Villingen-Schwenningen Aufregung wegen Ausbau der Polizeihochschule: Um Außenstelle wird weiter gepokert

Innenministerium dementiert Entscheidung über Aufsplittung der Einrichtung in Villingen-Schwenningen: Kommt nach Wertheim Ausbildung des mittleren Dienstes?

Eine Aufsehen erregende Falschmeldung, ein Dementi und viel Aufregung in politischen Kreisen: Am Dienstagmorgen meldete der Südwestrundfunk, dass Wertheim eine Außenstelle der Polizeihochschule Villingen-Schwenningen erhalte und dort ab 2019 bis zu 400 angehende Kommissare die Ausbildung für den gehobenen Dienst durchlaufen. Das stritt aber das Innenministerium umgehend ab: "Die aktuelle Berichterstattung über eine angebliche Entscheidung in Sachen Standorte der Polizeiausbildung ist falsch", erklärte Sprecher Renato Gigliotti. Unverständnis herrschte auch bei den Abgeordneten Karl Rombach (CDU) und Martina Braun (Grüne).

Rombach verwies noch einmal auf Gespräche mit Staatssekretär Martin Jäger aus dem Innenministerium und dessen Zusicherung, dass noch keine Entscheidung gefallen sei. Er, Rombach, könne sich vorstellen, dass künftig in Wertheim die Ausbildung zum mittleren Dienst konzentriert werde, in Villingen-Schwenningen das Studium des gehobenen Dienstes: "Damit können wir dann hochzufrieden sei." Allerdings sei auch klar, dass die Unterbringung und die Lehre bei wachsenden Studienzahlen in Villingen-Schwenningen gestemmt werden müsste. Wie das zu leisten sei, werde derzeit geprüft.

Die Stadt geht nach wie vor von einer Stärkung des zentralen Schwenninger Studienstandorts aus, übrigens auch ein erklärtes Ziel des Innenministeriums. Bei einem Treffen mit Vertretern des Finanzministeriums, des Landesbetriebs Vermögen und Bau und der Hochschule für Polizei Villingen-Schwenningen thematisierten ebenfalls am Dienstag Landrat Sven Hinterseh, Oberbürgermeister Rupert Kubon, Bürgermeister Detlev Bührer und Stadtwerke-Chef Ulrich Köngeter den Ausbau der Hochschule für Polizei am Standort Villingen-Schwenningen.

Künftig müsse das Land eine Infrastruktur für 1700 Studierende der akademischen Polizeiausbildung schaffen. "Wir können und werden in Villingen-Schwenningen alle Voraussetzungen treffen, damit hier 1700 Studierende lernen und untergebracht werden können", versicherte Kubon laut einer Pressemitteilung. Auch Ulrich Köngeter, Geschäftsführer der Stadtwerke, machte deutlich, dass die vorhandenen Kapazitäten ohnehin höher seien als aktuell benötigt und sein Unternehmen somit alle benötigten Strom-, Wasser, Gas- und Breitbandleitungen am Standort der Schwenninger Hochschule unproblematisch und ohne großen Aufwand bereitstellen kann, falls das Land den Ausbau in Angriff nimmt. Damit die Hochschule für Polizei die Studienplätze anbieten kann, muss unter anderem Wohnraum geschaffen werden. Das prüft die Stadtverwaltung derzeit, ob dazu möglicherweise auch die früheren Franzosenblocks in der Dattenberg- und Kirnacher Straße benötigt werden, wo ursprünglich Sozialwohnungen geschaffen werden sollten, sei noch nicht abschließend geklärt, sagte eine Sprecherin der Stadtverwaltung.

Derzeit prüfe das Innenministerium in intensiven Gesprächen mit der Stadt und dem Landkreis, ob die wachsende Studentenzahl am Standort der Kernhochschule selbst bewältigt werden kann, heißt es zudem in der Mitteilung des Innenministeriums. Wertheim und Herrenberg würden in jedem Fall Standorte für Bildungseinrichtungen der Polizei. Dolch in welcher Funktion dies geschehe (als Standort für Aus-, Fortbildung oder des Studiums), sei noch nicht abschließend geklärt. Details hierzu würden gegenwärtig erörtert.

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