Unterkirnach Infoabend zum Breitband interessiert

Experte sieht keinen Weg an der Glasfaser vorbei. Zweckverband ist Thema in nächster Ratssitzung.

Auf großes Interesse stieß am Donnerstagabend eine Informationsveranstaltung zur Breitbandversorgung und dem möglichen Beitritt der Gemeinde zum gleichnamigen, kreisweiten Zweckverband. Eingeladen hatten die Freien Wähler Unterkirnach. Unterkirnach ist nunmehr die einzige der 20 Landkreis-Gemeinden, die sich noch nicht per Gemeinderatsbeschluss für den Beitritt zum kreisweiten Zweckverband „Breitbandversorgung“ entschieden hat. Umso mehr schien die Bürger, Gemeinderäte und Bürgermeister Andreas Braun zu interessieren, was Unterkirnach von der neuen Technik haben könnte.

Der geladene Referent Jürgen Anders von der Hochschule Furtwangen machte in seinem Vortrag keinen Hehl daraus, dass er ein Verfechter der sich ständig ausweitenden Nutzung des Internets ist. Und er ließ keinen Zweifel aufkommen, dass man mit den jetzt bereits gigantischen Datenmengen erst am Anfang stehe. Schon jetzt würden Datenmengen bewegt, die nur durch schnelles Internet zu bewerkstelligen seien. „Dafür braucht man einfach eine Glasfaser“, sagte der Professor.

Zwar gibt es in Unterkirnach derzeit die Möglichkeit, das Angebot eines regionalen Anbieters zu nutzen und sich über das Kupfernetz mit relativ guter Datenübertragungsrate an das Internet anschließen zu lassen. Allerdings sei das nicht flächendeckend möglich und man sei damit nicht für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet, warnte Anders.

Man denke nur an das Ablegen und Abholen von Daten in der „Cloud“, einem virtuellen Speicherplatz, oder an die Ansprüche, die durch zeitgleiches Bearbeiten von Dokumenten, Zeichnungen oder Bildern von verschiedenen Standorten aus an die Übertragungsraten gestellt würden.

„Der Computer der Zukunft ist ein Rechner ohne eigenes Speicherelement, der fast ausschließlich nur noch der Darstellung dient“, stellte Anders in Aussicht. Fernsehen und Handy, auch diese Dienste nutzen mehr und mehr das Internet, brauchen ebenfalls immer mehr Bandbreite.

Für den Experten der Hochschule ist also klar: Der Weg in Sachen Internet geht künftig nicht an der Glasfaser vorbei. Im Unterkirnacher Gemeinderat war man sich darüber bislang noch nicht einig. In der Sitzung am 12. November vergangenes Jahr vertagten die Räte die Entscheidung, ob Unterkirnach auf den Zug des Zweckverbandes mit seinem kreisweiten Glasfasernetz aufspringen will. Einige Räte, wie zum Beispiel Bernhard Kuberczyk, wollten erst einmal prüfen lassen, ob die momentane Versorgung über das Kupfernetz nicht erst einmal ausreiche. Bürgermeister Andreas Braun, seit 1. Dezember im Amt, kündigte allerdings bereits sein Dafürsprechen für die Glasfaser an. Er räume einer Zustimmung zum Zweckverband in der Gemeinderatssitzung am kommenden Dienstag, 21. Januar, gute Chancen ein. In Sachen Internet soll Unterkirnach weiter zukunftsorientiert und -fähig sein.

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