Villingen-Schwenningen Barfuß auf Weltrekord-Jagd

Der Villinger Aldo Berti will den Weltrekord im Barfußlaufen knacken und startet 2017 zu einer 1800 Kilometer langen Tour von Rügen bis nach Einsiedeln.

Barfuß und mit einem freundlichen Lächeln auf dem Gesicht öffnet der Villinger Aldo Berti die Tür. Beides ist sein persönliches Markenzeichen, denn der lebenslustige Heilpraktiker hat seine Leidenschaft für das Barfußlaufen entdeckt.

Der 51-Jährige hat ein ganz großes Ziel: „In 85 Tagen, 1800 Kilometer barfuß auf dem Jakobsweg durch Deutschland und die Schweiz bis zur schwarzen Madonna im Kloster Einsiedeln.“ Das wäre ein neuer Weltrekord.

Doch wie kommt man auf eine solche Idee? „2012 habe ich noch 110 Kilo gewogen und dadurch Rückenschmerzen bekommen. Ab dort musste ich mein Leben umkrempeln und habe mit dem Laufen angefangen“, erzählt Aldo Berti rückblickend. Es purzelten die Pfunde und er nahm 20 Kilo ab. „Ich finde es toll, mich selbst neuen Herausforderungen zu stellen“, erzählt der Villinger.

Ein Freund aus Hamburg hat sich im September das Ziel gesetzt, von seiner Heimatstadt Hamburg barfuß bis zum Bodensee zu wandern. „Das hat mich in den Füßen gejuckt und ich bin drei Etappen mitgelaufen. Ich hatte vom Barfußlaufen richtig große Blasen an den Füßen, weil ich es einfach nicht gewohnt war“, sagt Berti lächelnd. Ab diesem Tag habe ihn die Lust gepackt und er beschäftigte sich mit dem Thema Barfußlaufen intensiver. Kinder laufen über Stock und Stein und als Erwachsener verliere sich diese natürliche Art der Fortbewegung.

Lederhaut als natürliche "Schuhsohle"

„Zu Beginn habe ich mir die Route ausgesucht und die deutschen Jakobswege ausfindig gemacht“, berichtet er. Die persönliche Herausforderung und das Ziel, allen zu beweisen, dass man so etwas schaffen kann, treiben den Heilpraktiker an. „Es ist wichtig, dass man für so eine Reise eine lange Vorbereitungszeit hat, damit sich die Füße an das Barfußlaufen gewöhnen und ich für meine Reise gewappnet bin“, erklärt der 51-Jährige. Es sei wichtig, dass sich keine Hornhaut bilde, denn dies sei nur tote Haut. Die Lederhaut müsse sich durch das Laufen verstärken und diese wirke dann so wie eine Sohle.

„Ich laufe jeden Tag barfuß, außer natürlich in meiner Praxis. Wenn ich ab und zu mal Schuhe anziehe, fühle ich mich eingeengt, da ich es einfach nicht mehr gewohnt bin“, erzählt Berti. „Diese Reise ist ein großer Punkt auf meiner To-do-Liste und ich freue mich schon sehr darauf“, erzählt er stolz. Es müsse noch einiges bis zur Reise geplant werden, wie zum Beispiel eine Vertretung für die Patienten seiner Praxis, nur so habe er den Kopf frei für seine Tour.

„Mein Weltrekord ist auch schon beim Guinessbuch der Rekorde angemeldet. Man muss dabei auf viele Dinge achten. Ich darf beispielsweise keine Pflaster benutzen, da dies gegen die Regeln verstößt“, erklärt er. Außerdem sei es notwendig, Zeugen zu haben, die die Reise bestätigen können. Deshalb hoffe er auf einen Fernsehsender, der ihn bei seiner Tour begleitet und diese dokumentiert. Mit seinem Rekordversuch wolle er die Menschen auch animieren, mehr Sport zu treiben und sich gesund zu ernähren. „Durch meine Reise zeige ich einfach, dass ich nicht nur Theoretiker, sonder auch Praktiker bin“, sagt Aldo Berti grinsend.

Hoffen auf Sponsoren

Um die dreimonatige Tour zu finanzieren, hofft der Villinger auf Sponsoren, die ihm finanziell unter die Arme greifen. Er habe sich dabei etwas ganz Besonderes überlegt: Jeder Tag auf seiner Reise bekommt den Namen des Spenders. An dem ersteigerten Tag können die Namenspaten eine Teilstrecke mit ihm gehen. Jeder Namensgeber habe zudem die Möglichkeit, ihm einen Brief mit einem persönlichen Anliegen oder Gebet mit auf den Weg zu geben, den er persönlich zur schwarzen Madonna nach Einsiedeln bringe.

Das Geld, das nach der Reise übrig bleibt, spende er an namentliche Kinderhilfsprojekte in der Region. Für 350 Euro will er den Namenspaten einen Tag seiner Tour widmen. Während seiner Reise stehen Pilgerunterkünfte, Kirchen oder die Natur als Schlafplatzmöglichkeiten zur Verfügung. „Außerdem habe ich vor, nach meiner Reise ein Buch darüber zu schreiben. Ein Hamburger Autor wird mir dabei helfen“, verrät er. Einen Titel hat er auch schon: „Barfuß auf dem Jakobsweg, Deutsche Geschichte einmal anders.“ Darin will er Geschichten in den Städten und Dörfern sammeln, die er durchwandert.

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