick auf den kommenden Winter bis Ende Januar verlängert. Zudem sei der Baum auf dem Münsterplatz, der vom Amt vorgeschlagen worden war, ideal für die Aktion, sagt die Organisatorin. Er steht zentral und ist gut für die Menschen zu erreichen. Zudem spende eine von der Gaststätte Sudhaus aufgehängte Lichterkette Licht. „Ein zufälliger, aber willkommener Bonus“, verrät Otto-Bali.

Zusammen mit freiwilligen Helfern setzte sich die Villingerin zusammen, tütete die Wärme spendenden, meist selbst gestrickten, Präsente ein und hing sie vor Weihnachten an den Baum. Bereits nach kurzer Zeit zeigte sich, dass die Aktion bei den Menschen ankommt. „Ich hatte gehofft, dass es die Leute kapieren, dass man das nehmen darf“, sagt die Organisatorin. Offensichtlich haben es die Leute kapiert, denn der Baum ist mittlerweile wieder leer, obwohl immer wieder nachgehängt werde.

„Ich habe auch fremde Leute getroffen, die was aufgehängt haben“, freut sich die Villingerin und erinnert sich daran, wie sie gleich 13 fremde Tüten an dem Baum fand. Genau darum gehe es bei der Aktion, versichert Simone Otto-Bali. „Menschen tun etwas für Menschen.“

Allzu viele Gedanken darüber, ob sich Personen bedienen, die es nicht nötig haben, möchte sich die Baumwärterin nicht machen. „Ich appelliere an das Gute im Menschen“, sagt sie. Rund um die Uhr überwachen wolle und könne sie den Baum nicht. „Und wenn es nur einem geholfen hat, war es das wert.“ Auch darum will Simone Otto-Bali den Warmnachtsbaum auch in der nächsten Weihnachtszeit wieder mit kleinen Geschenken für Obdachlose und Bedürftige behängen. Ihrer Überzeugung nach stehe dem nichts entgegen.

Sich an der Aktion beteiligen kann jeder, denn der Baum ist frei zugänglich. Wichtig bei den Geschenktüten sei, dass sie nur Kleidung enthalten. „Wegen der Wärme sollten es Wollsachen sein“, betont Organisatorin. Auch von schmutziger und abgetragener Kleidung sollte Abstand genommen werden. Zusammen mit einer kurzen Grußbotschaft werden die Gaben in einer durchsichtigen Tüte verpackt und an den Baum gehängt. Die Spenden können aber auch bei Simone Otto-Bali, Goethestraße 6, abgegeben werden. Sie tütet die Kleidung dann ein und hängt sie auf.

 

Der Warmnachtsbaum

Die Hilfsaktion geht von dem Verein be japy aus, der im Mai 2014 von vier Studenten in Offenburg gegründet wurde. Der Name des Vereins setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen der Gründer Julian, Andreas, Peter und Yannik zusammen und ist eine Anspielung auf den Ausdruck be happy, zu Deutsch sei glücklich. (tol)

 

Informationen zum Verein und der Aktion auf der Internetseite: www.be-japy.org

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