Villingen-Schwenningen Bahnhofs-Ausbau verzögert sich erneut

Auf die EU-Ausschreibung bewirbt sich kein Unternehmer, der Seniorenrat wartet seit vielen Jahren auf Ausbau. Reisen für Behinderte und ältere Menschen sind sehr beschwerlich.

Der barrierefreie Ausbau des Villinger Bahnhofs entwickelt sich zu einer unendlichen Geschichte: Der für 2018 geplante Umbau verzögert sich um mindestens 12 oder sogar 24 Monate. Das hat Bürgermeister Detlev Bührer den Mitgliedern des Technisches Ausschusses am Dienstag erklärt.

  • Seniorenrat enttäuscht: "Das habe ich mir beinahe gedacht", erklärt Susanne Schneider vom Seniorenrat, die sich seit 2009 engagiert für den Ausbau einsetzt. Es sei in der vergangenen Zeit so ruhig um den Ausbau gewesen, das sei immer verdächtig. Ihre persönliche Meinung ist, dass die Bundesbahn durch die aufwändigen Reparaturarbeiten im Rheingraben und die erneuten Kostensteigerungen bei Stuttgart 21 an anderer Stelle spart und so den Ausbau nochmal auf die lange Bank geschoben hat.
  • Begründung der Bahn: Die Begründung der Bahn für die erneute Verzögerung des Ausbaus: "Wir haben auf die Ausschreibung im EU-Amtsblatt kein Angebot erhalten", erklärt ein Bahnsprecher in Stuttgart. Dies liege an mangelnden Kapazitäten der Baufirmen. Jetzt gebe es bestimmte Sperrfristen, bevor man wieder erneut ausschreiben könne, so käme es zu der langen Verzögerung. Auch müsse eine Streckensperrung beantragt werden, die jetzt aktuell gerade wieder aufgehoben worden ist. Die zuständigen Ministerien hätten sich noch nicht auf eine Standardhöhe für behindertengerechte Bahnhöfe festgelegt. Dies sei aber Voraussetzung für den Ausbau.
  • Das ist geplant: Durch den Einbau von zwei Aufzügen soll der Bahnhof barrierefrei werden. Außerdem werden die Bahnsteige auf 245 Metern Länge angehoben. Nicht in der Planung vorgesehen sind überbreite Aufzüge, wie sie der Seniorenrat einmal gefordert hatte: Dazu gebe es auf den Bahnsteigen zu wenig Platz. Die Kabine ist mit den Standardmaßen 1,10 Meter mal 2,10 Meter und einer Türbreite von einem Meter vorgesehen. Geplant ist zudem ein Neubau aller Bahnsteige mit einer Höhe von 55 Zentimentern über der Schienenoberkante, um einen Ausstieg ohne Stufe zu ermöglichen. Zudem wird die Ausstattung der Bahnsteige erneuert. Darin enthalten ist die Überdachungen, die Wetterschutzanlagen, das Bahnsteigmobiliar sowie die Beschilderung. Darüber hinaus will die Bahn die gesamte Beleuchtungsanlage erneuern. Zudem ist geplant, dass die Bahnsteige und Zugänge ein Leitsystem für Blinde und Sehbehinderte erhalten. Die eher ungeliebte Unterführung ist in dem Modernisierungsplan ebenfalls berücksichtigt worden. Die Bodenbeläge sollen aufbereitet, die Entwässerung und Beleuchtung erneuert werden.
  • Die Kosten: Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich laut Auskunft der Deutschen Bahn von Mai 2017 auf rund 6,8 Millionen Euro. Darin enthalten sind Planungskosten für die barrierefreie Erschließung des Bahnhofs und der Bahnsteigmaßnahmen (1,23 Millionen Euro), Baukosten für die barrierefreie Erschließung (2,32 Millionen Euro) sowie für die Bahnsteigerhöhung (3,27 Euro). Übernehmen muss die Stadt Villingen-Schwenningen hierbei die Planungskosten (719 000 Euro) sowie 15 Prozent der Baukosten für die Bahnsteigerhöhung (490  000 Euro). Der Rest wird vom Bund, der Bahn sowie dem Land finanziert. (cho)

Ihre Meinung ist uns wichtig
Außergewöhnliche Geschenkideen für Ihre Liebsten
Neu aus diesem Ressort
Villingen-Schwenningen
Villingen-Schwenningen
Villingen-Schwenningen
Villingen-Schwenningen
Villingen-Schwenningen
Villingen-Schwenningen
Die besten Themen
Kommentare (1)
    Jetzt kommentieren